Rhein-Neckar:
Obwohl der Valentinstag nahezu überall präsent ist, sorgt er nicht unbedingt für mehr Umsatz im Einzelhandel
Romantiker ohne Lust auf Konsum
Von unserem Redaktionsmitglied Tanja Capuana
Viele Läden haben ihre Schaufenster zum Valentinstag mit Herzen oder Rosen dekoriert. Der Tag der Liebenden bringt dennoch nicht überall mehr Kundschaft.
© cap
Den heutigen Tag haben so manche Romantiker rot im Kalender angestrichen: Am Valentinstag feiern sie den Tag der Liebe. Der Brauchtum geht auf das Jahr 496 nach Christus zurück. Laut einer Legende traute Bischof Valentin von Terni heimlich Liebespaare nach christlichem Ritus und beschenkte sie mit Rosen aus seinem Garten. Er soll den Märtyrertod gestorben sein und zwar am 14. Februar. Bereits im alten Rom wurde der Göttin Juno am gleichen Tag gedacht: Frauen erhielten zu dieser Gelegenheit rote Rosen.
Valentinstag in der Werbung
Inzwischen nutzen auch viele Einzelhändler und Geschäfte das Fest, um Produkte wie Blumen und Süßigkeiten feilzubieten. Schaufenster erinnern mit roten Herzen und Rosenblüten an den Tag der Liebe. Das kommt aber nicht bei jedem gut an. Nicht wenige Menschen sind davon genervt, dass ihnen zu einem bestimmten Datum die Romantik fast schon aufgezwungen wird. Auch in einem Ladenburger Blumenladen hat die Verkäuferin für diesen Tag nichts übrig. "Es ist eine Katastrophe", klagt sie. "Die Preise sind seit vergangenem Wochenende enorm gestiegen." Etwa dreimal so viel wie üblich müsse sie bei Großhändlern für eine Rose hinblättern. "Die Blumenläden selbst verdienen am Valentinstag oft nichts daran", sagt sie. Der Großteil der Kunden, überwiegend junge Männer, käme spontan zum Blumenkauf. Als Renner gilt die rote Rose. "Es ist schließlich die Blume der Liebe."
Im Blumenladen "Florever" in Heddesheim ärgert sich Inhaberin Brigitte Huber ebenfalls über den Preisanstieg zum Valentinstag. "Die Blumen werden eine Woche vorher teurer." Als Konkurrenten sieht sie auch Super- und Baumärkte, die ebenfalls florale Grüße anbieten. "Wir haben Bestellungen für den Valentinstag", sagt Huber. Viele Bouquets würden am Valentinstag selbst auch spontan über die Ladentheke gehen.
Im Heddesheimer Edeka activ Markt Zipser locken Pralinen in speziellen Valentinstagverpackungen. Bereits seit Anfang der Woche herrsche eine große Nachfrage an Blumen und Süßem, berichtet Tina Villing, stellvertretende Marktleiterin.
Schmuck nicht beliebter
Schenkt man dem Volksmund Glauben, gelten Diamanten als beste Freunde der Frauen. So manche Dame freut sich über funkelnden Schmuck. Bei der Domhof Silberschmiede in Ladenburg scheint der Valentinstag jedoch kein Anlass für die Herren zu sein, ihrer Liebsten Schmuck zu schenken. Trotz liebevoll geschmücktem Schaufenster. Verkäuferin Carmen Kick vermutet, dass es auch daran liegen könnte, dass die Fasnacht ausgerechnet in die gleiche Woche fällt. "In der Fasnachtswoche haben die Leute andere Sachen im Kopf."
In Seckenheim bei Juwelier-Goldschmiede Ehmke bringt der Valentinstag ebenfalls keine zusätzliche Kundschaft. "Leider nicht", bedauert Christel Ehmke, Frau des Inhabers Ulrich Ehmke. Sie glaubt ebenfalls, dass viele Leute bis kurz vorher mit den närrischen Tagen beschäftigt sind.
In den Standesämtern in Ilvesheim, Schriesheim und Ladenburg werden heute keine Ringe getauscht. Für Andrea Grübel-Wenzel, die seit 1980 Standesbeamtin in der Inselgemeinde ist, ist das nichts Ungewöhnliches. "Der Valentinstag war für Trauungen bei uns noch nie ein Thema."
Leser-Kommentare
Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen