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Heidelberg / Motiv unklar:

Motiv des Verdächtigen nach Todesfahrt weiter unklar

Archiv-Artikel vom Samstag, den 25.02.2017

Die Polizei hat den Bismarckplatz in Heidelberg abgesperrt.

© Priebe

Heidelberg. Nach der tödlichen Autofahrt in eine Menschengruppe in Heidelberg am Samstagnachmittag suchen die Ermittler weiter nach dem Motiv des Fahrers. Der Verdächtige liegt weiterhin im Krankenhaus und äußert sich nicht, wie ein Polizeisprecher am Montag sagte. Er sei am Sonntag nicht transportfähig gewesen und habe in einer Vernehmung nicht zu den Vorwürfen ausgesagt. Ein Richter erließ einen Haftbefehl gegen den 35-Jährigen. Ihm wird unter anderem Mord, versuchter Mord, gefährliche Körperverletzung und versuchter Totschlag vorgeworfen.

Bei der Tat war ein schwer verletzter 73-Jähriger am Samstagabend in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, ein 32-jähriger und seine 29-jährige Partnerin, die beide in Heidelberg leben, wurden leicht verletzt und vor Ort ambulant behandelt. Eine weitere Person konnte sich durch einen Sprung in Sicherheit bringen.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 35-jährigen Studenten, der in Heidelberg wohnt. Die Polizei Mannheim teilte auf ihrer Facebookseite mit, dass der Mann Deutscher ist und keinen Migrationshintergrund hat. Hinweise auf einen terroristischen oder extremistischen Hintergrund sind nach Angaben der Beamten nicht gegeben. Das Tatmotiv ist bislang noch nicht bekannt. Ob der Mann zum Zeitpunkt der Tat vermindert oder sogar vollständig schuldunfähig war, ist derzeit noch Gegenstand weiterer Ermittlungen. 

Mann in Bergheimer Straße niedergeschossen

Nach derzeitigen Erkenntnissen, war der 35-Jährige gegen 16 Uhr bei einer Bäckerei am Bismarckplatz in eine Personengruppe gefahren. Der Fahrer flüchtete daraufhin mit einem Küchenmesser bewaffnet zu Fuß in die Bergheimer Straße Richtung Thibaut-Straße. Dort machten Passanten die Polizei auf ihn aufmerksam. Bei einer Kontrolle in Höhe des "Alten Hallenbads" habe man dem Mann mehrfach dazu aufgefordert, das Messer niederzulegen. Nachdem er jedoch mit dem Messer auf die Beamten zugegangen sein soll und auch der Einsatz von Pfefferspray den 35-Jährigen nicht stoppen konnte, hatten die Beamten den Mann niedergeschossen, um ihn zu stoppen. Durch den Schuss erlitt der Mann einen Bauchdurchschuss, er wurde noch am Samstag in einem Krankenhaus notoperiert. Der 35-Jährige ist außer Lebensgefahr. In einer ersten Vernehmung äußerte sich der Mann nicht zu den Vorwürfen. Bis zu seiner Verlegung in ein Gefängniskrankenhaus wird er von der Polizei bewacht.

Ermittlungen gegen die Polizei

Auch gegen die Polizisten, die nach der Flucht des 35-Jährigen von der Schusswaffe Gebrauch machten, wird routinemäßig ermittelt. Nach Schusswaffengebrauch finden solche Untersuchungen grundsätzlich statt, wie ein Sprecher am Sonntag erklärte. Polizisten dürfen ihre Waffen nur in Extremsituationen wie Notwehr oder der Schutz eines Bedrohten einsetzen. Das Schießen ist im Ernstfall aber auch erlaubt, wenn schwere Verbrechen oder die Flucht eines gefährlichen Täters nicht anders zu verhindern sind. Der Gebrauch der Waffe sollte angedroht oder ein Warnschuss abgefeuert werden.

Dass die Beamten den Mann mehrmals aufgefordert hatten, sein Messer wegzulegen, belegt auch ein verifiziertes Video, das in sozialen Medien zu sehen ist. "Das ist in der heutigen Gesellschaft so, dass sofort jemand mit dem Handy dasteht und filmt, wenn etwas passiert. Das müssen wir und muss die Gesellschaft aushalten - auch wenn es natürlich völliger Quatsch ist, bei solch einem Ereignis stehenzubleben, zu filmen und sich gegebenenfalls selbst in Gefahr zu bringen. Aber in dem Fall zeigen die Aufnahmen ja auch, dass von unserer Seite alles absolut richtig und korrekt gelaufen ist, die Beamten vollkommen richtig gehandelt hätten", wies Polizeipräsident Thomas Köber darauf hin, dass mehrere Polizisten dem Mann "Messer weg" zuriefen, ehe der Schuss fiel.

In dem Video sind mehrere Polizeifahrzeuge und Beamte zu sehen, die ihre Waffe auf den mutmaßlichen Täter richten. Der 35-Jährige ist auf der Aufnahme nicht zu sehen. Nach den Aufforderungen, die Waffe wegzulegen, ist der Schuss zu hören.

Einsatzkräfte ermitteln mit Hochdruck

Am Abend waren sowohl der Tatort am Bismarckplatz als auch die Kreuzung Bismacrckstraße / Bergheimer Straße / Rohrbacher Straße aus Sicherheitsgründen sowie zur Spurensicherung bis 23 Uhr abgesperrt worden - auch für den öffentlichen Nahverkehr. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg war in die Spurensicherung eingebunden, ein Polizeihubschrauber fertigte Übersichtsaufnahmen vom Einsatz an. 

Erste Ermittlungen haben ergeben, dass der 35-Jährige das Auto vor zwei Wochen angemietet hatte und es sich seitdem in seinem Besitz befand. Nach Ermittlerangaben war der 35-Jährige bisher polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten.

Heidelbergs Oberbürgermeister dankt Polizei und Zeugen

Zum Vorfall am Heidelberger Bismarckplatz erklärte Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner: "Die Amokfahrt am Bismarckplatz am Samstagnachmittag ist für uns alle in Heidelberg schockierend und tragisch. Wir sind in Gedanken bei dem Todesopfer und seinen Angehörigen - Ihnen gilt unser aufrichtiges Beileid." In seinem Statement dankte er der Polizei und den aufmerksamen Augenzeugen: "Sie haben alles richtig gemacht. Dank ihres schnellen und mutigen Eingreifens konnte der Tatverdächtige gefasst werden."  

(pol/ben/dls/stp/mer/flim/mik/dpa)

Samstag, 25.02.2017

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