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Ortsgeschichte: Am Wochenende reist eine Brühler Delegation in die sächsische Partnergemeinde Weixdorf – ein Blick zurück, wie alles begann

„Reiz des Andersartigen“ – das war mal

Archiv-Artikel vom Freitag, den 06.07.2012

Von unserem Redaktionsmitglied Vanessa Schäfer

Eine Partnerschaft voller Herzlichkeit: Seit 19 Jahren pflegen die beiden Gemeinden einen regelmäßigen Austausch. Die Unterzeich-nung der Vereinbarung über freundschaftliche Beziehungen durch die Bürgermeister Günther Reffert (3. v. l.) und Annelies Ramsdorf (2. v. l.) am 28. März 1993 in der Festhalle, legte den Grundstein dafür.

© Privat

Brühl. Es ist Januar 1990. Bürgermeister Günther Reffert packt seine Tasche und reist gemeinsam mit seiner Frau erstmals ins sächsische Weixdorf bei Dresden. Kontakte knüpfen und sich über die dortigen Strukturen informieren hat er als Reiseziel mit im Gepäck. Das Oberhaupt der Hufeisengemeinde verfolgt damit die Idee einer Städtepartnerschaft. Doch nach seiner Rückkehr schiebt er den Gedanken beiseite. "Eine Partnerschaft zwischen Brühl und Weixdorf wäre zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich verfrüht", äußert sich Reffert damals gegenüber unserer Zeitung.

Dass am kommenden Wochenende jedoch eine Brühler Delegation die rund 500 Kilometer große Distanz zwischen der Heimatgemeinde und Weixdorf überwindet, um das zu pflegen, was innerhalb der vergangenen 19 Jahre stetig gewachsen ist, zeigt, dass Refferts Idee doch gefruchtet hat: 1993 wurde eine Vereinbarung über freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Gemeinden geschlossen - ratifiziert durch Günther Reffert und Annelies Ramsdorf, Bürgermeisterin von Weixdorf.

Mission beendet

Anfangs glich die Partnerschaft allerdings mehr einer Patenschaft. Parallelen waren zwar vorhanden, die Unterschiede jedoch dominierten - vor allem im Bereich Verwaltung, die in der einstigen DDR-Gemeinde erst mit Unterstützung von Brühl aufgebaut werden konnte. "Für Weixdorf war die Starthilfe wichtig, das professionelle Herangehen an die Aufgaben einer Gemeinde", erklärt Bürgermeister Dr. Ralf Göck, der damals bereits im Gemeinderat agierte. Heute, 19 Jahre nach der Ratifizierung der Vereinbarung über freundschaftliche Beziehungen blicken sich beide Gemeinden ebenbürtig in die Augen. Missionarisch müssen sich die Brühler Räte in Weixdorf nicht mehr einbringen. Die Gemeinde hat nach der Wiedervereinigung schnell gelernt. Von dem ersten Eindruck Refferts ("Man fühlt sich zehn Jahre zurück versetzt") ist nichts mehr übrig. Die Entwässerung, Wasserversorgung und auch das Strom- und Telefonnetz sind auf Vordermann gebracht. Von unzumutbaren Straßenverhältnissen ist nichts mehr zu sehen, stattdessen wachsen Wohngebiete und die Hotel- sowie Gastronomiebranche floriert. "Das Leben in den neuen Bundesländern hat sich grundlegend verändert", erklärt Weixdorfs Ortsvorsteher Gottfried Ecke.

Mit der Eingemeindung von Weixdorf in die sächsische Landeshauptstadt Dresden im Jahr 1999 hat sich Brühl als "Verwaltungshilfe" zurückgezogen. Die Patenschaft ist zu einer Partnerschaft gewachsen, bei der Begegnungen gepflegt und Freundschaften intensiviert wurden. Die regelmäßigen Foto-Ausstellungen des Weixdorfer Fotoclubs "Reflex" um seinen Vorsitzenden Christian Scholz erfreuen alle zwei Jahre die Brühler Rathausbesucher.

Vorfreude auf Besuch

Nur einmal noch stand die Hilfe im Vordergrund: Bei der Aktion "Fluthilfe für Dreden-Weixdorf" kamen 43 000 Euro zusammen, die man vor Ort in den betroffenen Stadtteilen sinnvoll anlegte. "Was wir an Alltag in Weixdorf sehen, hat sich unserem ziemlich angeglichen", so Göck. Der Reiz des "Andersartigen", der bei den Partnerschaften mit Ormesson und Dourtenga vorherrscht, sei bei den Begegnungen mit Weixdorf zwar nicht mehr vorhanden, aber "mit den Weixdorfer Freunden können wir uns viel leichter unterhalten als mit den Franzosen oder den Burkinabé und wir finden dadurch leichter Kontakt", so Göck über die Vorteile mit deutschen Freunden.

Im Mittelpunkt des bevorstehenden Besuchs steht die Besichtigung der Semper-Oper. "Aber wie immer gibt es einen Begegnungsabend mit gemeinsamem Essen", so Göck voller Vorfreude.

© Schwetzinger Zeitung, Freitag, 06.07.2012

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