DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Donnerstag, 23.03.2017

Suchformular
 
 
Schwetzingen Oftersheim Plankstadt Eppelheim Brühl Ketsch Hockenheim Altlußheim Neulußheim Reilingen Speyer

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken

Hans-Purrmann-Gymnasium: Brandschutzkonzept stößt auf Widerstand der Schulgemeinschaft

„Geteiltes Treppenhaus zerstört Flair der Schule“

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 03.05.2016

Von unserem Mitarbeiter Werner Schilling

Stein des Anstoßes: Das Treppenhaus des in den 60er Jahren errichteten Hans-Purrmann-Gymnasiums soll aus Brandschutz-gründen zweigeteilt werden. Bei einer Begehung informieren sich Eltern, Schüler, der Stadtrat und der Bauausschuss über die Planung. Sie sieht vor, die Treppe entlang der dunklen Fliesen in der Mitte zu trennen und einzuhausen.

© Venus

Speyer. Es geht um die Sicherheit von knapp 1200 Schülern. Doch das von der Stadtverwaltung avisierte Brandschutzkonzept für das Hans-Purrmann-Gymnasium (HPG) stößt bei der Schulgemeinschaft des HPG auf verschärften Protest. Eine von der Schulleitung verfasste Petition hat in den vergangenen Wochen rund 1900 Unterstützer gefunden. Lehrer, Schüler und Eltern sprechen sich damit gegen die vorgeschlagene Zweiteilung des lichtdurchfluteten Treppenhauses aus.

Als Alternative hat die Schulgemeinschaft ein eigenes "nachhaltiges Sicherheitskonzept" entwickelt. Es beinhaltet drei breite, sichere Fluchtwege über zwei Außentreppen anstelle von zwei halben, engen Wegen. Mit Architekt Matthias Heitz will Schulleiter Dr. Joachim P. Heinz das Konzept bei einer Infoveranstaltung am heutigen Dienstag um 18 Uhr im Filmsaal vorstellen.

Stau, Gedränge, Panik befürchtet

Es sei der Schulgemeinschaft "völlig unverständlich, wie die Halbierung des Treppenhauses in zwei lange schmale und vergleichsweise dunkle Gänge die Sicherheit erhöhen solle, heißt es in der Begründung. Die Schulleitung erläutert weiter: "Auf diesem Hintergrund sehen wir im Brandfalle gar eine deutlich erhöhte Gefahr, weil es dann nur noch einen halb so breiten, aber doppelt so langen, abwärtsführenden Fluchtweg gäbe, der auf eine vergleichsweise schmale Feuertür zuführen würde." Staus, Gedränge, Panik seien zu befürchten. Die große Frage sei: "Sind Konzepte, die in wesentlichen Teilen auf Rigipswänden fußen, in einer Schule mit knapp 1200 Schülern wirklich nachhaltig?"

Ein Schulgebäude sei eine Raumeinheit zum Leben und Lernen von jungen Menschen und Lehrern. Durch eine positive Atmosphäre und intelligente Architektur soll es Lernen fördern und gleichzeitig die notwendigen Abläufe des Schulbetriebs unterstützen, begründet die HPG-Schulgemeinschaft ihre Ablehnung. Ein Brandschutzkonzept, das vordringlich oder gar allein die Kosten im Auge hat, greife "entschieden zu kurz". Das offene, weite Treppenhaus trage "unzweifelhaft zu einem positiven Klima in unserer Schule bei". Durch enge, dunkle Korridore wäre "das Flair der Schule zerstört", heißt es in der Erklärung weiter.

Bürgermeisterin Monika Kabs erklärt auf unsere Anfrage, dass an den Schulen der Stadt Speyer zum Zwecke des Brandschutzes umfangreiche bauliche Maßnahmen durchgeführt werden müssten. Nach einer Gefahrenverhütungsschau im Januar 2015 wurden einige Varianten von technischem Gebäudemanagement und feuerwehrtechnischen Bediensteten der Stadtverwaltung geprüft und gemeinsam mit einem externen Gutachter (Ingenieurbüro Marco Weckwerth) ein Brandschutzkonzept erstellt.

Um einen zweiten Fluchtweg baulich erreichen zu können, sind zwei Varianten möglich, die dem Bau- und Planungsausschuss im April und danach dem Stadtrat zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt wurden. Die eine Variante sieht die Trennung des Treppenbereiches in zwei Treppenhäuser durch den Einbau einer Brandschutzwand vor. Diese räumliche Abtrennung wäre mit Kosten von 10 000 Euro verbunden.

Teuere Alternative: Treppentürme

Die zweite, von der Schule präferierte Variante, wäre die Errichtung zweier Treppentürme an der Nord- und Südfassade des Schulgebäudes. Sie würde mit rund 220 000 Euro zu Buche schlagen und eine Verlängerung der Flure auf der Nord- und Südseite erfordern.

Die Schaffung des zweiten Fluchtweges ist nur eine Position des Maßnahmenkataloges zur Ertüchtigung des Brandschutzes. Darüber hinaus seien Brandmelder und Notbeleuchtung zu installieren, Brandschutztüren einzubauen, zusätzliche Wände einzuziehen. Die Gesamtkosten belaufen sich einschließlich der Trennung des Treppenbereiches auf rund 331 700 Euro, beim Bau zweier Treppentürme auf etwa 578 112 Euro.

Dies seien ausschließlich die Kosten zur Ertüchtigung des Brandschutzes der Gebäudeteile des Doppelgymnasiums, die das HPG nutzt. Da das Friedrich-Magnus-Schwerd-Gymnasium fast baugleich ist, werden hier Kosten in vergleichbarer Höhe auf die Stadt als Schulträger zukommen.

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 03.05.2016

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • Drucken
     

    Das Wetter in Schwetzingen

    Schwetzingen - Prognose für 18 Uhr

    Das Wetter am 23.3.2017 in Schwetzingen: leicht bewölkt
    MIN. 4°
    MAX. 16°
     

    Ihr Kontakt zur Zeitung

    Fragen? Lob? Kritik?

    So erreichen Sie die Schwetzinger Zeitung/Hockenheimer Tageszeitung:

    Sekretariat 06202/205-300
    Fax 06202/205-392
    E-Mail sz-redaktion@schwetzinger-zeitung.de

    Start ins Berufsleben (4)

    Schwindelfrei müssen alle Azubis sein

    Brühl. Hoch hinaus geht es bei Gerüstbau Walter. Der Meisterbetrieb aus der Hufeisengemeinde stellt Baugerüste in der gesamten Region, in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg. Auch Zuschauertribünen und Sonderbauten für das Nationaltheater gehören zum Repertoire des Familienunternehmens. Den Beruf… [mehr]

    Serie

    Unter uns

    "Unter uns" ist der Titel einer neuen, lose erscheinenden Serie.Darin stellen wir Mitbürger vor, die außerhalb Deutschlands geboren wurden und im Laufe ihres Lebens in unsere Region kamen.Kennen Sie jemanden für die Serie oder haben Sie Anregungen? Dann melden Sie sich bei uns: sz-redaktion@schwetzinger-zeitung.de

    Webcam Schwetzingen

    Blick von der Schwetzinger Zeitung in Richtung Westen auf den Schlossplatz.


    Aktuelles Webcam-Bild in Schwetzingen

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR