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Weihe im Münster: Bernhard Carl ist Bankvorstand und bald auch Diakon der Seelsorgegemeinschaft / Tätigkeit mit hohem Anspruch

Bankdirektor am Altar von St. Pankratius

Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Gruler

Sonst kennt man Bernhard Carl als Bankdirektor mit Anzug. Hier ist er (li.) leger beim Ausflug mit Michael Barth-Rabbel, der auch auf dem Weg zum Diakon ist, zu sehen.

© Troester

"Mit Würde und Bescheidenheit sollen sie allen begegnen, lauter im Wesen und treu im geistlichen Dienste." So wird es Weihbischof Dr. Bernd Uhl am Sonntag im Freiburger Münster im Weihegebet sagen, wenn er sieben Männer aus der Erzdiözese zu Diakonen weiht. Sie sind dann in ihren Heimatgemeinden                   ehrenamtlich tätig und dürfen bestimmte Aufgaben der Gemeindearbeit und der Liturgie übernehmen. Unter ihnen ist auch Bernhard Carl (53), der aus Oftersheim stammt, heute in Schwetzingen wohnt, verheiratet ist, drei erwachsene Kinder hat und als Vorstandsmitglied bei der Volksbank Kurpfalz H + G-Bank in Heidelberg tätig ist.

Caritasarbeit im Blick

Der Dienst des Diakons ist eng mit dem Aufbau und der Lebendigkeit der Gemeinden verknüpft. Bernhard Carl will sich vor allem der Caritasarbeit verpflichten. Er ist ja seit einem halben Jahr Vorstandsvorsitzender des Schwetzinger Caritasverbandes und arbeitet sehr aktiv daran mit, den Verband neu zu organisieren und aus seiner finanziell schwierigen Situation zu holen. Dabei ist es ihm wichtig, dass die sozialen Dienste möglichst erhalten bleiben können, so auch die Beratungsstelle für Alleinerziehende, deren Integration und Hilfe sich Bernhard Carl besonders widmen möchte.

"Die Liturgie ist für Christen die Kraftquelle ihres Lebens. Manche Gottesdienste leitet der Diakon selbst. Diakone wirken mit bei der Vorbereitung auf die Taufe und nehmen in der Tauffeier den Täufling in die Glaubensgemeinschaft auf. Diakone arbeiten in der Begleitung von Brautpaaren und leiten Hochzeitsgottesdienste. Diakone sind Trauernden nahe und denen, die Trauernde begleiten. Sie leiten Begräbnisfeiern und geben Zeugnis von der unzerstörbaren Gemeinschaft Gottes mit dem Menschen", so heißt es in einer Art Dienstbeschreibung der Erzdiözese Freiburg. Wir wollten von Bernhard Carl wissen, wie er zum Glauben fand und wie seine Entscheidung, Diakon zu werden, zustande kam. Als Vorstand einer großen Genossenschaftsbank leidet er ja sicher nicht an Langeweile.

Mentoren und Vorbilder

Er sei von den Eltern christlich erzogen worden und habe vor jetzt fast 34 Jahren katholisch geheiratet. Seither seien er und seine Frau überall, wo es sie beruflich hin verschlagen habe, in den Kirchengemeinden engagiert gewesen, seine Frau noch stärker als er, erzählt Carl. Gut zehn Jahre sei es nun her, seit er die Entscheidung für sich getroffen habe, Diakon werden zu wollen. Er habe sich Pirmin Späth als Vorbild genommen. Den Bürgermeister von Aach im schönen Hegau lernte Bernhard Carl während seiner Tätigkeit in Engen kennen, wo er als Sanierer in der dortigen Volksbank tätig war. Späth habe ihm vorgemacht, wie eine verantwortliche Position im Beruf als Bürgermeister und eine ehrenamtliche Tätigkeit als Diakon harmonieren können. Auch Pierre Gerodez, der bei einem großen Unternehmen in der Region an führender Stelle tätig ist und sich im Ehrenamt als Diakon engagiert, sei ihm ein Beispiel gewesen. Und in der fast siebenjährigen Zeit der Ausbildung sei es "immer wieder Wolfgang Gaber gewesen, der ihn ermutigt habe und ihn zum Weitermachen animierte", erzählt der Aspirant.

Das Wertegerüst des Glaubens

Der Weg zum Diakon ist nicht einfach. Kurse, Klausuren und viele Gespräche sind zu führen. Nur wenn die Heimatgemeinde, die eigene Familie, der Heimatpfarrer, der Dekanatskreis, man selbst und schließlich auch der Bischof einverstanden sind, geht es am Ende zur Weihe, die einem dann auch zum Dienst verpflichtet. Ob er manchmal zweifle, wollen wir von Bernhard Carl wissen: "Ein Wesenszug bei mir ist, dass ich mich entscheide und dann diesen Weg auch gehe", sagt er. Er findet übrigens gar nicht, dass sein Beruf als Bankdirektor dem als Amt als Diakon entgegensteht: "Im Vordergrund steht bei mir ein Wertegerüst des Glaubens. Das ist mir in meinem Beruf eine große Stütze, auch wenn es gilt, Entscheidungen zu finden. Wenn ich Dinge bereits vor dem Gewissen und vor Gott abgewogen habe, dann kommen einige Möglichkeiten schon nicht mehr in Betracht und ich kann die Entscheidung offen vertreten." Natürlich ist Bernhard Carl klar, dass da immer ein Spannungsbogen offenbleibt und dass Beobachter seine Entscheidungen nicht immer als ausgewogen empfinden. Aber es gelte auch zu trennen. Das eine sei sein Beruf, das andere sein Ehrenamt, und er sei froh, dass er in einer Bank arbeite, die bestimmte Dinge nicht tue.

Die letzten Tage vor der Weihe widmet Bernhard Carl ganz dem Glauben und seiner künftigen Tätigkeit als Diakon. Er geht in Exerzitien nach Bühl, trifft dort die Männer, die am Sonntag mit ihm Diakon werden. Es soll eine Einkehr in den Glauben werden. Am Sonntag wird dann in Freiburg die ganze Familie dabei sein, seine liebe Frau, die drei Kinder und enge Freunde und Weggefährten, natürlich auch Pirmin Späth und Münsterpfarrer Wolfgang Gaber.

Mitten im Leben stehen

Er freue sich schon sehr auf den Gottesdienst im Münster, darauf, wie Weihbischof Uhl ihm die Hand auflegt und ihn damit weiht, aber auch auf die schöne und sicher ausgelassene Feier, die es anschließend im Kreise seiner Lieben und seiner Wegbegleiter und Mentoren in Freiburg geben wird. Hier liegt ja der entscheidende Unterschied zwischen dem Diakon und dem Priester, er hat Familie und weiß um deren ganze Bandbreite von den Erziehungssorgen bei den Kindern bis hin zum Streit zwischen den Partnern, er kennt die Berufswelt und deren Tücken und kann so ein guter Unterstützer sein für den Pfarrer vor Ort, der im Zölibat lebt.

© Schwetzinger Zeitung, Donnerstag, 22.11.2012

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