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Start ins Berufsleben (4): Bei Gerüstbau Walter erhalten Lehrlinge eine umfassende Ausbildung / Junges Team und viele Chancen

Schwindelfrei müssen alle Azubis sein

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 22.09.2016

Von unserem Mitarbeiter Sascha Balduf

In der Karlsruher Straße in Hockenheim hat die Firma Walter ganze Arbeit geleistet: Das Haus gegenüber unserer Redaktionsräume ist voll eingerüstet.

© Walter

Brühl. Hoch hinaus geht es bei Gerüstbau Walter. Der Meisterbetrieb aus der Hufeisengemeinde stellt Baugerüste in der gesamten Region, in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg. Auch Zuschauertribünen und Sonderbauten für das Nationaltheater gehören zum Repertoire des Familienunternehmens. Den Beruf des Gerüstbauers haben nicht viele Schulabgänger auf dem Radar - dabei geht es um viel mehr als Schlepperei, wie Geschäftsführer Thomas Walter berichtet: "Ab einer gewissen Höhe benötigt fast jedes Gewerk ein Gerüst. Das macht die Arbeit sehr abwechslungsreich, da man das Gerüst sowohl an die Bedingungen der Baustelle, als auch die Bedürfnisse der anderen Handwerker anpassen muss. Zudem ist man den ganzen Tag an der frischen Luft und in Bewegung".

Abwechslungsreiche Arbeitstage und eine durchaus kreative Tätigkeit sind bezeichnend für den Gerüstbauer. Natürlich ist der Beruf auch körperlich anspruchsvoll, die Bauelemente aus Holz und Stahl müssen per Hand bewegt werden - bei 35 Grad im Schatten ebenso wie bei Minustemperaturen. Die Arbeit mit den anderen Handwerkern erzeugt Termindruck. Ein Mitarbeiter von Gerüstbau Walter muss bereit sein, auch mal länger auf der Baustelle zu bleiben: "Unser Arbeitspensum ist sehr straff, reibungslose Teamarbeit ist hier unabdingbar. Und wenn ein Gerüst nach Feierabend noch zwei Stunden braucht, stellt man es eben zu Ende, anstatt am nächsten Tag nochmals zur Baustelle fahren zu müssen", erklärt Thomas Walter.

Ihre Überstunden können die Mitarbeiter in der auftragsarmen Zeit im ersten Quartal des Jahres bei vollem Lohn abbauen. Das Unternehmen ist bemüht, eine familiäre Atmosphäre unter den Mitarbeitern zu schaffen, und unterstützt die Angestellten bei Problemen aller Art: Die Firma geht bei den Führerscheinkosten in Vorleistung, vermittelt Weiterbildungs- und Nachhilfeangebote. "Für einige Mitarbeiter war die Ausbildung die letzte Chance, ihr Leben auf die Bahn zu bringen, etwa nach einer Haftstrafe", erzählt Walter. "Wenn jemand, der kaum eine Perspektive hatte, später mit seinen eigenen Händen eine Familie ernähren kann, ist das sehr schön zu sehen".

Zu den Weiterbildungsmöglichkeiten gehört der Lehrgang zum Kolonnenführer, dem Vorarbeiter im Gerüstbau. Er bestimmt, welche Bauelemente in welcher Menge für den Auftrag benötigt werden und plant das Gerüst anhand der Informationen über die Baustelle. Hierbei sind vor allem räumliches Denken und Statik-Verständnis gefragt. "Unsere Kolonnenführer sind alle im Betrieb ausgebildet und allesamt noch sehr jung", erklärt Inhaber Walter. "Insgesamt liegt das Durchschnittsalter der Mitarbeiter unter 30."

Am Anfang nur am Boden

Dies ergibt sich auch aus der verhältnismäßig hohen Azubiquote: Acht der fünfzehn Mitarbeiter befinden sich derzeit in Ausbildung. Dem Kolonnenführer stehen in der Regel ein Geselle und ein Auszubildender zur Seite. Die erste Zeit verbringt der Auszubildende noch auf dem Boden, reicht auf Zuruf Elemente nach oben: "Es ist wichtig, die einzelnen Bauteile, die sich teilweise sehr ähnlich sehen, auf einen Blick zu unterscheiden", erklärt Thomas Walter. Je besser die Leistung, desto schneller geht es auch in schwindelerregende Höhen - Höhenangst disqualifiziert im Gerüstbau sofort.

Zusätzlich zur Arbeit im Betrieb besuchen die Gerüstbau-Azubis in Deutschland eine von drei Berufsschulen. Die Auszubildenden der Firma Walter verbringen in der dreijährigen Ausbildung insgesamt 39 Wochen in der Berufsschule in Groß-Gerau und 25 Wochen im überbetrieblichen Ausbildungszentrum in Weiterstadt. Die Kosten für Anreise und Hotel werden erstattet. Hier werden Fähigkeiten im Umgang mit Werkzeugen, Baumaterial und den verschiedenen Gerüsttypen sowie Sicherheits- und Rechtswissen vermittelt.

In Ergänzung schickt Thomas Walter seine Auszubildenden ins "Bildungszentrum Hansemann" nach Dortmund. Dieses gilt als die beste Schule für das Gerüstbauhandwerk in Europa. In einer stillgelegten Zeche lernen die Schüler auf 47 000 Quadratmetern sämtliche Facetten des Berufs kennen. Die Vergütung im ersten Lehrjahr beträgt 600 Euro, im zweiten Lehrjahr 800 Euro und 1100 Euro im Dritten. Voraussetzung ist der Hauptschulabschluss. Wer körperlich fit und schwindelfrei ist, seine Zeit gerne im Freien verbringt, räumliches Denken und Mathematik beherrscht und für wen Teamarbeit und Fleiß keine Fremdwörter sind, für den bietet diese Ausbildung ein solides Gerüst für die Zukunft.

© Schwetzinger Zeitung, Donnerstag, 22.09.2016

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