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Umwelt: Mehrere Fälle von verendeten Vögeln / Tierschutzvereine raten zu biologischer Schädlingsbekämpfung

Pflanzengift kann Vögel töten

Von unserem Redaktionsmitglied Yasmin Akbal

Kein Vogelzwitschern zum Aufstehen, kein Um-die-Wette-Tschirpen zum Morgenkaffee: Als sie vor wenigen Tagen den Nistkasten in ihrem Garten kontrollierte, bot sich einer Anwohnerin aus Edigheim ein trauriger Anblick: Sieben junge Meisen lagen tot in ihrem Nest. Für Alfred Pfeiffer, Vorsitzender des Vogelvereins in Oppau, ist dies keine ungewöhnliche Meldung. Bereits zehn Mal wurde er in diesem Jahr über ähnliche Fälle in Oppau und Umgebung informiert.

"Die Dunkelziffer ist vermutlich höher, da die toten Vögel nicht immer gefunden beziehungsweise nicht alle Fälle gemeldet werden", erklärt Pfeiffer. Auch wenn die Todesursache äußerlich kaum zu erkennen sei, vermutet er, dass die zumeist jungen Tiere vergiftet wurden. Zu dem Entschluss kommt er angesichts der ausgestreckten Glieder der scheinbar gesunden Vögel. Metasystox und E 605, auch als "Schwiegermuttergift" bezeichnet, da es in der Vergangenheit für Suizide und Morde missbraucht wurde, vermutet er als Todesursache. Diese unter Gartenbauern geächteten Pflanzenschutzmittel seien nicht mehr im Handel erhältlich, ihr Gebrauch gesetzlich verboten. "Dennoch haben viele Gartenbesitzer und Hobbygärtner noch Restbestände und setzen diese aus Unwissenheit auch ein", erklärt Pfeiffer verärgert.

"Wird das sich im Todeskampf befindende vergiftete Ungeziefer von den Altvögeln aufgegriffen und damit die Jungtiere gefüttert, so sterben nicht nur die Nestlinge, sondern auch deren Eltern an dem Gift", erklärt Monika Deutsch-Bunke, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Ludwigshafen, die jüngsten Todesfälle. Auch sie habe in letzter Zeit Meldungen über verendete Vögel erhalten.

Deutsch-Bunke appelliert an Gartenbesitzer, bei der Bekämpfung von Ungeziefer auf Gifte zu verzichten. Natürliche Feinde von Raupen und Würmer seien die Vögel selbst, erklärt Alfred Pfeiffer. "Meisen, Rotkehlchen und Amseln, die fressen gerne das Ungeziefer." Marienkäfer hingegen würden den Blattläusen zu Leibe rücken. Auch ein Hausrezept gegen die vielen Gärtnern lästigen Kriech- und Krabbeltierchen weiß Pfeiffer: Brennnesselwasser. Einfach diese Pflanzen in Wasser einlegen, bis sie faulen, und dann mit der verdünnten Lösung die befallenen Pflanzen gießen. Am besten morgens oder abends, wenn die Sonneneinstrahlung nicht zu stark ist.

Von der Verwendung von Pestiziden, die auf synthetischer Basis beruhen, rät auch Armin Vogelgesang von der Naturschutzbund (NABU)-Gruppe Ludwigshafen ab. Sehr gut könne man den Schädlingen mit dem Hausmittel Schmierseifenlösung oder dem auf pflanzlicher Basis beruhenden "Pyrethrum" an den Kragen gehen. Um die natürlichen Feinde der Würmer anzulocken, sollte man beispielsweise Vögel-Brutkästen im Garten aufhängen.

Pestizide rechtzeitig sprühen

Pestizide können auch Menschen schaden, warnt Alfred Pfeiffer. "Viele Kleingärtner spritzen jetzt ihre Obstbäume, um die Früchte vor Schädlingen zu schützen. Das Gift braucht jedoch sechs Wochen, bis es abgebaut ist." Wer sein Obst vor dieser Frist ernte, dem drohen Spätfolgen wie Nierenversagen. Großbauern hingegen würden ihre Felder früher spritzen, so dass Verbraucher das Gemüse und Obst problemlos essen könnten.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 25.05.2011

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