Der Haushalt der Gemeinde Heddesheim muss den Vergleich mit jenen anderer Kommunen nicht scheuen. Finanziell steht die Gemeinde gut da, selbst wenn man über den Weg dahin anderer Meinung sein kann - wie aktuell im dritten Jahr die Fraktion der Grünen. Doch auch, wenn die Zahlen "stimmen": Dem Heddesheimer Haushalt fehlt, was in vielen anderen Gemeinden zur kommunalpolitischen Praxis gehört: die ausführliche öffentliche Beratung.
In Heddesheim findet die eigentliche Diskussion hinter verschlossenen Türen im Finanzausschuss statt. Ob sie ausführlich ist, kontrovers, kritisch oder sonst etwas, kann man nur mutmaßen. So bleibt den Bürgern verborgen, um welche Punkte die Räte ringen, wo sie Änderungen wünschen und welche sie erreichen - sprich: für was ihre gewählten Vertreter stehen. Die jährlichen Etat-Reden in der öffentlichen Gemeinderatssitzung, in der das Zahlenwerk in einem Rutsch verabschiedet wird, sind dazu nur wenig geeignet. In je rund zehn Minuten wird reingequetscht, was geht und schlimmstenfalls nichts mit dem örtlichen Haushalt zu tun hat. Mit wenigen Ausnahmen fehlt die Botschaft, bleibt zu vieles vage, unverbindlich und so erwartbar wie das Lob für den Kämmerer. Zu kommunalpolitischer Transparenz trägt dieses Prozedere nicht bei. In einem Jahr, in dem Heddesheim Bürgerbeteiligung groß schreibt, sollte der Gemeinderat auch das überdenken.
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