Seniorenförderung:
Stadt dankt Ehrenamtlichen mit Helfertreffen in Oggersheim / 130 Frauen und Männer tätig
Weber: Gelebte Gemeinschaft gibt viel zurück
Von unserem Mitarbeiter Martin Vögele
Gerlinde Weber stellt sich für den Fotografen mit dem Rücken zu den Senioren, die sie zu Gymnastikübungen anleitet.
© Blüthner
"Das ist so etwas Wunderschönes, eine ehrenamtliche Tätigkeit zu haben, wo man selber Kraft daraus schöpft, wo man so viel zurückbekommt", erklärte Gerlinde Weber. Die Gartenstädterin hat 1980 damit begonnen, eine Gymnastikgruppe in Friesenheim zu leiten. Zunächst mit 25 Teilnehmern - inzwischen sind 120 angemeldet, wie die 65-Jährige berichtete.
Weber ist eine von rund 90 Ehrenamtlichen, die mit ihrer Arbeit die Seniorenförderung der Stadt unterstützen und gestern Mittag zu einem Helfertreffen in der Oggersheimer Gaststätte "Zur alten Turnhalle" zusammenkamen. Unter ihnen auch Lore Frech (kleines Bild): Die 77-Jährige leitet seit zwölf Jahren ehrenamtlich den Seniorentreff in Oppau, den sie vormals ab 1982 hauptamtlich betreut hatte. "Die Arbeit macht mir immer noch Spaß", erläuterte sie: Handarbeit, Kegeln, jeden Monat ein Ausflug mit den Senioren gehören etwa zum Angebot der Einrichtung. Seit neun Jahren organisiert Frech zudem einen Basar, dessen Erlös einem guten Zweck zugutekommt - gut 8000 Euro seien auf diese Weise bereits gespendet worden, bilanzierte die Oppauerin.
Auch in der Gruppe von Gerlinde Weber geht es nicht allein darum, durch Bewegung gesünder älter zu werden: "Das ist nicht nur Gymnastik machen, sondern eine gelebte Gemeinschaft", in der beispielsweise auch verschiedenen Feste zusammen gefeiert werden. Eine Gemeinschaft, die sich auch für andere einsetzt: So habe auch ihre Gruppe über viele Jahre gesammelt und Geld für den "Urlaub ohne Kofferpacken" in Ramsen gespendet.
Jedes Jahr wird das traditionelle Helfertreffen mit Musik - heuer von Akkordeonist Helmut Ebert - und gemeinsamen Essen von der städtischen Seniorenförderung organisiert. Seit über 50 Jahren, wie Abteilungsleiterin Theresa Lee ausführte, die bei der Veranstaltung den Vorsitzenden des Seniorenrates, Heinz-Dieter Philippi, und seine Vorstandskollegen als Ehrengäste begrüßen konnte. Einerseits diene das Treffen dazu, den Ehrenamtlichen Dank zu sagen. Gleichzeitig solle es ihnen jedoch auch eine Gelegenheit geben, sich kennenzulernen und miteinander auszutauschen. "Die Seniorenarbeit, wie wir sie bei uns in Ludwigshafen seit vielen Jahren haben, wäre gar nicht machbar und leistbar, wenn es Sie alle nicht gäbe, wenn es ihr Engagement nicht gäbe. Das ist einfach beeindruckend", betonte Lee in ihrer Dankesrede, die sie stellvertretend für den Bürgermeister und Sozialdezernenten Wolfgang van Vliet hielt. Er hatte krankheitsbedingt absagen müssen.
Insgesamt sind es über 130 Helfer, die in vielfältigen Bereichen in der Seniorenförderung tätig sind. Sei es bei der Seniorennaherholung in Ramsen, im "Café Alternativ" und "Café Klick", in den fünf Schwerpunktzentren wie "LU kompakt", dem "Vital-Zentrum" oder dem neuen "Komm R(h)ein! Rheingönheim". Auch in den acht Seniorentreffs, in den Kreativ-Gruppen oder bei Aktionen wie dem "Tag der Bewegung" helfen die Ehrenamtlichen; ebenso sind sie etwa beim Seniorenchor oder in den Hausbeiräten der Seniorenwohnhäuser aktiv. "Sie waren übers ganze Jahr für die anderen da - und der heutige Nachmittag ist für Sie", bekräftigte Theresa Lee.
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