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Stadtentwicklung: Gut besuchter Rundgang mit Verein Rhein-Neckar Industriekultur zu Bauten der 1920er Jahre

„Alchemyst“ schmückt Fassade

Archiv-Artikel vom Montag, den 31.08.2015

Vor der Raschig-Ville erklärte Ludwigshafens oberster Denkmalschützer Matthias Ehringer viele Details in der Bau- und Fassadengestaltung beim Rundgang mit dem Verein Rhein-Neckar Industriekultur.

©  Prosswitz

Bauliche Schätze, die auch eingefleischte Ludwigshafener nicht kennen, gab es gestern beim Rundgang des Vereins Rhein-Neckar Industriekultur zu sehen. Die "Tage der Industriekultur" in der Region waren gut besucht. Auch zum Rundgang "Der Baustil der 1920er Jahre in LU-Süd" zog es über 30 Teilnehmer. Sie folgten dem obersten Denkmalschützer der Stadt, Matthias Ehringer, und Barbara Ritter vom Vorstand des Vereins. Etwa die Hälfte der Teilnehmer kam aus Mannheim.

Startpunkt war das Shellhaus in der Mundenheimer Straße: Ein Objekt, das Ritter zu ihrem "Liebling" in Ludwigshafen erklärte. "Es gibt viel zu entdecken in der Nachbarstadt" - dieser Aussage pflichteten ihr viele Teilnehmer nach dem knapp dreistündigen Rundgang bei, wie Magdalena Schlotter aus Mannheim: "Ich weiß fast nichts von Ludwigshafen", gab sie zu.

Shellhaus "gut in Schuss"

Das Shellhaus gehört dem Land Rheinland-Pfalz und ist ungenutzt, seit eine Nebenstelle des Finanzamts ausgezogen ist. Ehringer hob die moderne Architektur - der Bau stammt aus dem Jahr 1927 - hervor mit den gebänderten Ziegeln, den Sprossenfenstern und dem Flachdach. Bis auf leichte Frostschäden in der Fassade sei das Gebäude auch "gut in Schuss", so sein Eindruck. Im Lauf der Bauzeit sei allerdings das Geld ausgegangen, berichtete Ehringer: "Die Akte liest sich wie ein Sparschwein", meinte er grinsend.

Auf dem Weg zur Raschig-Villa berichtete er, dass in Deutschland im Laufe der 1960er Jahre noch so viel denkmalwürdige Substanz zerstört wurde wie im ganzen Zweiten Weltkrieg. Die Raschig-Villa, die direkt am Rand des Werksgeländes gebaut wurde, ist von Privatleuten bewohnt. "Das ist in Ludwigshafen wohl auch einmalig, dass wir so viel Wohnbebauung direkt an Chemiefabriken haben", stellte er fest.

Obwohl die Villa zur gleichen Zeit gebaut wurde wie das Shellhaus, ist sie optisch anders gestaltet: ein Putzbau mit Gaubenfenstern. Eine Portalfigur zeigt einen "Alchemyst" mit einer kleinen Siphonflasche. "Ich ärgere mich natürlich über die Kunststofffenster", schimpfte Ehringer. Denkmalschutz sei immer ein Kompromiss und er versuche durch Beratung ein Bewusstsein zu schaffen.

Das gelinge auch bei Unternehmen wie den Hafenbetrieben, die zum Beispiel einen Kran erhalten oder die Pegeluhr - die nächste Station auf dem Rundgang - auf der Parkinsel künftig regelmäßig warten lassen wollen. Auch bei der Eigentümerin des Straßenbahndepots, die dieses Gebäude zu Wohnungen und Gewerbe umbauen lässt, habe er viel bewirkt. "Mit Beratung wird es nicht viel teurer, aber viel toller", sagte Ehringer lachend. Hierhin gelangten die Rundgänger durch die alten Hafenanlagen, weiter ging's zum Geschwister-Scholl-Gymnasium. Überall machten Ehringer und Ritter auf Details aufmerksam, die beim raschen Vorübergehen übersehen werden. "Das hat sich wirklich gelohnt und Herr Ehringer hat unheimlich anschaulich erklärt", fasste Monika Simikin zusammen. bur

© Mannheimer Morgen, Montag, 31.08.2015

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