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Bildung: Förderverein der Schülerbetreuung „Tintenkleckse“ in Biblis braucht ehrenamtliche Helfer

Gesucht: ein neuer Vorstand

Für jedes Kind einen Haken: Betreuerin Helga Hofmann prüft, ob alle Tintenkleckse da sind.

© cid/A

BIBLIS. Langsam läuft die Zeit davon: Der Förderverein der Schülerbetreuung "Tintenkleckse" sucht einen neuen Vorstand. Die Ämter des ersten und zweiten Vorsitzenden sowie des Kassenwarts müssen in fünf Wochen neu besetzt werden, denn dann findet die Jahreshauptversammlung statt. Und die Betreuung von Kindern der Schule in den Weschnitzauen ist nur mit Hilfe eines aktiven Fördervereins möglich.

Deshalb suchen erster Vorsitzender Hermann Snaschel und sein Team dringend Ehrenamtliche. Die Betreuung ermöglicht berufstätigen Eltern, ihrem Job nachzugehen, ohne sich dauernd Gedanken um den Verbleib des Nachwuchses zu machen. Und wie wertvoll das ist, kann jeder nachvollziehen - davon ist der Fördervereinsvorstand überzeugt.

Mit der Betreuung "Tintenkleckse" haben Förderverein, Schule und Gemeinde zusammen ein Angebot für 90 Grundschüler geschaffen. Mit einem Team von zehn Mitarbeitern unter der Leitung von Conny Brutscher werden zurzeit 30 Schüler ganztags und 60 halbtags von 7 bis 17 Uhr im Alten Schulhaus betreut.

Auch für Leiterin Conny Brutscher steht fest, dass nur ein guter Fördervereinsvorstand das Angebot im Haus sichern kann. Dabei denkt sie auch an die Gespräche, die nötig waren, um die Plätze für die Kinder aufstocken zu können: "Es gibt sehr viele Bibliser, die auf die Betreuung angewiesen sind", erzählt sie. Im vergangenen Jahr hätte sie vielen Eltern absagen müssen, weil es nur Plätze für 75 Kinder gab. Doch die Eltern akzeptierten die Ablehnungen nicht und organisierten sich. 15 weitere Kinder bekamen dann eine Aufnahmegenehmigung.

Das Angebot der Schülerbetreuung ist groß und beginnt schon direkt nach Unterrichtsschluss: Wegen der beiden Schulstandorte und der Unterbringung der vierten Klassen in der Neuen Schule laufen die Viertklässler zuerst in die Kirchstraße. Dort warten die Betreuer, die mit ihnen ins Bürgerzentrum zum Mittagessen gehen. Anschließend werden Hausaufgaben gemacht und die von der Schule angebotenen Arbeitsgemeinschaften (AG) besucht. Diese sind keine Pflichtveranstaltungen, weshalb viele Schüler in der Betreuung bleiben.

Hier steht täglich ein Programm mit Ruhepausen oder Aktionsangeboten an. "Brauchen wir einmal Ruhe und Abstand für eine intensive Arbeit, gehen wir in die Bücherei", schildert Conny Brutscher. Einen getrennten Hausaufgabenraum gibt es, dazu den Kreativraum zum Toben, Spielen und Basteln.

Mit dem Programm "Life-Kinetik", das unter anderem von der Bibliser Bürgerstiftung mitfinanziert wird, wird die Aufnahmefähigkeit spielerisch trainiert. Zur Konfliktbewältigung in Schule und Alltag existiert eine zwischen Kindergärten und Schule abgestimmte Methode. Nach dem Leitfaden "Faires Streiten macht Schule" werden Situationen und Verhalten eingeübt, die Gewalt und Aggression erst gar nicht aufkommen lassen. In der Kinderkonferenz haben alle Tintenkleckse Mitspracherecht, was die Themen und Schwerpunkte anbelangt.

Als zusätzliches Angebot gibt es eine Betreuung während eines Teils der Schulferien. All das ist zukünftig nur machbar, wenn auch der Förderverein als Träger dieses Angebots weiterhin existiert und sich Menschen ehrenamtlich um die Rahmenbedingungen kümmern. zesa

© Südhessen Morgen, Freitag, 15.02.2013

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