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Hirschberg: Beliebte Fasnachtsveranstaltung der katholischen Frauengemeinschaft Leutershausen / Ausgelassene Feier im Gemeindesaal St. Martin

„Glaube mir: Der Mann ist ein wildes Tier“

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 12.02.2013

Von unserem Mitarbeiter Emil Fässle

Das Programm der Frauenfasnacht in Leutershausen sorgt für beste Unterhaltung und hat viele hochkarätige Beiträge zu bieten. Bei einigen Akteuren und Besuchern muss man genau hinschauen, um zu erkennen, ob es Mann oder Frau ist.

©  wn

"Mädels, wir lassen es krachen", sangen sie lautstark und gut gelaunt beim Einzug in den voll besetzten Saal St. Martin. Und sie hatten in ihrem Lied nicht zu viel versprochen, denn es krachte von Anfang an gewaltig bei der Heisemer Frauenfastnacht der katholischen Frauengemeinschaft (kfd) Leutershausen.

Mit überschäumender Stimmung ging es Schlag auf Schlag durch das bunte Programm, gekonnt moderiert von Heidi Schmitt, der stellvertretenden Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates. Mit "Hause Helau" begrüßte sie die närrisch gekleideten Fastnachterinnen.

Nur zwei männliche Ausnahmegäste durften dabei sein: Pfarrer Gerhard Schrimpf und Stimmungskanone Ralf Keller, der an seinem Keyboard den Saal zum Kochen brachte.

Frauen als Männer

Unmöglich, sämtliche Akteure des Abends hier zu nennen. Stellvertretend für alle mögen einige wenige genügen. So etwa ein Tester der Stiftung Warentest, hinter dem sich Ilse Kolb, die Vorsitzende der kfd, in Männerkleidung verbarg. Sie testete buchstäblich alles, was ihr in die Quere kam. "Nebenbei in aller Stille, auch die Antibabypille."

Nahtlos weiter ging es mit Sigrun Lochbühler, die gerade frisch aus Rom kam. Man habe jetzt einen "Johannes Baptist Unternehmensberater" verpflichtet, der mit vielen neuen Ideen die leeren Kirchenbänke sonntags auch in "Hause" wieder füllen soll. So könne zukünftig frei nach der TV-Show "Wer wird Millionär" eine Million Papst-Segen im Internet abgerufen werden.

Kirche auf die Schippe genommen

"Seid ihr gut drauf?", brüllte Ralf Keller anschließend ins Publikum. Ein einstimmiges lautstarkes "Ja" folgte und ab da gab es kein Halten mehr, denn so gut wie niemand saß bei der Tanzrunde auf seinem Platz. "Auf dem Heisemer Hauptbahnhof stehe fünf Gestalte, wolle mir die roi losse", fragte die Moderatorin.

Ilse König als "Miss Schrubber" philosophierte über das Putzen der Martinsklause. Lieber wäre ihr indes "des Putze beim Pfarrer Schrimpf in soinem Woinemer Domizil. Do könnt ma bestimmt äniges abstaube". Und sie berichtete von den französischen Klos in Brignais, mit denen sie ebenfalls fertig wurde.

Nach einer weiteren Tanzrunde trat Schauspielass Uschi Busse als männersuchendes, spätes Mädchen in die Bütt. "Denn liebes Kind, glaube mir: Der Mann ist wie ein wildes Tier", hatte sie schon ihre Mutter gewarnt. "Wozu brauch ich än Mann, wenns a ä Frau sein kann. Un wenn schon ä bissel Bi, dann geht doch glei zu de katholische Fraue hie"¸ meinte sie nach erfolgloser Suche.

Heidi Busse löste mit ihrem Vortrag wahre Lachsalven aus. Nun war die Stimmung nicht mehr zu toppen. Als die im Handstand tanzenden Närrinnen Brigitte Lieder, Evi Pefferle Judith Wetzel, Katharina Wachtel in großartigen Kostümen nach dem Song "Hangover" temperamentvoll über die Bühne wirbelten, wurden sie und ihre Choreografin Margarete Scheffner mit einer weiteren Saalrakete belohnt.

Die Saal-Polonaise "Jetzt fliegen gleich die Löcher aus dem Käse " wurde von Pfarrer Schrimpf höchstpersönlich angeführt.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 12.02.2013

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