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Wissenschaft: Das Heidelberger Bioforschungsinstitut EMBL will sein Wirken künftig stärker der Öffentlichkeit vermitteln

Molekularbiologie für alle

Von unserem Redaktionsmitglied Martin Tröster

© kay sommer

So viel Brillanz und nur wenige wissen davon. Das meint dem Sinn nach Direktor Matthias Hentze über seine Arbeitsstelle, das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL). "Trotz seines internationalen Renomées ist das EMBL sogar in Heidelberg weitgehend unbekannt", sagt der Professor für Molekulare Medizin. Aus diesem Grund möchten die Naturwissenschaftler nun "systematisch Öffentlichkeit herstellen", wie Hentze sagt.

Dass das Institut in diesem Jahr 40 Jahre alt wird, ist dafür ein willkommener Anlass. Zum Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten kommt am 12. September sogar Bundesforschungsministerin Johanna Wanka ins Hauptlabor auf dem Königsstuhl.

Das zeigt: So ganz unwichtig kann das EMBL nicht sein. In der Tat ist sein Ruf unter Wissenschaftlern ziemlich gut. Davon zeugen auch die Medizin-Nobelpreise für zwei EMBL-Forscher: 1995 gingen sie an Christiane Nüsslein-Volhard und Eric Wieschaus. Sie hatten die genetische Entwicklung von Fruchtfliegen-Embryos beschrieben.

Europäisches Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL)

Das EMBL ist ein zwischenstaatliches Institut mit fünf Standorten in Europa: in Hinxton (GB), Monterotondo (I), Grenoble (F) und Hamburg. Im Hauptlabor in Heidelberg arbeiten 950 Mitarbeiter in 50 Arbeitsgruppen. Europaweit sind es 1800 Mitarbeiter.

Das EMBL wird von 21 Staaten finanziert. Nur Israel und Australien liegen nicht in Europa. Diese Länder übernehmen zwei Drittel der Finanzierung, der Rest stammt aus Projektgeldern, zum Beispiel von der EU. Jahres-Budget: 200 Millionen Euro.

Nicht nur die Bedeutung, auch das Institut ist ziemlich groß: In 85 Forschergruppen untersuchen Wissenschaftler aus über 60 Ländern an fünf Standorten in Europa die Grundlagen des Lebens - von kleinsten Atomen bis hin zu komplexen Organismen. Das EMBL betreibt dabei Grundlagenforschung: Geforscht wird zum Beispiel über die Evolution des Nervensystems oder über das Verhalten von Fresszellen im Hirn nach einem Schlaganfall.

Am Ende des Weges können dabei durchaus Medikamente oder Therapieverfahren stehen. Quasi nebenbei, auf dem Weg zur Erkenntnis, entwickeln die Forscher Geräte, die sich patentieren lassen. Auch deshalb kann Generaldirektor Iain Mattaj eine stolze Bilanz vorweisen: "In den vergangenen 15 Jahren haben wir zwischen 400 und 500 Patente angemeldet". Auch, um diese Verdienste nach außen zu tragen, gibt Direktor Hentze die Parole aus: "Wir öffnen uns stärker als bisher."

Zum Beispiel mit einer Homepage, auf der sich Laien über die Arbeit des EMBL informieren können. "Es soll kein reines Informationsportal werden", sagt Institutssprecherin Lena Raditsch. Gezeigt werden zum Beispiel Filmspots zum Thema Evolution. Die Seite soll im April starten, wie auch die Sonntagsmatinees: Junge Wissenschaftler des Instituts klären dabei über ihre Arbeit in Vorträgen an Sonntagen auf. Unter anderem soll ab September eine Ausstellung des weltberühmten Fotografen Horst Hamann dazukommen - zum Thema DNA. "Wie das genau aussehen wird, dazu wollen wir noch nichts sagen", sagt Hentze.

"Unser Institut ist steuerfinanziert und da haben wir auch eine gewisse Rechtfertigungspflicht gegenüber der Öffentlichkeit", sagt Sprecherin Raditsch. Der Gang nach außen wird jedoch von vielen Seiten mittlerweile eingefordert. Das EMBL betreibt ihn jetzt nur besonders offensiv. "Bei der Vergabe von Drittmitteln zum Beispiel wird ein Projekt heutzutage stark auf seine gesellschaftliche Relevanz hin überprüft."

"Keine Auftragsforschung"

Die Industrie steuert laut Generaldirektor Mattaj nur etwa ein halbes Prozent des Gesamtetats von 200 Millionen Euro bei. "Auftragsforschung betreiben wir aber nicht." Dennoch betont er die Wichtigkeit der Nähe zur Wirtschaft, gerade aus der Region: "Wir haben in der Region einen starken Industriestandort mit Firmen wie Roche oder Merck."

Das biete den Vorteil der "fruchtbaren Kooperation" von Pharmaindustrie und Wissenschaft - mit einem weiteren positiven Effekt: "Internationale Spitzenforscher werden auch von den Chancen in der Industrie angezogen."

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 19.03.2014

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