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Hartmann-Baumann-Schule: Schulsozialarbeiterin Stefanie Grusie und Thorsten Immig von der Gesellschaft für Konfliktmanagement arbeiten präventiv mit 8. Klassen

Mit Coolnesstrainer sicherer durchs Risiko

Nicht ablenken lassen: Schüler der 8. Klasse bei einer Übung, im Hintergrund Schulsozialarbeiterin Stefanie Grusie.

© privat

"Der mich blöd anmacht, interessiert mich nicht. Mein Ziel ist, ohne große Probleme nach Hause zu kommen oder ein schönes Wochenende zu verbringen. Und wenn ich vorher mit gebrochener Nase ins Krankenhaus komme, weil ich anderen etwas beweisen wollte, habe ich mein Ziel nicht erreicht." Coolnesstrainer Thorsten Immig von der Gesellschaft für Konfliktmanagement blickt in die Runde. Über 20 Schüler der 8. Klasse der Hartmann-Baumann-Schule sitzen um ihn herum und hören gespannt zu.

Statt Mathe und Deutsch sind die beiden 8. Klassen zum so genannten Coolnesstraining angetreten - in zehn Veranstaltungen à zwei Schulstunden soll den Schülern vermittelt werden, wie sie im Konfliktfall besser handeln können, wie mit Mobbing und Gewalt umgegangen und wie allgemein das Sozialverhalten verbessert werden kann.

Gutes Alter für Präventionsarbeit

"Wir haben uns bewusst für die 8. Klassen entschieden, um hier mit der Präventionsarbeit anzusetzen. Denn jetzt haben die Schüler ein Alter erreicht, in dem sie immer selbstständiger werden und in Konfliktsituationen immer öfter allein klarkommen müssen", so Schulsozialarbeiterin Stefanie Grusie, die für die Hartmann-Baumann-Schule das Coolnesstraining initiiert hatte.

"Das Training liegt mir als Schulsozialarbeiterin natürlich am Herzen, denn hier können wir auf ganz praktische Art und Weise präventiv arbeiten. Außerdem lernen die Schüler und ich uns durch die gemeinsame Arbeit noch intensiver kennen", erläutert Stefanie Grusie, die mit Coolnesstrainer Immig die Schulklassen bei ihrer Arbeit begleitet.

Und diese Arbeit fordert den Schülern einiges ab. "Heute ist eure Disziplin gefragt", erklärt Immig der Gruppe, nachdem die Einführungsrunde beendet ist. Nachdem die Schüler hier ihre Einschätzung gegeben haben, was das Training der vergangenen Wochen bisher gebracht hat, geht es wieder an praktische Übungen. "Ich brauche vier Freiwillige", fordert der ausgebildete Jugend- und Heimerzieher. In die Mitte haben er und "seine" FSJ-lerin Rie Larsen zwei Tische mit jeweils zwei Stühlen gestellt.

Spiel führt Störungen vor Augen

Viele Schüler strecken ihre Hand nach oben schon geht es los: Rücken an Rücken setzen sich zwei Schüler an die beiden Tische. Sie bekommen jeweils einen Satz gleiche, bunte Holz-Bauklötze. Einer baut daraus einen Turm, der zweite baut diesen nach. Schwierigkeit: Da beide Rücken an Rücken sitzen, darf der Konstrukteur seinem Mitschüler nur mündlich erklären, wie er das Gebilde nachzubauen hat. Und dann sind da noch zwei Klassenkameraden, die die Klötzchenbauer stören sollen. "Mit wem sprichst Du eigentlich?" "Was sind das für Klötzchen?" Und tatsächlich: Die Türme weichen voneinander ab.

"Kennt Ihr diese Situation?" fragt der Coolnesstrainer im Anschluss an die Übung. Viele Schüler nicken. "Das ist hier wie im Unterricht, wenn es laut ist", erklärt ein Achtklässler. "Genau. Jetzt könnt ihr vielleicht nachvollziehen, wie es ist, wenn euer Lehrer gegen den Lärm anschreien muss und wie schwer ihr euch konzentrieren könnt, wenn ständig jemand eure Aufmerksamkeit ablenkt", erläutert Immig.

Parallel zur Fensterfront ordnet er die Schüler als "Wand" an. Zwischen Fenster und der "lebenden Wand" entsteht ein schmaler Gang. Hier sollen die Schüler nun an dem Trainer vorbeigehen, ohne sich von ihm aufhalten oder provozieren zu lassen. "Nach oben schauen, um mehr Selbstbewusstsein zu demonstrieren", gibt der Trainer einem Mädchen mit auf den Weg, einem Jungen rät er, nicht auf Provokationen einzugehen, sondern im Zweifel einen anderen Weg zu suchen.

"Es gibt immer zwei Bereiche, die wir durch unsere praktischen Übungen vermitteln wollen. Zum einen wollen wir versuchen, dass sich die Schüler in das potenzielle Opfer hineinversetzen, eine so genannte Opfer-Empathie entwickeln. Zum anderen sollen die Jugendlichen erfahren, welche Konsequenzen ihr Tun für ihr Leben haben kann", so der Coolnesstrainer. Mal geht es hierbei mehr um den Umgang bei Mobbing oder Gewalt, mal um Konfliktlösungen oder um den aggressiven Umgang im Klassenverband.

Sein Konzept kommt auch bei den Jugendlichen an: Zum Ende der Trainingseinheit gibt es fast durchgehend die Note 2 für Immig. "Es ist insgesamt leiser geworden" und "Die Übungen machen Spaß", lautet das Fazit der Schüler. sr

© Hockenheimer Tageszeitung, Donnerstag, 14.02.2013

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