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Polizeieinsatz: Bankräuber überfällt Sparkasse in der Ortsmitte / Mutmaßlicher Täter am Eppelheimer Wasserwerk verhaftet / Zeugen bemerken die Tat erst im Nachhinein

„Der Täter stand die ganze Zeit neben uns“

Von unserem Redaktionsmitglied Benjamin Jungbluth

Mit einem Großaufgebot war die Polizei am Eppelheimer Wasserwerk im Einsatz, wo der mutmaßliche Täter festgenommen wurde.

Zivilfahnder durchsuchen den mutmaßlichen Täter, bevor sie ihn in Handschellen abführen.

© PR-Video

Zivilfahnder nehmen den mutmaßlichen Täter am Eppelheimer Wasserwerk fest und durchsuchen ihn.

© PR-Video

Plankstadt. Große Aufregung gestern Nachmittag im Ortskern von Plankstadt: Gegen 15.50 Uhr hat ein Mann die Filiale der Sparkasse in der Wilhelmstraße gegenüber des Rathauses überfallen. Nach Mitteilung der Polizei zwang er dabei die Mitarbeiter zu Herausgabe von mehreren Tausend Euro. Die Beamten fahndeten in ganz Plankstadt und Eppelheim mit einem Großaufgebot nach dem Täter. Auch ein Polizeihubschrauber war für kurze Zeit an der Suche beteiligt, so die Beamten. Nach Informationen unserer Zeitung wurde der mutmaßliche Täter schließlich im Bereich des Eppelheimer Wasserwerks in einem Taxi von Fahndern angehalten und festgenommen.

Die L 543 zwischen Plankstadt und Eppelheim wurde anschließend für die Spurensicherung in beide Richtungen voll gesperrt. Die Polizei bestätigte am späten Nachmittag die Festnahme eines Verdächtigen, bei dem das mutmaßliche Raubgut sichergestellt worden sei.

"Wir haben das erst gar nicht realisiert - obwohl wir fast eine Viertelstunde lang neben dem Täter gestanden haben", erklärt Jürgen V. Der Plankstadter war mit seiner Lebensgefährtin in die Filiale gekommen, um mehrere wichtige Überweisungen zu tätigen. "Wir haben also ganz in Ruhe unsere Formulare ausgefüllt, was wir noch per Hand machen. Dabei haben wir uns komplett auf die wichtigen Unterlagen konzentriert", versucht er, kurz nach der Tat die Situation zu erklären.

"Dabei ist mir der Mann schon irgendwie aufgefallen, weil er mit seiner Kapuze und der dunklen Sonnenbrille die ganze Zeit über wortlos vor dem Schalter stand." Auch die Angestellten hätten in dieser Zeit kein Wort gesprochen. "Im Nachhinein glaube ich, dass sie mir mit Kopfbewegungen etwas zeigen wollten - aber ich war doch so in meine Überweisungen vertieft, und ganz ehrlich: Wer rechnet denn bei uns in Plankstadt mit so einer Situation?!" Jürgen V. ist nach dem Erlebten und der Befragung durch die Polizei immer noch sichtlich aufgeregt.

Irgendwann hätten er und seine Partnerin dann aber doch gemerkt, dass "da etwas nicht stimmt". Deshalb hätten sie schließlich die Bank verlassen. "Der Täter hat aber keine Sekunde zu uns geblickt und uns auch nicht bedroht. Der stand einfach weiterhin vor dem Schalter und hat nichts gesagt", so V.

Sofort ins Rathaus gerannt

Nach dem Verlassen des Gebäudes waren sich beide schnell einig, dass sie wohl tatsächlich gerade Zeugen eines Banküberfalls gewesen seien. "Also sind wir sofort rüber ins Rathaus gerannt, weil da ja früher mal ein Polizeiposten war", schildert V. Ein Mitarbeiter des Rathauses habe dann bei der Polizei angerufen und erfahren, dass bereits ein sogenannter stiller Alarm ausgelöst worden sei - die Polizei war also bereits informiert und auf dem Weg zur Bank.

Währenddessen verließ der Täter offenbar die Filiale - und "ist völlig seelenruhig am Rathaus vorbeispaziert", wie es eine weitere Zeugin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, im Gespräch beschreibt. "Ich stand gerade mit meiner Enkelin und einer Bekannten vor der Bank und wir haben uns unterhalten. Dabei haben wir den Mann gesehen, der mit Kapuze, dunkler Sonnenbrille und einer Plastiktüte in der Hand ganz ohne Eile herausgekommen und dann die Schwetzinger Straße in Richtung Eppelheim entlanggegangen ist." Viel gedacht hätten sie sich dabei nicht - bis auch ihnen irgendwann dämmerte, dass da vielleicht etwas nicht stimmen könnte. Schließlich hätten Mitarbeiter der Bank ihnen erklärt, was passiert sei und dann seien auch schon überall Polizeiautos gewesen.

Am Ende glimpflich abgelaufen

Jürgen V. ist gestern Nachmittag froh, dass am Ende alles so glimpflich abgelaufen ist. "Der Täter stand die ganze Zeit neben uns. Der hätte uns ja auch angehen können", sagt er. Mit seiner Partnerin radelt er schließlich heim, die Befragung durch die Kriminalpolizei hat ihn doch etwas mitgenommen. "Ich hoffe, ich kann heute Abend schlafen - schließlich erlebt man sowas bei uns ja doch nicht alle Tage."

© Schwetzinger Zeitung, Mittwoch, 15.03.2017

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