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Kraftfahrzeuge: Nicht nachgerüstete Dieselfahrzeuge müssen ab Januar Umweltzonen umfahren / Kleinlaster „geplündet“

Auch Diebe sind heiß auf Partikelfilter

Von unserem Redaktionsmitglied Michaela Roßner

Ab Januar darf man nur noch mit grüner Plakette in die Umweltzonen - auch Heidel-berg und Mannheim - fahren. Partikelfilter können nachgerüstet werden.

© dpa

Rhein-neckar. Ende Dezember endet die Schonfrist für Dieselfahrzeuge, die nur eine gelbe Feinstaubplakette haben: In Umweltzonen wie den Stadtgebieten von Mannheim und Heidelberg haben sie dann nichts mehr zu suchen. Wer seinen Wagen mit einem Partikelfilter nachrüstet, kann sich nachträglich eine grüne Plakette sichern. Das haben laut Kfz-Innung Rhein-Neckar/Odenwald bereits 1400 Autobesitzer in der Metropolregion erledigt. Ganz heiß auf dieses Auspuffteil sind auch Diebe: Auf beiden Rheinseiten haben Unbekannte bereits serienweise die Rußpartikelfilter ausgebaut.

"Es sind immer Kleintransporter", berichtet Jürgen Engelhardt, Sprecher der Heidelberger Polizei. So gab es in Meckesheim jüngst folgenden Fall: Unbekannte schraubten an drei Fahrzeugen die Partikelfilter ab. Der Schaden summierte sich hier auf 5000 Euro.

Einbruch in Postgelände

Partikelfilter nachrüsten

  • In die Umweltzonen in Mannheim und Heidelberg darf man ab 1. Januar 2013 nur noch mit grüner Umweltplakette fahren.
  • In Baden-Württemberg gibt es 24 Umweltzonen, im restlichen Deutschland 13 weitere.
  • Wer seinen Diesel bis Dezember 2012 mit einem Partikelfilter nachrüstet, kann bis zu 330 Euro aus einem Förderprogramm des Bundes bekommen (www.bafa.de).
  • Nachrüstungen, die im kommenden Jahr durchgeführt werden, werden 2013 mit maximal 260 Euro bezuschusst.

Noch härter traf es die Deutsche Post am 20. Juli in Heidelberg: Zeugen beobachteten, wie zwei dunkel gekleidete Unbekannte nach Mitternacht in das Betriebsgelände am Czernyring eingedrungen waren. Dort bauten sie an 15 Kleinlastern die Katalysatoren ab. Schaden: 45 000 Euro. Zwei Wochen zuvor bekam ein Autohaus in Wiesloch Besuch von ganz spezieller "Kundschaft": Die Diebe montierten an acht Fahrzeugen herum und nahmen Abgas-"Töpfe" im Wert von 20 000 Euro mit. Die Post trifft es auch bundesweit immer wieder, wohl wegen ihrer großen Flotte an Kleintransportern. In Köln wurde gerade ein Fall bekannt, bei dem am Morgen an 25 Transportern die Partikelfilter fehlten. Schaden: 75 000 Euro.

Über die Täter, bestätigt Engelhardt, wisse man "nicht viel". Vermutet werde, dass sie es auf das im Partikelfilter enthaltene Platin abgesehen haben könnten. Die Fälle konzentrieren sich indes nicht auf eine Region oder ein Bundesland. In Bensheim montierten Kriminelle vor ein paar Tagen nach einem Einbruch in eine Firma die Auspuffanlage samt Katalysator von einem Mercedes Sprinter ab. Schaden: 2500 Euro. In der Nacht zum 21. November schlugen "Spezialisten" auf dem Gelände eines Autohauses in Neustadt zu. An sieben Sprinterfahrzeugen wurden die Anlagen ausgebaut und die Partikelfilter entwendet. Die restlichen Teile deponierten sie, laut Polizei "transportbereit", auf dem Gelände. Der Schaden addierte sich auf mehrere Tausend Euro. Ob es weitere Fälle im Bereich des Polizeipräsidiums Ludwigshafen gibt, vermochte Sprecher Michael Lindner nicht zu sagen, weil die Statistik sie nicht gesondert ausweise. Als Straftatbestand komme "schwerer Diebstahl" infrage.

Besonders ärgerlich, wenn die Diebe bei einem gerade neu nachgerüsteten Wagen zuschlagen. Denn je nach Fahrzeugmodell und Alter des Wagens kostet der Einbau zwischen 400 und 1600 Euro. Bis Jahresende gibt der Staat einen Zuschuss von bis zu 330 Euro. Die Nachfrage war groß: 1400 Autobesitzer der Region haben nachträglich einen Rußpartikelfilter einbauen lassen. Die meisten Nachrüstungen verzeichnete die Kfz-Innung im März und April, erklärt Pressesprecher Dietmar Clysters. "Und jetzt, im November und Dezember, gab es noch einen Schub", ergänzt der Kfz-Obermeister.

Wer sich bisher noch nicht dazu entschließen konnte, seinen Diesel nachzurüsten, solle sich sputen, rät er. Denn im neuen Jahr bekommt man pro Austausch nur noch maximal 260 Euro staatliche Unterstützung. Noch bis 15. Februar 2013 kann man beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle die Unterstützung beantragen.

Dass die Rußpartikelfilter-Diebe eigene Fahrzeuge "nachrüsten", ist wohl eher unwahrscheinlich: Der Einbau muss in einem Kfz-Meisterbetrieb erfolgen, der auch Abgasuntersuchungen durchführt. Die Einbaubestätigung benötigt man, um den Eintrag in die Fahrzeugpapiere bei der Zulassungsstelle zu beantragen. Sonst gibt es weder eine grüne Plakette noch eine staatliche Einbauunterstützung.

Dienstag, 11.12.2012

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