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Menschen in Viernheim: Dr. Uwe Pfenning neuer Präsident des Badischen Schachverbandes / Verantwortlich für knapp 8000 Mitglieder und drei Bundesliga-Teams

Denksport verbindet Mathe mit Kunst

Von unserem Redaktionsmitglied Wolfram Köhler

Erster Stadtrat Martin Ringhof (r.) setzt Dr. Uwe Pfenning matt: Trotz der Niederlage bei einem - ungleich besetzten - Doppelwettbewerb erinnert sich der frisch gewählte Präsident des Badischen Schachverbandes noch gerne an das Denksport-Festival 2006 im Rhein-Neckar-Zentrum.

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Viernheim. Den Viernheimer Stadtverordneten ist Dr. Uwe Pfenning als leidenschaftlicher Debattenredner noch in bester Erinnerung. Doch nun schenkt der langjährige Fraktionsvorsitzende der Grünen sein ehrenamtliches Engagement ganz seiner Lieblingssportart: Seit wenigen Tagen führt der begeisterte Denksportler als Präsident den Badischen Schachverband (BSV) an.

Gewählt wurde Pfenning beim Verbandstag in Lahr in "ein gutes Team, mit dem man etwas verändern kann", wie er selbst betont. Neben dem "Chef" zählen dazu drei Vizepräsidenten, Schriftführer, Pressesprecher, Sportdirektor und der Vertreter der Schachjugend. Steigern will der frühere Vorsitzende des Schachclubs Viernheim vor allem die Popularität des Königlichen Spiels. "Wir sind Europameister", weist der BSV-Präsident auf den jüngsten Erfolg der Nationalmannschaft hin. Und in der Bundesliga gingen gut zwei Drittel der Weltelite an den Start. Selbst dass der aktuelle Weltmeister, der Inder Vishy Anand, für die Ooser Schachgesellschaft (OSG) Baden-Baden antrete, sei nur Kennern der Szene bekannt.

Entwicklungspotenzial sieht Pfenning aber nicht nur in der Außendarstellung, sondern auch der Vereinsarbeit. Die Clubs, die er als "Kulturgut" bezeichnet, hätten längst "nicht mehr so viel Zulauf wie früher". Stattdessen würden sich immer mehr Hobbyspieler auf Internet-Plattformen tummeln. Stark im Aufwind sei darüber hinaus das Schulschach, das der neue Präsident als "sinnvolle Ergänzung" zum regulären Unterricht weiter fördern will.

Erfolgreiche Nachwuchsförderung

Breiten- und Leistungssport lägen ihm gleichermaßen am Herzen, fasst der Viernheimer seine Ziele zusammen. Schließlich gehören dem Badischen Verband mit seinen knapp 8000 Mitgliedern auch drei Bundesliga-Mannschaften an. Für Vorbilder bei der Nachwuchsförderung - etwa in der Karpow-Schachakademie Rhein-Neckar - sei also bestens gesorgt. Dass sich das zeitaufwendige Training am schwarz-weißen Brett lohnt, daran lässt Pfenning keinen Zweifel. Der studierte Soziologe würdigt die "starke pädagogische Funktion" des Spiels mit Dame und König, das nicht nur die Konzentration über mehrere Stunden, sondern auch die mathematische Denkweise schule: "Um den besten Zug zu finden, muss man viel rechnen." Uwe Pfenning verbindet mit dem Schach aber auch "Kunst und Ästhetik": Als Beispiele dafür nennt er besonders schöne Bretter und Figuren oder die Schachnovelle des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig.

Auch wenn es Pfenning nie in die Bundesliga-Teams seiner Heimatstadt geschafft hat: Als guten Schachspieler sieht er sich, auch im Vergleich zu seinen neuen Präsidiumskollegen, schon an. Aktiv war er in der zweiten und dritten Mannschaft des SC Viernheim - "zwischen Kreisklasse und Oberliga" - aber auch für die TSG Mutterstadt und Turm Ludwigshafen. Erreicht hat Pfenning aber auch einiges als Vorsitzender des Viernheimer Schachclubs. So wurde der Verein in seiner Amtszeit vom Olympischen Club Starkenburg für die vorbildliche Jugendarbeit ausgezeichnet.

Festival im RNZ

Stolz ist der Funktionär heute aber vor allem auf den großen Publikumserfolg der Rhein-Neckar-Schachfestivals 2006 und 2008. Eine außergewöhnliche Kooperation zwischen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern und professionellem Einkaufszentrum habe es ermöglicht, "Schach im öffentlichen Raum zu präsentieren".

In nicht ganz so guter Erinnerung hat Pfenning allerdings die damit verbundene Niederlage in einem Doppelschach-Wettbewerb gegen Ersten Stadtrat Martin Ringhof. Sie brachte dem damaligen Kommunalpolitiker einige "Lacher im Stadtparlament" ein - aber auch eine Schlagzeile des "Südhessen Morgen, mit der er sehr gut leben könne: "Schachclub-Vorsitzender ein fairer Verlierer."

© Südhessen Morgen, Donnerstag, 12.07.2012

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