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Gotteshaus: Umbau in evangelischer Kirche Groß-Rohrheim geplant

Die rote Orgel dominiert den Blick

Der Innenraum der evangelischen Kirche soll neu gestrichen werden. Holzarbeiten und ein Anstrich stehen auf der Liste der Vereine zum Erhalt der Kirche.

© zesa

GROSS-ROHRHEIM. Wer in die evangelische Kirche Groß-Rohrheim hineingeht, taucht ein in eine andere Welt. Hell. Freundlich. Farbenfroh. Kurz: Die spätbarocke Hallenkirche ist anders ausgestaltet als übliche evangelische Gotteshäuser in der Region. Den Blick dominiert die rote Orgel, die im nächsten Jahr ihren 200. Geburtstag feiert. Jetzt soll der gesamte Pedalbereich umgebaut werden.

In die Orgel integriert ist die Kanzel. Das Auge wandert immer wieder hin zu den blitzenden, silbernen Orgelpfeifen, die sich symmetrisch an beiden Seiten anordnen. Pfarrer Konrad Knolle erzählt, dass die Orgel 1814 von der Firma Dietz im Odenwald gebaut worden sei. Erst 1856 fand sie ihren Platz in der Kirche der kleinen Riedgemeinde Groß-Rohrheim. Und dann auch noch den Falschen, denn eigentlich wäre sie im hinteren Teil der Kirche besser aufgehoben gewesen.

Nachdem im Zuge einer Kirchenrenovierung eine Deckenmalerei entdeckt worden war, wurde klar: Der aktuelle Orgelstandort ist falsch, das Instrument verdeckt einen Teil des Bildes. Gegenüber ist ein Wolkengebilde zu sehen und darunter befindet sich ein ovales Fenster, das genügend Licht für die Bedienung der Orgel einfallen ließe. Außerdem mussten am jetzigen Standort zwei zusätzliche Stützpfeiler gebaut werden. Auf der anderen Seite gibt es diese schon, harmonisch in die Kirchenausstattung integriert.

Orgelbauer Gottlieb Dietz hat dem Unikat seine ganz eigene Handschrift aufgedrückt und eine komplexe Technik in die diffizile Konstruktion eingearbeitet. "Unsere Organisten, beispielsweise Stefan Spreitzenbarth, kennen die Orgel gut, sie sind fast Orgeldoktoren", schildert der Pfarrer. Spreitzenbarth spielt seit rund 20 Jahren auf der Orgel. Er weiß, wie das Holz und die ledernen Verbindungen auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen reagieren. "Und er krabbelt auch schon mal hinein in die Orgel und schaut nach dem Rechten, wenn etwas hakt", sagt Knolle.

Geplante Aktion "sehr aufwendig"

Ausgelegt sind die Sitzhöhe und der Abstand zum Pedal als Bedienelement für Menschen mit knapp 1,70 Meter Körpergröße. Nun soll es einen Umbau geben, damit körperlich größere Organisten mehr Beinfreiheit haben. Als "sehr aufwendig" beschreibt der Pfarrer die Aktion, bei der auch die Fortführung der Holzbedienelemente umstrukturiert werden muss. Rund 5000 Euro soll die Maßnahme kosten. zesa

© Südhessen Morgen, Freitag, 08.02.2013

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