Jugend musiziert:
Theresa Stumpf, Angelika und Judith Zeichner freuen sich über zweite Plätze bei Regionalwettbewerb
Geigerinnen geben den Ton an
Von unserem Redaktionsmitglied Bertram Bähr
Überzeugten die Jury von "Jugend musiziert": Theresa Stumpf, Judith und Angelika Zeichner (v.l.). Adeline Kern (r.) begleitete die beiden neunjährigen Mädchen am Klavier. Über den Erfolg ihrer Schülerinnen freuen sich Geigenlehrerin Justyna Greupner und Musikschulleiter Claus Schmitt.
© bhr
Viernheim.
Theresa Stumpf hat viel Routine. Seit fast zehn Jahren spielt die 13-jährige Leistungsstipendiatin der städtischen Musikschule Geige. Beim "Advent in St. Michael" im Dezember 2012 trat sie als Solistin vor ein großes Publikum - zahlreiche weitere Auftritte etwa beim Kammermusikabend der AMS oder dem Benefizkonzert für Satonévri waren vorausgegangen. Und 2010 holte sie beim Regionalwettbewerb von "Jugend musiziert" den ersten, beim darauf folgenden Landeswettbewerb einen zweiten Platz.
Während sie jetzt in der Akademie für Tonkunst in Darmstadt erneut vor die Juroren des Regionalwettbewerbs trat, war es für die beiden neunjährigen Schülerinnen Judith und Angelika Zeichner das erste Mal. Und dennoch, lacht Angelika, sei sie - anders als Judith - überhaupt nicht aufgeregt gewesen. "Da waren ja nur ganz wenige Leute", begründet sie im Gespräch mit dem "Südhessen Morgen". 20 Angehörige, Juroren und Lehrer mögen es gewesen sein. Ist das nicht eine ganze Menge? "Nee", sagt Angelika.
Ob aufgeregt oder nicht: Die drei Schülerinnen kehrten aus Darmstadt allesamt mit zweiten Plätzen aus der südhessischen Großstadt zurück. Judith und Angelika nehmen seit vier Jahren Geigenunterricht. Empfohlen hat Angelika das Instrument "meine Schwester. Da habe ich gesagt, na gut", erzählt sie fröhlich.
Die beiden Neunjährigen spielten, am Klavier begleitet von der Leistungsstipendiatin Adeline Kern (18), jeweils drei Stücke. Judith präsentierte Teile des Concertino D-Dur op. 4 von Ferdinand Küchler, sechs Variationen über "Frère Jacques" von Janina Gascia und die Ballade op. 123, Nr. 5 Moderato von Charles Dancia. Angelika beeindruckte die Jury mit dem 1. Satz aus dem Konzert G-Dur op. 34 von Oskar Rieding, einem Wiegenlied von Isaac Josifovitsch Dunajewsky und dem Allegro moderato von Charles Dancia.
Unterstützung der Eltern wichtig
Theresa Stumpf, die neben dem Hauptfach Geige in der Musikschule als Nebenfach Klavier belegt, konnte mit der Romanze F-Dur op. 50 von Ludwig van Beethoven, dem 1. Satz Allegro aus dem Konzert Nr. 9 a-Moll von Charles Auguste de Bériot und dem 1. Satz Allegro non molto aus den Jahreszeiten von Antonio Vivaldi - ihrem Lieblingskomponisten - überzeugen. Musikschullehrerin Chikako Fujita begleitete die 13-Jährige am Klavier.
"Ich war fast gar nicht aufgeregt", berichtete sie gestern. Bei großen öffentlichen Auftritten wie beim "Advent in St. Michael" sei das anders: "Aber das ist normal."
Geigenlehrerin Justyna Greupner freut sich über ihre hochmotivierten Schülerinnen, die täglich - zumindest fast täglich - üben. Geht das den Eltern nicht irgendwann auf die Nerven? "Nein, nein", sagen die neunjährigen Mädchen: "Die hören das gerne." Das freut Musikschulleiter Claus Schmitt: "Es ist ganz wichtig und entscheidend für uns Lehrer, dass die Eltern das unterstützen."
Weitere Wettbewerbe stehen jetzt erst einmal nicht an. Aber das, betont Justyna Greupner, sei zweitrangig. Auftritte vor Juroren seien lediglich eine von vielen Möglichkeiten, "den Horizont zu erweitern" und die Scheu zu verlieren, vor Publikum zu spielen. Das üben übrigens schon die jüngsten Schüler. Die regelmäßigen Vorspiele sind nämlich fester Bestandteil des Unterrichts.
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