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Schwetzingen: Heinz Haas und Elli Grünbacher erzählen von ihrem Engagement als "Freiwillige"

Wie ehrenamtlicher Einsatz Hoffnung schenkt

Von unserer Mitarbeiterin Christiane Schmitz

Zwar kann Heinz Haas aufgrund seines eingeschränkten Sehvermögens nicht mehr am Computer arbeiten, doch ist er stolz darauf, jetzt beim Onlineportal „Hürdenlos“ als Tester mitzuwirken. Außerdem agiert er in der Volkshochschule als Migrantenbetreuer. Elli Grünbacher betreut Schüler an der Zeyher- und der Schimper-Schule. Bilder: Schmitz

© Schmitz

Zwar kann Heinz Haas aufgrund seines eingeschränkten Sehvermögens nicht mehr am Computer arbeiten, doch ist er stolz darauf, jetzt beim Onlineportal „Hürdenlos“ als Tester mitzuwirken. Außerdem agiert er in der Volkshochschule als Migrantenbetreuer. Elli Grünbacher betreut Schüler an der Zeyher- und der Schimper-Schule. Bilder: Schmitz

© Schmitz

Ohne sie geht in vielen Bereichen des kommunalen Lebens nichts: Ehrenamtliche. In der Freiwilligenagentur "Sei dabei" vermitteln Monika Emmert und ihr Team seit zwei Jahren verschiedene Aufgabenfelder an interessierte Bürger. 65 Freiwillige unterstützen Vereine, helfen in Schulen und Institutionen, bringen sich in Organisationen ein. So auch Heinz Haas und Elli Grünbacher. Mit ihrem Engagement wurden nicht nur sie zu helfenden Engeln. Ihr Einsatz zum Wohl anderer Menschen eröffnete den beiden neue Chancen, auch ihr Leben positiv zu gestalten.

Heinz Haas war der Erste, der von der Freiwilligenagentur vermittelt wurde. Als er vor zwei Jahren aufgrund seines stark eingeschränkten Sehvermögens arbeitsunfähig wurde, fühlte er sich zu jung für ein Leben ohne Aufgaben. Der 56-jährige Industriekaufmann erfuhr über unsere Zeitung von der Freiwilligenagentur - ein Lichtblick für ihn nach einer Reihe von Tiefschlägen.

"Ich wollte einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen. In welchem Bereich war mir in diesem Moment egal. Hauptsache, ich komme mit Menschen in Kontakt", erzählt er. Dass der aufgeschlossene Mann einen Draht zu Mitmenschen hat, spürt man. Er kommt schnell mit anderen ins Gespräch, kann sich auf sein Gegenüber einstellen. Haas arbeitete bereits in einem Bestattungsunternehmen als Angehörigenberater, Einfühlsamkeit liegt ihm im Blut.

Hintergrund und Information

  • Kontakt: Freiwilligenagentur "Sei dabei", Schlossplatz 4, Telefon 06202/9506796, E-Mail freiwilligenagentur@schwetzingen.de. Sprechzeiten: dienstags von 10 bis 12 Uhr, donnerstags von 17.30 bis 19.30 Uhr.
  • Die Beispiele für soziales Engagement sind vielfältig: Mithilfe im Tafelladen "Appel+Ei", Betreuung von Obdachlosen in der Wärmestube, Unterstützung der Lebenshilfe bei der Freizeitgestaltung mit Behinderten, Mitarbeit im Theater am Puls oder bei Projekten des Nabu, als Helfer in der GRN-Klinik oder als Volunteer beim Deutschen Turnfest.
  • Auch "Omas" und "Opas" auf Zeit werden über die Agentur vermittelt.
  • Schulen und Kindergärten freuen sich stets über Helfer ebenso wie Vereine und Institutionen. sz

"Hilfe am Rande"

Monika Emmert fand die richtige Aufgabe für Heinz Haas und vermittelte ihn als Migrantenbetreuer an die Volkshochschule (VHS). Ohne Vorurteile und Erwartungen nahm er die Herausforderung an. Der Kurs, den Haas führt, begann im Oktober und endet im Juli. Es ist ein Begleitangebot zum VHS-Kurs "Deutsch als Fremdsprache". Heinz Haas nimmt zwei bis drei Teilnehmer unter seine Fittiche. Ihnen möchte er eine "Hilfe am Rande" sein, wie er es bescheiden nennt.

Situationen aus dem Alltag

Derzeit sieht seine Aufgabe diesbezüglich so aus: Haas betreut jeden Dienstag zwei Stunden Familie David aus Rumänien und eine junge Türkin. "Der 48-jährige Rumäne hat in seiner Heimat als Polizist gerade mal 300 Euro im Monat verdient, bei in etwa gleichen Lebenserhaltungskosten wie in Deutschland. Verständlich, dass die Familie hier auf bessere Perspektiven hofft", findet der 56-Jährige. Die 19-jährige Türkin wanderte in die Bundesrepublik aus, weil ihr Ehepartner hier arbeitet.

Was will Haas mit seiner Betreuung erreichen? "Ziel ist, die Hemmung abzubauen, Deutsch zu sprechen und die deutsche Kultur kennenzulernen", verdeutlicht er. Der Schwetzinger hat freie Hand bei der Gestaltung der Betreuung, das macht ihm Spaß. Er initiiert vor allem Beispiele aus dem Alltag, etwa Unterhaltungen an der Supermarktkasse. "Ich bewundere diejenigen, die Deutsch lernen. Bei der Grammatik komme auch ich manchmal durcheinander", gesteht er lachend.

Mit seinen "Schützlingen" spielt er auch Karten oder "Mensch ärgere dich nicht". Diese Form des Miteinanders fördert die Integration, da das Sprechen situationsbedingt und gezielt trainiert wird. "Ich frage auch immer, ob es etwas gibt, über das sie sich gerne unterhalten möchten oder ob sie Probleme haben, bei denen ich helfen kann", sagt Haas, der den Kursteilnehmern stets in persönlichen Angelegenheiten mit Rat und Tat zur Seite steht, etwa bei Problemen mit der Autoversicherung.

Manchmal kommt es auch zu lustigen Missverständnissen in der Plauderrunde - ein Beispiel: Es wird über die Wirtschaft diskutiert, plötzlich schaut die junge Türkin auf und fragt Haas ungläubig: "Was hat das alles mit Essen zu tun?" In die Wirtschaft geht man ja schließlich, um zu essen - nur war diesmal die Ökonomie gemeint.

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