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Ilvesheim: Die Gruppe Fabulust macht Station im Schwarzen Salon der Schloss-Schule

Das Schloss östlich der Sonne und westlich des Mondes

Archiv-Artikel vom Montag, den 12.12.2016

Die Gruppe Fabulust. . .

. . .und die jugendlichen Platzanweiser.

© zg

Eine märchenhafte Klangreise versprach das Programmheft von Kultur im Dunkeln, dargeboten von der Gruppe Fabulust. Und märchenhaft, voller Spannung, schönen Bildern und Musikstücken war der Abend auch. Die völlige Lichtlosigkeit lässt jeden Zuhörer seine eigenen Bilder im Geiste malen und kreieren. "Man wird visuell nicht abgelenkt, man macht sich sein eigenes Bild, lässt sein eigenes Schloss entstehen", so die Meinung von Hagen, der zum ersten Mal Gast im Schwarzen Salon der Schloss-Schule Ilvesheim war.

Vom Weg zum Schloss östlich der Sonne und westlich des Mondes handelt das norwegische Märchen, welches Irmela Kopp gekonnt vortrug. Ein zum Eisbär verzauberter Prinz hält um die Hand eines armes Mädchens an. Sie willigt ein, durch Ungeduld und eine ungeschickte Handlung werden sie getrennt. Der Prinz muss zum Schloss östlich der Sonne und westlich des Mondes und dort eine Trollprinzessin mit einer drei Ellenlangen Nase heiraten. Doch hat sich das arme Mädchen und der Prinz längst ineinander verliebt. Das arme Mädchen macht sie sich auf den mühsamen Weg um die Hochzeit zu verhindern und doch noch ihren Prinzen zu finden, was über viele Umwege auch gelingt. Das Märchen wird so spannend erzählt, intensive Stille, ab und an ein Lachen oder ein Mitseufzen, je nach Situation, aber immer wieder meint man das intensive Zuhören förmlich zu spüren.

Die Dunkelheit genossen

Ein Märchen und Parabel für alle Altersklassen, für die Jungen auf der Jagd nach dem richtigen Prinzen, für die Reiferen auf der Jagd nach ihrem Traumziel, nach ihrem Glück. "Wichtig ist doch das Ziel immer vor Augen zu haben und sich durch keine Widerwärtigkeiten abhalten zu lassen", so das Fazit von Gunter Bratzel, dem Organisator der Kulturreihe.

Irmela Kopp, Erzählerin des Abends, genoss die Dunkelheit. Sie meint, es ist leichter im Dunkeln zu erzählen, man ist mit der Stimme ganz bei sich und mittendrin in der Geschichte. Man guckt nach innen und die Geschichte beginnt zu leben. Aufgeteilt in vier Bilder nimmt sie die Zuhörer vom ausverkauften Schwarzen Salon mit auf die Reise.

Zur richtigen Stimmung sorgte zu Anfang und zwischen den vier Erzählbildern Bernadette Pack mit ihrer Stimme und der Shruti Box. Ein Instrument das hervorragend zur mittelalterlichen Musik passt, diese ergänzt und trägt. Eine kräftige, reine und klare Stimme der man gerne lauscht. Vervollständigt wurde das Trio von Nelly Noack am Cello. Die wohlklingenden tiefen Töne, das sensible Spiel sind idealer Nährboden dem Geschehen der Erzählung zu folgen und den einzelnen Stationen und Plätzen des Märchens Raum zu geben.

Nach dem märchenhaften Abend gestand Bernadette Pack, dass Kultur im Dunkeln ihr sogar den Anstoß für ihre Solokarriere gab. Vor acht Jahren sang sie (damals mit den Toscaninis) zum ersten Mal Solo im Schutze der Dunkelheit vor Publikum. Welch Glück, dass sie inzwischen immer wieder auch bei Licht und in öffentlichen Konzerten auftritt. Für Nelly Noack dagegen war es der erste Auftritt in Dunkelheit. "Ich bin keine Auswändigspielerin, habe das beim Instrumentunterricht nicht mit auf den Weg bekommen. Für  mich ist die Erfahrung ein totaler Gewinn den ich nicht missen möchte und für den ich sehr dankbar bin."

Zwei Gäste, Herr und Frau Gilles, bemerkten zurecht nach dem Abend: "Man sollte Märchen nur im Dunkeln hören, es war wunderschön. Die Konzentrationsspanne ist viel höher als im Licht. Insgesamt eine gelungene Melange aus Märchenerzählung und Musik. Es war das ideale Geschenk meines Mannes zum Hochzeitstag".

Ein nicht unwesentlicher Beitrag zum Gelingen des Abends gewährleisteten die Schüler der Arbeitsgemeinschaft Kultur im Dunkeln der Schloss-Schule Ilvesheim. Freundlich, sicher und kompetent führten diese die Gäste an Ihren Platz oder zur Bar. Mancher Gast staunte: "Wie schaffen die das nur, mir das richtige Getränk in die Hand zu geben oder mein Geld zu wechseln." Es verschwinden die Grenzen. Wer ist hier eigentlich blind? Respekt und Vertrauen entstünden schnell und werde wohltuend erlebt.

Kein Wunder dass der Abend und die Vorführung von Fabulust mit lang anhaltendem Applaus belohnt und eine musikalische Zugabe gefordert wurde, an dem sich das Publikum gesanglich beteiligte. Mit diesem Klangteppich im Ohr und märchenhaften Bildern im Kopf endete dieser schließlich. Aber wie es in Märchen so ist, so war es auch an diesem Abend. Vorbeigeschaut hatte auch der Nikolaus. Er brachte allen Gästen noch einen Schokoladenlebkuchen für den Nachhauseweg und allen Schülern einen Schokoladen-Nikolaus. zg

© Mannheimer Morgen, Montag, 12.12.2016

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