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Kriminalität: Die drei Tatverdächtigen sollen für zwei Gewaltverbrechen an Unternehmern aus der Region verantwortlich sein 

Ermittler fügen Puzzleteile zusammen

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 10.01.2017

Von unserem Redaktionsmitglied Simone Jakob

Frankenthal. Trauer und Fassungslosigkeit über den Tod des Ludwigshafener Unternehmers Ismail Torun prägen den Tag seiner Beisetzung in Samsun an der türkischen Schwarzmeerküste. Einen ersten vorsichtigen Schritt zurück in eine Normalität ohne Angst bedeutet in seiner Wahlheimat die Festnahme von zwei Männern und einer Frau, die für seinen gewaltsamen Tod verantwortlich sein sollen.

Beschuldigte türkischstämmig

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankenthal sollen die beiden 49 und 37 Jahre alten Männer und die 42-Jährige auch für den Mord an einem 64 Jahre alten Mann aus dem ehemaligen Jugoslawien verantwortlich sein, dessen Leiche am 26. November in der Nähe des Willersinn-Freibads in Ludwigshafen (wir berichteten) von einer Spaziergängerin entdeckt worden war. "Der Untersuchungshaftbefehl lautet auf zweifachen Mord", sagt der Leiter der Anklagebehörde, Hubert Ströber, auf Nachfrage dieser Zeitung. Die drei Beschuldigten seien türkischstämmig, hätten aber unterschiedliche Nachnamen. Ihre verwandtschaftlichen Beziehungen sind laut Ströber Gegenstand der Ermittlungen. Eine Festnahmeaktion sei am Wochenende in Frankenthal über die Bühne gegangen.

Teilangaben gemacht

Ob das Trio den Gründer und Firmenchef der Torun Group GmbH entführt hat und für seine unversehrte Rückkehr ein Lösegeld von einer Million Euro kassieren wollte, das in Mannheim übergeben wurde - wie ein Geschäftspartner Toruns dieser Zeitung bei der Trauerfeier in der Friesenheimer Mevlana-Moschee erzählt hat - will der Chef-Ankläger weder dementieren noch bestätigen. "Die drei Beschuldigten haben Teilangaben gemacht, die jetzt überprüft werden müssen. So lange das nicht geschehen ist, kann ich dazu aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen." Außerdem soll einer der Beschuldigten in einen Betrugsfall in Frankenthal um nicht bezahlte Werbeanzeigen verwickelt sein. Dabei geht es um einen Schaden von 300 000 Euro.

Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, möchte der Leitende Oberstaatsanwalt nicht offenlegen, welches Puzzleteil die Ermittler darauf gebracht hat, dass der Tod Toruns und der Fall des ermordeten 64-Jährigen im November zusammenhängen. "Sagen wir mal so, wir konnten gewisse Parallelen feststellen, die uns den Schluss erleichtert haben." So seien in beiden Fällen Unternehmer die Opfer gewesen, "darüber hinaus standen finanzielle Interessen im Mittelpunkt", lässt sich Ströber ein wenig in die Karten schauen. Wie wohlhabend beispielsweise der ermordete 64-Jährige war, zeige sein in der Mannheimer Karlsternstraße aufgefundenes Auto. "Das war ein Mercedes SL 63 AMG, der einen Wert zwischen 150 000 und 200 000 Euro hat", berichtet der Behördenleiter. Ob Toruns Auto in der Mannheimer Industriestraße abgestellt war, will er indes nicht kommentieren. Nur so viel, "der Wagen ist am Freitagvormittag gegen 10 Uhr entdeckt worden." Die Familie, die in Mutterstadt lebt, habe den 49-Jährigen am Donnerstagabend als vermisst gemeldet.

Hinweise, dass es in der Region noch weitere ähnliche Fälle gegeben hat, bei denen wohlhabende Unternehmer Ziel von Angriffen waren, habe man derzeit nicht. Spekulationen um die Mafia und Schutzgelderpressungen verweist der Chef der Frankenthaler Staatsanwaltschaft ins Reich der Fantasie.

Hoffen auf Hinweise

Die Ermittler hofften nun, dass sich Zeugen melden, die möglicherweise verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. "Wenn zwei Unternehmer getötet werden, dann wissen Betroffene schon, wenn ein Vorfall dazu passt und melden sich hoffentlich bei uns." Auch das vertrauliche Telefon, das anonyme Hinweise ermöglicht, sei geschaltet. "Doch je mehr sich jemand zu seinen Angaben bekennt, desto mehr können wir damit anfangen."

Die Festnahme der mutmaßlichen Mörder kann den Schmerz von Ismail Toruns Familie, der auch drei Söhne und eine Tochter hinterlässt, von Freunden, Gemeindemitgliedern und Geschäftspartnern nicht lindern. Sie nimmt aber unglaublich viel Angst.

Dienstag, 10.01.2017

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