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Schriesheim: Bürgermeister Höfer empfängt Nachfahren früherer Auswanderer nach Dänemark

Zu Gast in der Heimat ihrer Vorfahren

Archiv-Artikel vom Samstag, den 13.06.2015

BM Höfer (2. v. l.) mit den Nachfahren der Auswanderer nach Dänemark.

©  greg

"Back to the Roots" machten sich 46 Dänen auf, um der Heimat ihrer Vorfahren einen Besuch abzustatten. 1759 folgten Bürger aus Schriesheim und dem Odenwald dem Ruf des dänischen Königs Friedrich V. und wanderten mit Frau und Kindern nach Dänemark aus, um die kargen und ärmlichen Heiden zwischen Viborg und Herning in fruchtbaren Ackerboden zu verwandeln. Damals hatte Dänemark gerade den Krieg gegen Schweden verloren.

"Für die Dänen war es damals schwer, das Land alleine landwirtschaftlich zu bearbeiten", erläuterte Aksel Kramer, der als Übersetzer der Gruppe fungierte, die geschichtlichen Hintergründe. "Wären die Deutschen nicht gewesen, so wäre Jütland eine Heidelandschaft geblieben". Gelockt wurden sie damit, dass sie 20 Jahre lang keine Steuern zahlen brauchten, und sie bekamen neben Land auch Vieh und Saatgut. Dies wiederum brachte viele Einheimische gegen sie auf.

Manche kehrten zurück

Das Leben, das die Einwanderer vorfanden, war hart, der Boden karg und unfruchtbar. So kehrten viele Dänemark wieder den Rücken und in ihre alte Heimat zurück oder folgten dem Ruf der Zarin und versuchten ihr Glück an der Wolga.

Diejenigen, die blieben, kamen auf die Idee, in Jütland Kartoffeln anzubauen und machten so die verachteten Knollen, die man bislang den Schweinen vorwarf, salonfähig.

Jetzt nach mehr als 250 Jahren kamen die Nachfahren jener Auswanderer für einige Tage in die alte Heimat. Längst sprechen sie kein Deutsch mehr. Doch das Interesse, die eigenen Wurzeln kennenzulernen, war derart groß, dass sich die Gruppe für einige Tage nach Deutschland aufmachte.

Unter ihnen ist auch die Familie Agricola, die damals in der Schriesheimer Herrengasse wohnte. Vieles weiß die Nachfahrin Inge Christiansen nicht mehr über sie. Nur, dass ihr Urahn Sohn eines Pfarrers war. Sie habe die Heimat ihres Vorfahren schon vor neu Jahren besucht, berichtete sie. Doch für die meisten war es der erste Besuch.

Begrüßt wurden die Gäste im großen Rathaussaal vom Bürgermeister Hansjörg Höfer, der dann auch gleich den Gästen Schriesheim vorstellte. Unter anderem erläuterte er die Sitzverteilung im Ratssaal. Begrüßt wurden die Gäste auch von Pfarrerin Suse Best, die im Anschluss die Gruppe zu einem Besuch in die evangelische Kirche einlud. So betrat die Gruppe durch den Haupteingang das neu restaurierte Gotteshaus und nahm die Sitzbänke ein. Es folgten Minuten der Meditation, und danach erklärte Best den Besuchern die Architektur der Kirche.

Zu einem Umtrunk und Gesprächen ging es in das neue Begegnungszentrum, bevor sich die Gruppe auf eine Stadtführung aufmachte. Von der Fülle der Eindrücke waren die Gäste beeindruckt. Am Nachmittag ging es nach Heidelberg. Auf dem Programm dort stand ein Besuch der Providenzkirche. greg

© Mannheimer Morgen, Samstag, 13.06.2015

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