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Geschichte: Siebtklässler des LGL finden römische Leistenziegel und Pfeilspitze

Burg Stein gibt Geheimnis preis

Von unserer Mitarbeiterin Stefanie Reis

Günter Mössinger bot den Siebtklässlern des LGL eine spannende Geschichtsstunde.

©  str

Nordheim. Europäische Geschichte gebündelt erleben konnten Schüler der siebten Klasse vom Lessing-Gymnasium Lampertheim in Nordheim. Dort besuchten sie während ihrer Europa-Projekttage das Burg Stein Museum und marschierten mit Günter Mössinger, Vorsitzender des Vereins für Heimatgeschichte Nordheim, zur Burg Stein und nahmen dort Vermessungen vor.

In der letzten Ferienwoche finden am Lessing-Gymnasium Europatage statt. Für die Klasse 7a stand bereits ein englisch-französisches Frühstück auf dem Programm - und nun europäische Geschichte in Nordheim.

"Der Kontakt kam durch die Enkelin von Günter Mössinger zustande, die zur Klasse 7a gehört", erzählte Klassenlehrer Lothar Hutz, der gemeinsam mit seiner Kollegin Sarah Caratiola die Schüler nach Nordheim begleitete. "Hier bekommen sie viel von der europäischen Vergangenheit mit, von den Römern bis hin zum Dreißigjährigen Krieg", so Hutz.

Zuerst ging es für die Schüler ins Burg Stein Museum im Alten Rathaus von Nordheim. Dort erzählte Günther Mössinger den jungen Zuhörern von der Entwicklung der Burg Stein und sprach auch über das Kloster Lorsch. Die Schüler versuchten, aus dem Lorscher Codex zu lesen. "Sprachlich klappt das ganz gut, die Schüler haben ja auch Latein als Fach in der Schule", meinte Sarah Caratiola. Dies konnten sie später nochmals beweisen. Denn vor dem Museum steht die Nachbildung des Grabsteines des Ritters von Stein, verziert mit lateinischen Buchstaben und Zahlen. Gemeinsam mit Mössinger wurde dies alles "enträtselt".

Nach dem eher theoretischen Teil im Museum marschierten die Schüler von Nordheim aus zur Burg Stein. Dort wollten sie eigentlich mit Nivelliergerät, Maßbändern und Metern eine Schadensaufnahme der Grundmauern machen, aber dazu kamen sie nicht. "Wir haben stattdessen fantastische Funde gemacht, das erstaunt uns, die regelmäßig dort sind, am meisten. Wir schauen und gucken - und dann kommen Jugendliche und machen diese außergewöhnlichen Funde", berichtete Mössinger begeistert.

Die Siebtklässler fanden doch tatsächlich römische Leistenziegel und sogar noch eine Pfeilspitze eines Armbrustbolzens, welche um das Jahr 1200 datiert werden kann. Doch der faszinierendste Fund war der eines handgeschmiedeten Nagels, der wohl aus der Feuerbrunst um 1631 stammt.

"Solche Nägel, aber nur ganz wenige, wurden bei den Ausgrabungen in den 1970er Jahren hier gefunden, und seitdem ist das der erste Nagel, den wir wieder zu Gesicht bekommen", freute sich Mössinger über den Fund der Schüler.

Somit war die Schadenskartierung erst mal komplett vergessen, viel mehr waren die Schüler nun im Entdeckerfieber. "Immer wieder erstaunlich, wie die Burg Stein Stück für Stück ihre Geheimnisse preisgibt", meinte Mössinger.

© Südhessen Morgen, Freitag, 29.06.2012

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