DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

Sonntag, 19.04.2015

Suchformular
 
 
Bensheim Einhausen Heppenheim Lautertal Lindenfels Lorsch Zwingenberg Lampertheim Bürstadt Biblis Viernheim Groß-Rohrheim Worms

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • Drucken
  • Senden

Auswanderer: Lampertheimer Familie lebt seit 2008 in der Dominikanischen Republik / Rückkehr nach Deutschland kommt nicht infrage

Nie mehr Schneeschippen dank Haus in der Karibik

Von unserer Mitarbeiterin Bärbel Jakob

Lampertheim. Bei dem derzeitigen Wetter wünscht sich so mancher, es den Zugvögeln nachmachen und zumindest den Winter in wärmeren Gebieten verbringen zu können. Die Lampertheimer Manfred und Andrea Kellermann haben sich diesen Traum im Januar 2008 erfüllt. Sie leben heute mit ihren Söhnen in der Dominikanischen Republik.

Im Gegensatz zu vielen anderen Auswanderern, die gescheitert zurückkehrten, haben die Kellermanns dort Fuß gefasst. Sie wohnen im 300-Seelen-Ort Loma de la Pina auf der Halbinsel Samaná. Die Anfänge waren jedoch nicht leicht: Zunächst lebte die Familie in einer Mietwohnung in Santa Barbara de Samaná, zwölf Kilometer von ihrem heutigen Zuhause entfernt. Kaum hatten sie ein Grundstück für ihre Ferienanlage gekauft, wollten es die Vorbesitzer wieder zurück. "Wir kannten uns mit dem Rechtssystem nicht richtig aus, konnten niemandem trauen, noch nicht einmal unserem Anwalt", erinnert sich Manfred Kellermann. Auch als ihre Geschäftsidee langsam Früchte zu tragen begann, habe man versucht, die Neuauswanderer mit "mafiaähnlichen Methoden" auszunehmen.

Baumeister verschwunden

In Lampertheim betrieb Manfred Kellermann einen Dienstleistungsservice. Seine handwerklichen Kenntnisse kamen ihm zugute, als der Baumeister, der ihr Haus errichten sollte, nach vier Monaten einfach nicht mehr kam. Zuvor hatte er eine Gehaltserhöhung verlangt, diese aber nicht bekommen. Den Rest der Arbeit vollendete die Familie daraufhin in Eigenregie.

An Aufgeben dachten sie nie, sagen sie. Der Zusammenhalt in der Familie, das gegenseitige Vertrauen, sagt Manfred Kellermann, habe ihnen Halt gegeben und sie daran gehindert, das Handtuch zu werfen.

Zwei Jahre lang kämpften alle vier hart für ihre neue Existenz - mit Erfolg: Inzwischen ist Ruhe eingekehrt. Die Kellermanns bewohnen nun ihr eigenes Haus mit Swimming-Pool und vermieten Appartements an Urlauber. Andrea kümmert sich um die Gäste. Der 14-jährige Jan und der sechsjährige Tim besuchen eine Privatschule, wachsen dreisprachig auf. Manfred Kellermann hat inzwischen in Samaná, wo er seine Tauchschule führt, ein Büro eröffnet und unternimmt Ausflüge mit den Besuchern. Besonders beliebt seien Tauchgänge zu einer versunkenen Fähre, an der es viele Fische gibt.

Einkäufe erledigen die Kellermanns in Santa Barbara de Samaná oder im 35 Kilometer entfernten Las Terrenas. Für einige Einkäufe aber fahren sie 180 Kilometer in die nächste Großstadt.

"Das Gesundheitssystem ist im Grunde recht gut", erzählt Manfred Kellermann, "wir haben hier internationale Privatkliniken und auch einen guten Zahnarzt." Privatversicherungen seien bei weitem nicht so teuer wie in Deutschland. Dennoch: "Die Hygiene wird teilweise sehr vernachlässigt", sagt er, "in manche Toiletten kann man echt nicht reingehen." Aids sei weit verbreitet, auch Denguefieber und Malaria treten bisweilen auf. In Haiti, dem westlichen Teil der Karibik-Insel Hispaniola, gab es Cholerafälle, vereinzelt auch in der Dominikanischen Republik. Hurricanes haben die Kellermanns zwar auch schon erlebt, ihr Haus blieb aber unversehrt.

