Unesco-Welterbeantrag:
Entscheidung fällt Ende Juni in Shanghai
Gutachter hat sehr genau hingeschaut
Von unserem Redaktionsmitglied Jürgen Gruler
Die Spannung um das Unesco-Weltkulturerbe wächst. Inzwischen ist der britische Gutachter, den die Agentur Icomos für drei Tage nach Schwetzingen geschickt hatte, wieder auf die Insel zurückgekehrt und macht sich seine Gedanken über das, was er in der Spargelstadt zu sehen bekommen hat. Er hatte die Aufgabe, den Antrag von Stadt und Land zu prüfen, die kurfürstliche Sommerresidenz auf die Weltkulturerbeliste der Unesco aufzunehmen.
Wichtig ist ja vor allem die Frage der Einzigartigkeit. Und da hat der überarbeitete Antrag ja mit den Gebäuden im Schlossgarten und der Tatsache, dass hier im Schwetzinger Schlossgarten eigentlich die Grundlage für die deutsche Oper gelegt wurde, einiges zu bieten. Ob dies reicht, wird sich zeigen. Denn bis Januar muss der Gutachter seine Bewertung an Icomos senden. Dann werden auch Stadt und Land nochmals kontaktiert, um vielleicht noch offene Fragen zu klären. Icomos gibt dann eine Empfehlung für die internationale Kommission ab, die Ende Juni/Anfang Juli 2012 in Shanghai tagen wird. Dorthin wird übrigens auch eine kleine Delegation aus Schwetzingen mit Vertretern aus Stadt und Land reisen, um letzte Überzeugungsarbeit zu leisten.
Alles bleibt geheim
Natürlich hätten wir gerne erfahren, welchen Eindruck der britische Gutachter denn vom Schlossgarten und vom Antrag hatte. Aber die Begutachtung erfolgt unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Gutachter soll ganz unvoreingenommen prüfen können. Und auch im Anschluss gibt es keine Stellungnahmen der Prozessbeteiligten.
Zu hören war aber, dass der Gutachter sich in der Tat mit Einschätzungen gänzlich zurückgehalten hat. Die Teilnehmer meinen aber, ein gutes Bild vermittelt und auf alle Nachfragen Antworten gehabt zu haben. Viel Wert war bei der Prüfung offensichtlich auf die Nachhaltigkeit gelegt worden, also auf die Frage, wie denn der heutige Stand der Sanierungsmaßnahmen und Pflege auch in Zukunft gewährleistet werden kann. Als "britisch sehr korrekt" wird jedenfalls der Gutachter beschrieben.
Nun heißt es also abwarten und Tee trinken. Zumindest bis mehr über das Votum bekannt ist. Klar ist auch, dass man sich diesmal auf jeden Fall der Abstimmung in Shanghai stellen wird und keinesfalls mehr ein Rückzieher möglich ist wie bei der ersten Runde, als ja Icomos den Antrag negativ bewertet hatte.
Leser-Kommentare
Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen