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Giftköder-Alarm: Im Internet grassiert das Gerücht, auf dem Gebiet der Gemeinde wären schon drei Hunde Anschläge mit Giftködern zum Opfer gefallen

Den Hunden einen Bären aufgebunden

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 05.06.2012

Von unserem Redaktionsmitglied Andreas Wühler

Fehlalarm in Sachen Giftköder: Für das im Internet kursierende Gerücht, dass drei Hunde zum Opfer von Anschlägen mit Giftködern geworden seien, gibt es bislang weder bei der Gemeinde noch bei der Kriminalpolizei irgendwelche Indizien.

© dpa

Oftersheim. Dem berühmten Albert Einstein verdankt die Welt nicht nur die Relativitätstheorie, sondern auch die Erkenntnis, dass nichts schneller sein kann, als das Licht. Doch wie gesagt, alles ist relativ und so gibt es zumindest eine Geschwindigkeit, die das Licht bei weitem in den Schatten stellt: die des Gerüchts.

Schon in den Zeiten unserer Eltern und Großeltern hatten Gerüchte eine verblüffende Geschwindigkeit, sie rasten schneller von Ort zu Ort als die Realität folgen konnte. Und dies zu einer Zeit, als die Mund-zu-Mund-Propaganda noch das Maß aller Dinge darstellte.

Eine Geschwindigkeit, über die die Kinder der virtuellen Welten nur lächeln können. In ihren sozialen Netzwerken ist alles sofort verfügbar und greifbar, sowie es nur gedacht wurde. Jedes digitale Aufstoßen ist an jeder Stelle des Netzes präsent und damit allgegenwärtig und damit Allgemeingut der Gemeinschaft.

Gerüchte kursieren im Netz

Jüngstes Beispiel ist eine kurze Meldung auf Facebook, in der in drastischen Worten der grausame Tod gequälter Hunde geschildert wird: "Bitte Teilen!! in 68723 Oftersheim-Schwetzingen wurden seit Mittwoch den 30.05.2012 mittlerweile 3 Hunde vergiftet!!! Das Blut kommt vorne u hinten raus. Der Tierarzt hat Blutprobe entnommen. Ergebnis: eindeutig Gift!!!!" schrieb ein besorgter Hundefreund am Freitag, 1. Juni, ins Netz und mittlerweile gehört die Meldung in leicht abgeänderter Form, "in 68723 Oftersheim-Schwetzingen wurden seit gestern mittlerweile drei Hunde vergiftet!!! Das Blut kommt vorne und hinten raus. Der Tierarzt hat Blutprobe entnommen. Ergebnis: eindeutig Gift!!!! (die Zeitangabe kann weiter modifiziert werden) im Netz.

Spurensuche ohne Erfolg

Von Facebook aus hat die Meldung die Seiten verschiedener Tierschützer erreicht und auch auf der Seite von "www.giftkoeder-radar.com" hat Oftersheim nun sein Zuhause gefunden.

Bleibt die Frage, wie es den Hunden geht, ob es noch weitere Opfer gibt. Eine Spurensuche. Erste Anlaufstelle ist das Rathaus. Doch dort hat niemand von den Anschlägen gehört. Hauptamtsleiter Jens Volpp kann nach intensiver Recherche innerhalb der Verwaltung nur betonen, dass keinem Mitarbeiter Entsprechendes zu Gehör gekommen sei.

Nächste Anlaufstelle ist die Kriminalaußenstelle in Schwetzingen. Deren Leiter, Heinz-Günther Fischer, kann nur abwinken: Von Giftanschlägen auf Hunde ist ihm nichts bekannt.

Nun gut, versuchen wir es in der Region, immerhin ist ja vom Raum Oftersheim-Schwetzingen die Rede. Also ab zur Pressestelle der Polizeidirektion Heidelberg. Auch dort Fehlanzeige - von Anschlägen auf Hunden ist nichts bekannt und auch die Schutzpolizei kann nur rhetorisch mit den Schultern zucken, niemand hat Giftköder gemeldet oder seiner Hunde zuliebe Alarm geschlagen.

Nun läge es doch auf der Hand, sollte einem der geliebte Vierbeiner vergiftet werden, noch dazu mit den geschilderten Symptomen, sich an die Polizei zu wenden, Anzeige zu erstatten. Nichts dergleichen ist geschehen und so darf wohl zu Recht angenommen werden, dass es sich bei der Meldung eher um Hysterie als um Realität handelt.

Sollten jedoch die Hundebesitzer in vorausschauender Furcht sich durch solche Meldungen im Netz genötigt sehen, ihre Vierbeiner beim Spaziergang durch Feld und Flur an die Leine zu nehmen, so hat die Warnung vor Giftködern immerhin einen guten Zweck erfüllt. Ansonsten gilt jedoch wie auch im realen Leben die Devise des Prüfens. Nicht alles, was geschrieben steht, noch dazu, wenn es sich in den Bits und Bytes des Netzes einnistet, hat seine Berechtigung und dass Totgesagte länger leben, mag auch für Hunde gelten. Was ihnen ja zu gönnen sei. Und Herrchen und Frauchen können beruhigt zum Gassi-gehen mit Bello aufbrechen, sich die virtuellen Warnung aus dem Kopf schlagen und sicherheitshalber zur Leine greifen.

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 05.06.2012

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