DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Samstag, 20.12.2014

Suchformular
 
 
Schwetzingen Oftersheim Plankstadt Eppelheim Brühl Ketsch Hockenheim Altlußheim Neulußheim Reilingen Speyer

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Stadthalle: Ampelmännchen-Darbietung „Green Boys“ scheidet die Geister / Vom gläsernen Käfig auf Tour durch die Hauptstadt / Sammelsurium verschiedener Szenen

Show zwischen Anspruch und Langeweile

Von unserem Mitarbeiter Matthias H. Werner

Auf Entdeckungstour durch Berlin: Die Ampelmännchen überzeugten in der Stadthalle nicht wirklich.

© Oechsler

Abschließende Wahrheiten gibt es nicht - das ist sicherlich ein Punkt, der die Kultur und die Kunstrezeption schwierig und einfach zugleich macht. So dürften sich die Geister an der jüngst in der Stadthalle aufgeführten Show "Green Boys - die Ampel ist nicht genug" wieder einmal scheiden: Begeistert klatschende und johlende Zuschauer gab es auf der einen, aufgebrachte Stadthallen-Besucher, die enttäuscht ihr Eintrittsgeld zurückverlangen, auf der anderen Seite.

Unterschiedliche Sicht der Dinge

Tatsächlich wagt die aus verschiedenen Programmnummern aufgebaute Show, die sich in Oliver Grices Inszenierung irgendwo zwischen Revue und Musical verorten lässt, einen Spagat zwischen hohem Anspruch und fast naiv wirkend einfacher Theatersprache, der nur passagenweise gelingt.

Lange, teilweise völlig geräuschlos ablaufende pantomimische Szenen mögen den einen in ihrer schlichten Botschaft begeistern, Spannung erzeugen und Fesseln, den anderen aber bis zum Gähnen langweilen.

Storyline schnell erzählt

Insgesamt ist die Storyline, so es denn überhaupt wirklich eine gibt, schnell erzählt: Zwei "Ost"-Ampelmännchen befreien sich aus ihrem gläsernen Käfig der "Lichtzeichenanlage" und entdecken die Bundeshauptstadt - treffen auf eine alte Frau, die sich wie die Tänzerin aus der Torte als Hilde Knef entpuppt (gesanglich eher schwächlich: Tanja Baumgart), auf einen Polizisten, der allenthalben nur dabei ist, wie in alten amerikanischen Zeichentrickstreifen pfeifend hinter irgendwem herzurennen, auf die Straßenreinigung, immer wieder auf die derb persiflierte US-Ikone David Hasselhoff (durchaus witzig gegeben von Christian Hamann) und schließlich auf "Goldelse", die Viktoria von der Spitze der Siegessäule am Großen Stern, die in einem Seifenblasenmeer Träume wahr werden lässt.

So wie die einzelnen Szenen nicht recht zusammenpassen wollen - beispielsweise, wenn die beiden unvermittelt auf einen Hütchenspieler treffen, der unter Eimern erst unfähig, dann geschickt einen Fußball kreisen lässt, um letztlich (wieder einmal) Hasselhoff hervorzuzaubern - findet die ganze Sache, bei deren Choreographie Ben Gerlach sicherlich nicht vor Ideen sprühte, keinen rechten Schluss und posaunt ein eher unbeholfenes "Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" in die Ränge.

Letztlich bleiben von den "Green Boys" wohl nur die risikofreudig gewitzte Idee des Themas und zwei wirklich bemerkenswerte Nummern: Die Jonglage-Einlagen Sebastian Landauers, der sonst mit einer Fußball-Comedy-Jonglage zu sehen ist, diesmal aber einen faszinierenden Rausch von Farben erzeugt, wenn seine bis zu fünf beleuchteten Kugeln durch den Raum schwirren.

Verblüffende Schattenspiele

Und die verblüffenden Schattenspiele Ulrike Göpelts, die auch ohne Ampelmännchen mit ihrer "Silhouette Show" begeistert und faszinierend Charaktere und bekannte Bilder nur aus den Händen und dem Licht herausholt - mit 35 Köpfen zwischen Merkel und Tina Turner, Papst Franziskus und Columbo zwar einen Tick zu lang, aber fraglos das Highlight der gesamten Show.

Und nun kommt sie wieder, die Gnade der Kunst: Ob neuer Fan oder vernichtender Kritiker - vereint können die Anhänger und die Verächter der "Green Boys" in die Runde johlen: "I've been looking for Freedom!"

© Hockenheimer Tageszeitung, Dienstag, 22.10.2013

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich einloggen, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • Drucken
    • Senden
     

    Facebook Fans der Schwetzinger Zeitung

    Serie

    Unter uns

    "Unter uns" ist der Titel einer neuen, lose erscheinenden Serie.Darin stellen wir Mitbürger vor, die außerhalb Deutschlands geboren wurden und im Laufe ihres Lebens in unsere Region kamen.Kennen Sie jemanden für die Serie oder haben Sie Anregungen? Dann melden Sie sich bei uns: sz-redaktion@schwetzinger-zeitung.de

    Webcam Schwetzingen

    Blick von der Schwetzinger Zeitung in Richtung Westen auf den Schlossplatz.


    Aktuelles Webcam-Bild in Schwetzingen

    Rund 200 Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze in Hockenheim und Umgebung finden Sie hier

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR