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Schon jetzt ein Gewinner!

Ralph Adameit

Egal, wie letztlich die Entscheidung des Unesco-Welterbekomitees ausgeht: Schwetzingen hat schon gewonnen! Mit dieser Erkenntnis sollte die Schwetzinger Delegation nach St. Petersburg reisen, wo nächste Woche die Entscheidung fällt. Und nicht allzu enttäuscht sein, wenn es nichts mit dem Titel "Weltkulturerbe" wird.

Denn, dass die kurfürstliche Sommerresidenz den Status wirklich erhält, ist unwahrscheinlich. Zum einen gibt es in Deutschland schon 32 derartig ausgezeichnete Denkmäler, zum anderen hat der in diesem Jahr neben Schwetzingen zweite deutsche Bewerber ein positives Icomos-Gutachten erhalten. Und dann gibt es noch das Problem, dass so genannte Ensemble-Anträge wie der Schwetzinger von der Unesco deutlich kritischer als früher beäugt werden.

Zeiten wie noch im Jahr 1991, als etwa das Kloster Lorch mit einem fünfseitigen Schreiben durchkam, sind vorbei (zum Vergleich: Schwetzingens Antrag umfasst 234 Seiten). Das ist auch gut so, denn der Managementplan ist der Hauptgrund, warum Schloss und Stadt sich schon jetzt als Gewinner fühlen dürfen.

Alle Verantwortlichen haben im Laufe der Zeit verstanden und nun sogar schwarz auf weiß vorliegen, was für ein kulturelles Kleinod der Garten und das Schloss inmitten der Spargelstadt darstellt. Enorm ist vor allem der wissenschaftliche Gewinn dieses Weltkulturerbeantrags. Noch nie waren die Geschichte des Schlossgartens und seine architektonischen Besonderheiten so gut dokumentiert wie heute. Und wohl noch nie war die Sommerresidenz von Carl Theodor in so gutem Zustand wie seit einigen Jahren. Mit der Unterstützung des Antrags hat sich das Land Baden-Württemberg nämlich zur dauerhaften Pflege und Erhaltung des Ensembles nachdrücklich bekannt.

Das Ergebnis sind seit Jahren steigende Besucherzahlen, von denen auch die Stadt profitiert - unabhängig von einem Titel.

© Schwetzinger Zeitung, Donnerstag, 21.06.2012

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