Buchen.
"Wohnen, Einrichten, Leben." Unter diesem Motto fand kürzlich in Köln die internationale Möbelmesse "imm" statt, auf der die traditionsreiche Buchener Polstermöbelfabrik Franz Fertig ihr Programm und vor allem ihre Neuheiten der internationalen Fachwelt präsentierte.
In den sieben Öffnungstagen wurden über 140 000 Besucher (Facheinkäufer und private Möbelinteressenten) aus 137 Ländern auf der weltweit führenden Einrichtungsmesse registriert. Diese Zahl überrascht keineswegs, wenn man bedenkt, dass einschließlich der integrierten Küchenausstellung "Living Kitchen" auf rund 280 000 Quadratmetern Hallenfläche die ganze Bandbreite des Einrichtens und Wohnens vorgestellt wurde.
Mittelpunkt der Möbelwelt
1250 Aussteller aus über 50 Ländern präsentieren dabei was derzeit "in" ist in den einzelnen Wohnbereichen. Die "imm" war für sieben Tage der Mittelpunkt der globalen Möbelwelt, war Weltmetropole für Möbel, Design und Trends.
Fachverbände und Veranstalter zogen einhellig eine positive Bilanz. Der wohl witterungsbedingt etwas schwächere Ansturm deutscher Besucher sei durch verstärktes Echo aus dem Ausland, insbesondere aus Osteuropa und Asien, egalisiert worden. Beachtliche 42 Prozent der Fachbesucher waren aus dem Ausland nach Köln gereist. Die dadurch verstärkten internationalen Kontakte wurden aus der deutschen Möbelindustrie sehr positiv bewertet, auch mit der Ordertätigkeit zeigten sich viele Hersteller zufrieden.
Besonders angetan zeigte sich die Möbelbranche vom steigenden Zuspruch der Endverbraucher. Über 45 000 Gäste besuchten während der Publikumstage das "weltgrößte Möbelhaus", was insbesondere beim deutschen Möbeleinzelhandel Erwartungen auslöst und Hoffnungen weckt.
Von einem regelrechten "Neuheiten-Feuerwerk" sprachen die Messeorganisatoren, in dem viele neue Trends erkennbar seien. So sei beispielsweise das "Thema Natur" ein regelrechter "Megatrend" bei Materialien und Dekorationen, wo-durch sich Einrichtern und Käufern eine enorme Individualität hinsichtlich der Gestaltungsvielfalt eröffne. Polstermöbel werden etwas kleiner und deren Formen weicher, bei den Bezügen scheinen gemusterte Dessins in vielen Variationen im Kommen.
Die Funktionalität gewinnt immer mehr an Bedeutung. Auch hinsichtlich der Farben zeichnet sich wohl eine Trendwende ab - Weiß ist auf dem Rückzug, Grau kommt stärker auf. Insgesamt aber wird die Farbenvielfalt eher größer. Bei den Möbelhölzern sind die heimischen Holzarten wieder stärker gefragt, die Exoten verlieren Anteile. Eiche ist inzwischen zur beliebtesten Holzart geworden. Unverkennbar ist auch der steigende Stellenwert der Nachhaltigkeit - nachwachsende einheimische Hölzer, Wolle bei den Möbelbezügen und auch Leder erfreuen sich wachsender Nachfrage.
Positives Messe-Resümee
Ein durchaus positives Messe-Resümee zieht man auch bei der Buchener Sitz- und Liegemöbelfabrik Franz Fertig, die ihr Programm im Rahmen des attraktiv gestalteten Messestands der Vertriebsgemeinschaft "die collection" präsentierte. Zwar habe die Besucherfrequenz stagniert, doch die Qualität der Kontakte und vor allem neue Verbindungen glichen dies weitgehend aus. Insgesamt sah man sich bei Fertig hinsichtlich der eingeschlagenen Modellpolitik bestätigt. So konnte man einen stärkeren Trend zur Wohngruppe registrieren, für die Produktion im Odenwald durchaus willkommen.
Natürlich spiele die Multifunktionalität der Modelle nach wie vor eine große Rolle. Richtigerweise habe man den Trend zum per Knopfdruck elektrisch verwandelbaren Polstermöbel rechtzeitig erkannt und mit dem komplett per Motor verwandelbaren Sofa die Serie innovativer Neuentwicklungen kontinuierlich fortgesetzt, sei damit dem Ruf als Marktführer auf diesem Sektor gerecht geworden. Es bleibe nun jedoch abzuwarten, ob sich die durch die Messe initiierten Prognosen und die Hoffnungen der Einrichtungsbranche erfüllen werden.
Gedämpfter Optimismus
Man sei, so war zu erfahren, jedenfalls mit gutem Gefühl aus Köln zurückgekehrt, verkenne jedoch nicht die Unwägbarkeiten des Möbelmarkts sowie die Risiken der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung. Bei Abwägung aller jetzt gewonnenen Fakten blicke man nach dem wirklich starken Schwankungen unterworfenen Geschäftsjahr 2012 mit gedämpftem Optimismus auf das Möbeljahr 2013. jm