Aschermittwoch:
1. Carneval-Club Rot-Weiß beendet die närrische Zeit mit Trauersitzung
Fastnacht im Mülleimer versenkt
Von unserer Mitarbeiterin Rosi Israel
Der Trauerzug der schwarz gekleideten Narren lässt die Fastnacht in die Mülltonne gleiten. Als Grabbeilage wurden ihr vom 1. Carneval-Club Rot-Weiß eine Luftschlage, ein Lutscher und eine Minitröte mit ins Jenseits gegeben.
© Nix
Lampertheim.
Der Trauerfall trat zwar nicht ganz unverhofft ein, aber dennoch löste er eine Vielzahl von Gefühlen aus: Am Aschermittwoch trugen die Mitglieder des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß die Fastnacht zu Grabe. Und viele Gäste waren in die Zehntscheune in Lampertheim gekommen, um den Vereinsmitgliedern in ihrer schweren Zeit beizustehen. Auch wenn die Beerdigung ihrer heiß geliebten Fastnacht wahrlich kein glücklicher Anlass war, so freuten sich die Fastnachter dennoch, einmal noch zusammenzukommen.
Rückblick auf närrische Zeit
In einem fastnachtlichen Programm ließen sie die närrische Zeit kurz aufleben und die zahlreichen Bühnenauftritte Revue passieren. Ihre kunterbunten Kostüme hatten die Tollitäten abgelegt und für das traurige Ereignis elegante Kleidung in Schwarz gewählt. Denn diese Farbe symbolisiert schließlich am besten den schmerzlichen Verlust. Auch die Tischdekoration war in Schwarz gehalten, das Bild mit Stadtprinzessin Sabrina I. zierte ein Trauerflor.
Präsident Markus Gutschalk hauchte zur Begrüßung ein dreifaches "Helau". Und nur während der Tanzdarbietungen ließ Techniker Christian Bopp fröhliche Musik erschallen. Sophia, das Krümeltanzmariechen, begeisterte mit ihrem Gardetanz, gefolgt vom temperamentvollen Tanz der Juniorengarde. Und weil sie so besonders gut ankamen, und sich viele junge Frauen in sie und ihre Kostüme regelrecht verliebte hatten, zeigte die Funkengarde ein letztes Mal ihren Püppchen-Tanz.
Danach machten sich Glanz und Glamour breit. Denn "Rosi Deluxe" alias Rainer Anthes lieferte in einem orangefarbenen Glitzerkleid einen rauschenden Auftritt, der die Besucher zugleich rührte. Denn er interpretierte das Lied "So leb dein Leben." Und während "Rosi" sang: "Mein Freund, einmal da fällt auch für dich der letzte Vorhang, du gehst von dieser Welt", schminkte sich die Diva ab und legte die falschen Wimpern, Kleid und Perücke beiseite. Am Ende stand Rainer Anthes im Scheinwerferlicht. Da wurde Beifall geklatscht, aber die lauten Jubelrufe, wie zu den närrischen Veranstaltungen, blieben aus. Zum Leichen-schmaus gab es - natürlich - Hering und Pellkartoffeln.
Lautes Schluchzen
Später wurde das gemütliche Beisammensein vom lauten Schluchzen der Trauergemeinde unterbrochen. Der Zug der Trauernden setzte sich in Richtung Bühne in Bewegung, voran der Vereinsvorsitzende Freddy Herweck, in der Hand einen Leuchter mit flackernden Kerzen. Die Heringsbraut und die aufgebahrte Fastnacht in Form eines Herings folgten dem Zug des Elferrats. Der Präsident wandte sich noch einmal an das Narrenvolk: "Wir sind zutiefst erschüttert, die Fastnacht wurde dahingerafft." Die Fastnacht, die einst so viele Tage voller Heiterkeit und Frohsinn beschert habe. "In Tränen aufgelöst nehmen wir Abschied."
Seine Rede wurde mehrmals von Klagerufen unterbrochen. Doch alles Jammern half nichts, der Deckel der Abfalltonne wurde angehoben und die Fastnacht sollte darin verschwinden. Doch das tat sie erst nach mehreren Versuchen. "Sie will nicht", stellte der Vorsitzende schelmisch fest. Als Grabbeilage gab er ihr eine Minitröte, eine Luftschlange und einen Lutscher mit in die Tonne. Dazu spielte Christian Bopp einen Trauermarsch.
Markus Gutschalk dankte Stadtprinzessin Sabrina I. für ihre Arbeit und auch allen Mitstreitern für eine harmonische Fastnacht: "Die Kampagne hat uns durch die tolle Teamarbeit noch mehr zusammengeschweißt", bilanzierte der Präsident. Auf die nächste Kampagne blickt er zuversichtlich. Zugmarschall Freddy Herweck sprach zum Abschluss allen Teilnehmern und Unterstützern des Fastnachtsumzuges seinen Dank aus.
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