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Soziales: Kinderschutzbund bietet viele Hilfen für bedürftige Familien / Feier am Freitag zum 40-jährigen Bestehen

„Armut ist ein großes Thema“

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Schrott

Kleidung, Schuhe und Spiele bietet das "Stöberstübchen" für bedürftige Familien an. Marion Schneid (links), Vorsitzende des Kinderschutzbundes, und Mitarbeiterin Ute Beuchert freuen sich über die dafür erhaltenen Sachspenden.

© Schrott

Ludwigshafen. Sie kümmern sich nicht nur um Kinder, die geschlagen und vernachlässigt werden. Sie helfen auch Familien in Krisensituationen, etwa wenn psychische Problemen zu massiven Konflikten führen, oder vermitteln Tagesmütter zur Betreuung von Kleinkindern. Vielfältig engagieren sich die Mitarbeiter des Kinderschutzbundes, der am Freitag sein 40-jähriges Bestehen feiert. "Ein großes Thema ist weiterhin die Kinderarmut. Sie hat sich in den vergangenen Jahren in der Stadt zwar nicht weiter verschärft, fordert uns aber in mehrfacher Weise", sagt Vorsitzende Marion Schneid im "MM"-Gespräch. Deshalb startet der Verein regelmäßig eine Wunschzettelaktion. In Einzelfällen leistet er auch direkte Hilfen - etwa beim Kauf von Kleidungsstücken und bei der Übernahme von Ausflugskosten.

"Wenn eine Familie so wenig Geld hat, dass ihr Kind deswegen nicht an einer Schulfreizeit der Klasse teilnehmen könnte, tragen wir die Fahrtkosten", nennt Scheid ein Beispiel. Gleiches gelte für ein Mädchen mit starken motorischen Einschränkungen, das nicht zur Schule laufen kann und dem ansonsten kein Maxx-Ticket bezahlt würde. Generell gibt der Kinderschutzbund indes kein Bargeld, sondern händigt den Familien Gutscheine aus. "Damit wollen wir sicherstellen, dass auch der beabsichtigte Zweck erfüllt wird", sagt Schneid.

418 Wünsche erfüllt

Kinderschutzbund

  • Für den Kinderschutzbund sind 16 hauptamtliche Teilzeitkräfte und 80 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig.
  • Der Verein hat 240 Mitglieder.
  • Das Jahresbudget liegt bei rund 600 000 Euro. Stadt und Land geben einen Zuschuss von insgesamt 400 000 Euro. Die restliche Summe wird über Spenden gedeckt.
  • Die Geschäftsstelle des Kinderschutzbundes ist in der Bahnhofstraße 83 untergebracht.
  • Dort befindet sich auch das "Stöberstübchen". Der Second-Hand-Laden ist dienstags von 9 bis 16 Uhr sowie mittwochs und donnerstags jeweils von 9 bis 12 Uhr geöffnet.
  • Das 40-jährige Bestehen feiert der Verein am Freitag, 24. März, 19 Uhr, im Pfarrzentrum St. Michael (Maudach) mit einem Festvortrag von Anne Katrin Künster (Ulm).
  • Weitere Informationen unter Tel. 0621/52 52 11.

Die Wünsche von Kindern aus bedürftigen Familien sammelt der Verein stets in der Adventszeit. Die Zettel hängen an Weihnachtsbäumen im Rathaus-Center. Dank der Spenden von Passanten kann der Kinderschutzbund unter anderem Elektronik- oder Bekleidungsartikel kaufen. 418 Kinderwünsche wurden somit im Vorjahr erfüllt - 3844 sind es seit Beginn der Aktion im Jahr 2007.

Auf rege Nachfrage stößt auch das 2013 eröffnete "Stöberstübchen" in der Bahnhofstraße, in dem gebrauchte Kleidung und Spielsachen an bedürftige Familien und Alleinerziehende zu einem günstigen Preis verkauft werden.

Einen langfristigen Effekt, um Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern, verspricht sich der Verein von einer Kooperation mit der Kinder- und Jugendkunstschule unARTig sowie der Gräfenauschule und der Kita Westend. "Beim kreativen Gestalten öffnen sich die Kinder und verbessern dabei auch ihr Sprachvermögen", betont Schneid. Die gleiche Absicht verfolgt der Verein mit einer Singklasse, die er zusammen mit der städtischen Musikschule in der Ernst-Reuter-Schule anbietet.

Ein Dauerbrenner im Programm sind hingegen die Selbstbehauptungskurse - getrennt für Mädchen und Buben. Dort erhalten sie Ratschläge, wie sie sich in heiklen Situationen verhalten und wehren können, ohne gewalttätig zu werden. Groß ist die Nachfrage für die Kurse seit Jahren. Eingestellt hat der Verein jedoch die Organisation von Kinderflohmärkten. "Wir stellten fest, dass viele Erwachsene bei den Verkaufspreisen die Kinder über den Tisch gezogen haben", erzählt Schneid.

Generell sieht sie den Kinderschutzbund gut aufgestellt - mit "passgenauen Angeboten." Zusätzliche ehrenamtliche Mitarbeiter, etwa für das Elterntelefon seien aber willkommen. Gleiches gilt für Spenden: "Es wird immer schwieriger, Zuwendungen zu erhalten."

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 21.03.2017

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