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Palais Hirsch: Trio Quijote führt „Canto General“ auf

Zwischen den Zeilen hören

Archiv-Artikel vom Montag, den 13.10.2014

Das Trio Quijote lässt nicht nur die Poesie aus den Liedern sprechen, sondern zeichnet auch die politischen Bilder der Worte ab. Am Piano begleitete Ludwig Streng die Sängerin Sabine Kühnrich, Wolfram Streng-Ruitz spielte Gitarre.

© Grohmann

Politik trifft auf Poesie, so könnte man auch den "Canto General" (deutsch: "Der große Gesang") aus der Feder von Pablo Neruda beschreiben, der in 15 000 Versen die Schönheit und das Leid seines Heimatlandes Chile beschreibt. In diesem Ausmaß an Versen ist es zum bedeutendsten Werk lateinamerikanischer Dichtkunst avanciert. In Europa wurde es dank der Vertonung der Texte durch Mikis Theodorakis populär. Nicht nur die Musik verbindet hier die beiden Kontinente, sondern auch das politische Engagement und die Verfolgung von Neruda und Theodorakis ergaben ein starkes Band. Beide lehnten sich gegen die Politik der Regierenden aktiv auf. Für die Machthaber unbequem wurden sie beim Volk jedoch zu Helden.

Das "Trio Quijote" aus Chemnitz erarbeitete zunächst eine Übersetzung ins Deutsche und schuf eine Fassung aus den zwölf Vertonungen von Theodorakis, die das Trio auf Einladung der Deutsch-Griechischen Akademiker Gesellschaft (DGAG) und der Stadt Schwetzingen im Palais Hirsch präsentierte. Stimmlich sehr eindrucksvoll stach Sabine Kühnrich hervor. Gesanglich und instrumental begleiteten sie Ludwig Streng am Piano und Bouzuki und Wolfram Streng-Ruitz mit der Gitarre. In den Zwischentexten offenbarten sich die Entstehungsgeschichte des "Poems" und die zeitlichen Geschehnisse in Chile. Neruda schrieb die Verse zwischen 1948 und 1950, doch hatten sie ihre Aktualität nicht verloren, als es 1967 zum Militärputsch in Griechenland kam.

Auf kammermusikalischem Niveau

Theodorakis, der eine nicht unerhebliche Rolle im Widerstand spielte, griff 1973 die Verse zur Vertonung auf. Damit setzte er sich erneut der Verfolgung aus, die ihm zunächst Hausarrest und schließlich das Exil einbrachte. Bis zur endgültigen Fassung musste die Komposition, die mehrstimmig und für Chöre geschrieben ist, auf ein kammermusikalisches Niveau gebracht werden. Diese Modifizierung kann man nur als überaus gelungen bezeichnen.

Neruda bediente sich Beispielen aus der Natur wie Vergleiche mit Pflanzen, Tieren und Flüssen, was dem "Canon" mehr Poetisches als Politisches gab. Die politischen Aussagen und Hinweise lagen hier in den "Zwischentönen". Die gesangliche Ausdrucksstärke von Kühnrich ließ hinter die poetischen Worte blicken. Die Hintergründe ergaben sich aus den Informationen in den Zwischentexten. Dieses außergewöhnliche und nicht leicht verdauliche Projekt machte betroffen und hinterließ einen starken Eindruck. sip

© Schwetzinger Zeitung, Montag, 13.10.2014

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