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Interview: Die Vorleser Elke Schlesinger und Peter Lemke erklären im Gespräch mit unserer Zeitung, wie der Workshop „Hilfe, mein Kind mag nicht lesen“ funktioniert

Neugierde der Kinder für Bücher wecken

Von unserer Mitarbeiterin Maria Herlo

Plankstadt. Kinder brauchen Geschichten und Bücher. Und sie brauchen Erwachsene, die ihnen vorlesen und erzählen. Es ist unbestritten, dass Lesen nicht nur eine wundervolle Erfahrung ist, sondern auch die geistige Entwicklung und Kreativität fördert. Um Kinder an Bücher heranzuführen, ließen sich Bibliotheksleiterin Claudia Verclas, die Vorleser Elke Schlesinger und Peter Lemke in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Schwetzingen etwas Besonderes einfallen: einen Workshop zur Steigerung der Lesefreude. Dieser findet jeweils an vier Montagen in Plankstadt, in der Bücherei, statt und ist für Kinder zwischen acht und zehn Jahren gedacht. Wie dieser Workshop aufgebaut ist, was er beinhaltet und bezweckt, darüber sprachen wir mit Elke Schlesinger und Peter Lemke.

Wie kam die Idee zu diesem Workshop?

Elke Schlesinger: Aus meiner Erfahrung als Lehrerin weiß ich, dass viele Eltern berufstätig sind und wenig Zeit haben, praxisnahe Orientierungshilfen zu geben. Hier setzten wir an und überlegten, wie wir gemeinsam mit der Familie die Neugierde der Kinder für Bücher wecken können. Sowohl Claudia Verclas als auch Gundula Sprenger, die Leiterin der Volkshochschule, zeigten sich für Anregungen solcher Art sehr offen.

Peter Lemke: Wir sind uns bewusst, dass über den Lebensort Schule hinaus die kulturelle Vernetzung von Familien, Bibliotheken und Buchhandlungen die Kinder nach vorne bringt, weil im Rahmen solcher Netzwerke die Wertschätzung des Lesens gesteigert werden kann.

Viele Eltern fragen sich, wie sie vorgehen müssen, damit ihr Kind Freude am Lesen bekommt.

Schlesinger: Wenn es uns gelingt, den Kindern ein gezieltes Angebot von Büchern an die Hand zu geben, das ihrem Alter, aber auch dem Lesebedürfnis und den Neigungen entspricht, wird es möglich sein, das Kind neugierig zu machen und fürs Lesen zu motivieren. Lemke: Oftmals werden die Kleinen durch mühsame Leseanfänge entmutigt. Unsere Aufgabe wird es sein, sie zum Üben anzuhalten, um ihnen den Einstieg in ein Buch zu erleichtern. Wichtig dabei ist, das Kind nicht allein zu lassen. Deshalb wollen wir die Eltern in unserem Workshop mit einbeziehen, um ihnen Ratschläge und Hilfe anzubieten.

Warum ist es so wichtig, Kinder ans Lesen heranzuführen?

Schlesinger: Regelmäßiges Lesen ist eine gute Voraussetzung zur Sprachförderung des Kindes, zum Erlernen der Rechtschreibung und Erweiterung des Wortschatzes. Zudem ist es für die Kleinen eine besondere Art, seine Umwelt zu begreifen, neue Ideen aufzunehmen und die Kreativität zu steigern. Lemke: Lesen ist nicht nur für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit wichtig, sondern auch für die Gesellschaft. Wer liest, lernt besser, selbstständig zu denken und bildet sich stets weiter.

Wie genau sieht der Ablauf des Workshops aus?

Schlesinger: Die erste Einheit widmet sich dem Kennenlernen einer Bücherei. Claudia Verclas wird als Bibliothekarin den Kindern erklären, wie eine solche Leihbibliothek funktioniert. Jedoch geht es nicht nur darum zu lernen, wie Bücher oder andere Medien auszuleihen sind, sondern die Kinder sollen auch die Atmosphäre erleben, wenn sie sich gemütlich hinsetzen, um zu schmökern. Lemke: Außerdem erfahren die Kinder, wie sie Informationen aus Sachbüchern bekommen, die sie für ihre Hausaufgaben verwenden können. Sie lernen den Umgang mit Computer und Zugang zum Internet. Um das Interesse zu steigern, haben wir uns ein Quiz-Spiel, das am Ende ausgefüllt werden kann, ausgedacht. Schlesinger: In der zweiten Veranstaltung stellen wir jeweils zwei Beispiele aus der "Buch-Hitliste" vor. Die Kinder dürfen dabei mitwirken.

Wie gehen Sie bei der Veranstaltung konkret vor?

Lemke: Die Kinder können selbst einige Auszüge vorlesen, kleine Rollenspiele veranstalten oder eigene Illustrationen zu den Bildern anfertigen. Schlesinger: Eine weitere Doppelstunde widmet sich dann dem Internetprogramm "Antolin", ein Internetportal zur Leseförderung. Aus einem Angebot, das die Bücherei bereitstellt, können Bücher ausgewählt und gelesen werden. Nachdem das Kind das Buch gelesen hat, darf es Quizfragen beantworten. Lemke: Diese überprüfen das Textverständnis zu den Buchinhalten. Richtige Antworten werden mit Punkten belohnt. In einem Testdurchlauf lernen die teilnehmenden Kinder und ihre Eltern das Antolin-Programm kennen.

Die letzte Stunde dann?

Schlesinger: Beim letzten Termin wollen wir uns gemeinsam über das vielfältige Angebot in einer Buchhandlung informieren. Die Buchhändlerin gibt dabei Tipps, wie man das geeignete Buch auswählen kann. Wenn diese Erfahrung hilft, sich beispielsweise für den nächsten Geburtstag eine Buch-Wunschliste zu erstellen, würden wir uns freuen. Lemke: Am schönsten wäre es, wenn sich das Kind selbstständig einen solchen Wunsch vor Ort erfüllen könnte. Dies ist häufig eine zusätzliche Motivation, eine Steigerung der Lesefreude, weil das Kind stolz ist, sein Buch alleine kaufen zu dürfen.

© Schwetzinger Zeitung, Donnerstag, 14.02.2013

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