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Bildung: SEB-Club fordert zusätzliche Pädagogen / Unterrichtsausfall analysiert / Ministerium: Landesweit positiver Trend

„33 Gymnasiallehrer fehlen“

Von unserem Redaktionsmitglied Martin Geiger

Normalen Unterricht gibt es nach Ansicht der Schulelternbeiräte wegen der hohen Ausfallzeiten zu selten.

©  dpa

Der SEB-Club fordert 33 zusätzliche Lehrerstellen für die sechs Gymnasien der Stadt. Nach Angaben der Vereinigung der Schulelternbeiräte der Ludwigshafener Gymnasien fehlt etwa diese Zahl an Pädagogen, um alle Schulstunden wie geplant halten zu können. Das habe eine Auswertung ergeben, die der SEB-Club wieder zu Schuljahresbeginn durchgeführt hat.

Demnach fallen aus strukturellen Gründen durchschnittlich 1,9 Prozent des Unterrichts, also monatlich 108 Stunden, an den Gymnasien aus. Das bedeutet, diese können nicht wie ursprünglich angedacht gegeben werden, weil etwa Lehrerstellen bis zum Schuljahresbeginn nicht besetzt werden konnten. Zusätzlich sind im Monat September nach Angaben des SEB-Clubs insgesamt 1010 Stunden - durchschnittlich also 168 - ausgefallen, weil beispielsweise Lehrer krank geworden sind ("temporärer Ausfall").

Streit über Einordnung

In Ludwigshafen gibt es sechs Gymnasien, die im vergangenen Schuljahr 5407 Schüler besucht haben.

Deren Schulelternbeiräte haben den SEB-Club gegründet, in dem sie informell zusammenarbeiten.

Der SEB-Club hat die Ausfallzeiten nur anonymisiert veröffentlicht, um keiner Schule zu schaden.

Weitere Informationen zur Unterrichtsversorgung im Internet: www.unterrichtsversorgung.rlp.de

In insgesamt 741 Schulstunden (Durchschnitt: 124) stand darüber hinaus "eigenverantwortliches Arbeiten" auf dem Stundenplan. So wird die Zeit genannt, in der die Schüler im Klassenzimmer sitzen und selbstständig Aufgaben lösen oder sich anderweitig beschäftigen. Im Bildungsministerium des Landes wird das nicht als Unterrichtsausfall gewertet. Der SEB-Club sieht das anders: "Das ist für uns kein Unterricht", sagt Sprecherin Eva Bouffleur. "De facto ist da kein Lehrer in der Klasse", erklärt Alfred ten Haaf.

Zählt man alle diese Zeiten zusammen und teilt sie durch die Stunden, die ein Lehrer mit vollem Deputat geben könnte, kommt man auf 25 fehlende Stellen - auch wenn diese Rechnung nur ein Gedankenspiel ist. Praktisch lässt sie sich wegen der unterschiedlichen Ausbildung der Lehrer nicht umsetzen.

Doch die vereinigten Schulelternbeiräte sehen einen noch größeren Bedarf an Pädagogen. Denn sie haben auch die Überstunden der Gymnasiallehrer erfasst, die sich im September auf 766 (Durchschnitt: 128) summieren - und wieder "abgefeiert" werden müssen. "Eine Hypothek für die Zukunft", findet Eva Bouffleur. Diese macht umgerechnet noch mal acht Stellen aus, womit der SEB-Club auf 33 kommt.

Der Sprecher des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums wollte diese Zahlen gestern nicht kommentieren. "Zur lokalen Versorgung können wir noch nichts sagen", so Wolf-Jürgen Karle. Eine solche Auswertung läge erst im Dezember vor. Er verwies aber auf die vergangene Woche veröffentlichte Statistik, wonach insgesamt in den allgemeinbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz der durchschnittliche strukturelle Unterrichtsausfall von 2,4 auf 1,9 Prozent gesunken ist. Auch bei den Gymnasien war demnach landesweit ein positiver Trend zu erkennen: Dort gingen die strukturell bedingten Fehlstunden von durchschnittlich 3,5 auf 2 Prozent zurück.

In Ludwigshafen ist davon aber nichts zu spüren, sagt die stellvertretende SEB-Sprecherin Sabine Harant-Kasumov: "Wir haben keine Verbesserung der Situation hier." Das Einzige, was sich Jahr für Jahr ändere, sei die Schule, die in der Stadt am stärksten betroffen ist. Das bestätigt auch Eva Bouffleurs Rechnung: "Wir kommen nach wie vor wieder auf rund 33 Lehrerstellen, die fehlen."

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 22.11.2012

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