Schneeschippen stehe bei ihm definitiv nicht mehr an, sagt Manfred Kellermann. Ganzjährig haben sie Wassertemperaturen über 25 Grad. Manches jedoch vermisst die Familie, etwa die Eisdiele Oberfeld und Café Schmerker in Lampertheim, ein griechisches Restaurant oder auch eine Dönerbude. Zurückkehren kommt für sie dennoch nicht infrage. Andrea und Manfred Kellermann wollen irgendwann ihren Lebensabend in der Dominikanischen Republik verbringen.

© Südhessen Morgen, Freitag, 15.02.2013

Kommentar schreiben

Jeder Kommentar wird mit dem Vor- und Nachnamen des Autors veröffentlicht.

Sie müssen sich anmelden, um einen Kommentar zu verfassen.

Leser-Kommentare  

Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen

    • Drucken
    • Senden
     
     
    TICKER

    Das Wetter in Lampertheim

    Lampertheim - Prognose für 12 Uhr

    15°

    Das Wetter am 19.4.2015 in Lampertheim: wolkig
    MIN. 3°
    MAX. 17°
     
     
     
    Probebetrieb

    Fremdes Leben kennenlernen

    Lampertheim. Ruhestand. Das klingt nach Erholung, nach Zeit für sich, das Haus oder den Garten. Doch Ruhestand, das bedeutet auch: ein anderes Leben, vielleicht zu viel Zeit oder das Gefühl, nicht mehr so sehr gebraucht zu werden. "Viele Menschen fallen dann in ein Loch", sagt Gisela Kaupe. Sie… [mehr]

    Forum der Leser

    Genehmigung nach Gutsherrenart

    Die Teilnahme an den ZAKB-Verbandsversammlungen ist für beide Hüttenfelder Bürgerinitiativen (BI) Pflichtprogramm - natürlich nur als einfache Zuhörer. Dieses Mal (11. Dezember) hat es sich wieder gelohnt, gab es doch eine Weihnachtsbescherung: Geschäftsführer Gerhard Goliasch verkündete voller… [mehr]

     
     

    Newsletter

    Die "Morgenweb"-Redaktion hält Sie auf dem Laufenden - am Arbeitsplatz, zu Hause oder im Urlaub. Geben Sie einfach Ihre E-Mail-Adresse ein:

    Weitere Newsletter

    Innenstadt

    Fällung der Ahornbäume vertagt

    Eigentlich sollten die Ahornbäume in der Rathausstraße jetzt gefällt werden. Überraschend vertagte die Stadtverwaltung die Aktion. [mehr]

    Polizei

    Wem gehört dieses Rad?

    Bürstadt. Ein blau-weißes Alu-Trekking-Rad der Marke Buffalo hat die Polizei bei den Ermittlungen über Diebstähle von Kondolenzbriefen auf dem Bürstädter Friedhof vom 10. April 2015 aufgefunden und sichergestellt. Woher das Fahrrad stammt und wem es gehört, ist bislang unbekannt. Möglicherweise ist… [mehr]

    Handball-A-Liga

    Haas verlässt Groß-Rohrheim

    Ried. Mentale Aufbauarbeit war unter der Woche die Hauptaufgabe für Uwe Groß, Trainer des TV Groß-Rohrheim. Denn seine A-Liga-Handballer waren nach dem knappen 28:29 gegen den Tabellenzweiten TV Büttelborn geknickt: "Meine Mannschaft war schon enttäuscht und hat sich über diese Niederlage geärgert… [mehr]

    Biblis

    Castoren müssen stehen bleiben

    Biblis. Im Bibliser Zwischenlager dürfen 31 Castoren nicht bewegt werden. Bei den Behältern für hochradioaktiven Atommüll wurde die Prüfung der Tragzapfen nicht ausreichend dokumentiert. Das hat das Bundesamt für Materialprüfung (BAM) festgestellt. Bundesweit sollen 315 Castoren betroffen sein. Die… [mehr]

    Kontakt zur Redaktion Lampertheim

    Die Redaktion Lampertheim erreichen Sie unter folgenden Telefonnummern:

     
    Uwe Rauschelbach 06206/15 97 22
    Christian Schall 06206/15 97 24
    Susanne Wassmuth-Gumbel 06206/15 97 25
    Bernhard Zinke 06206/15 97 28
    Fax 06206/15 97 77
    E-Mail Schreiben Sie uns eine E-Mail!
    Abonnement-Service

    0621/392-2200

    Schreiben Sie uns eine E-Mail!

    Anzeigen-Service

    0621/392-1100

    Schreiben Sie uns eine E-Mail!

    Rhein-Neckar-Ticket 0621/10 10 11
     

    Rund 200 Jobs, Praktika und Ausbildungsplätze in Lampertheim und Umgebung finden Sie hier

     

    DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR