Jörg Schoof, Sabine Schramek und Bärbel Stumpf leiten den jungen Verein.
© bka
Viernheim.
Die meisten Kunsthandwerker und Hobbykünstler sind als "Einzelkämpfer" tätig, sie sehen sich auf Messen und Ausstellungen an streng abgegrenzten Verkaufsständen. In Viernheim haben sich jetzt Hobbykünstler zu einem Verein zusammengeschlossen, um ihre Veranstaltungen und die Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam zu organisieren. Das erste Projekt des jungen Vereins wird der Kunsthandwerkermarkt beim "4nheimer Stadtfest" am kommenden Wochenende sein (wir berichteten am Donnerstag).
"Es war an der Zeit", meint Vereinsvorsitzende Sabine Schramek, "dass sich auch die Gruppe der Hobbykünstler in Viernheim zu einem Verein findet". Bisher habe es den Zugang zu Räumlichkeiten, eine offizielle Förderung oder die Möglichkeit zur gegenseitigen Aussprache nur auf Märkten gegeben. "Einzelkämpfer wie zum Beispiel eine bastelnde ältere Dame, der still vor sich werkelnde Rentner oder der kreative Part in einer Familie haben so gut wie keine Lobby, falls sie es nicht schaffen, sich über das Internet oder Gleichgesinnte zu informieren", ergänzt Schramek. Weiterbildungen seien bisher nur bei der Volkshochschule oder dem Familienbildungswerk gegen Gebühren möglich gewesen. Außerdem sind die Kurse dort zeitlich begrenzt, Ratsuchende können sich nicht zwischendurch mit Einzelfragen an die Experten wenden.
Also lag die Idee nahe, einen Verein zu gründen, bei dem der eine dem anderen hilft. Aus den 13 Gründungsmitgliedern sind in einem Vierteljahr 26 Hobbykünstler geworden. Der größte Teil von ihnen kennt sich vom Viernheimer Weihnachtsmarkt und den Hobbyausstellungen im Bürgerhaus. Die meisten kommen aus Viernheim, aber es gibt auch Mitglieder aus Mannheim, Worms und Biebesheim. Treibende Kraft bei der Vereinsgründung war Sabine Schramek, die seit mehr als zehn Jahren in Kooperation mit dem Kommunalen Freizeit- und Sportbüro den Kunsthandwerker-Bereich auf dem Weihnachtsmarkt organisiert. Ihr steht Jörg Schoof als stellvertretender Vorsitzender zur Seite, ergänzt wird der Vorstand durch die Kassenwartin Bärbel Stumpf und die Schriftführerin Liane Schmitt.
Die Hobbykünstler legen Wert darauf, dass die von ihnen gefertigten Gegenstände keine Massenware sind, sondern mit viel Liebe zum Detail selbst hergestellt wurden. An ihren Verkaufsständen gibt es jedenfalls keine Ware, die in großen Mengen fabriziert und dann weiterverkauft wird.
So hat sich der stellvertretende Vorsitzende Jörg Schoof zum Beispiel darauf spezialisiert, Teddybären aus echtem Fell herzustellen. Er besorgt sich bei Kürschnern Fellreste oder kauft Kleidungsstücke auf, die nicht mehr getragen werden. Aus diesem Material entstehen dann besonders edle Teddybären. Die Wiederverwertung von Rohmaterial steht auch bei Sabine Schramek im Vordergrund, wenn sie aus Wachsresten neue Kerzen zieht.
Tipps und Tricks weitergeben
Die Weitergabe von solchen Tipps und Tricks soll das Thema bei den monatlichen Treffen sein, die im Café Kempf, Rathausstraße 29, stattfinden. Wenn entsprechendes Interesse besteht, ist auch an die Veranstaltung von Kursen gedacht. Allerdings möchte der Verein dabei nicht in Konkurrenz zur Volkshochschule oder anderen Anbietern treten, eventuelle Erlöse sollen für karitative Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Weitere Infos gibt es telefonisch unter 06 204/92 96 73.
Das Hauptaugenmerk gilt jetzt aber erst einmal dem Kunsthandwerkermarkt beim "4nheimer Stadtfest". Am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Juni, laden 21 Aussteller an ihre 16 Stände in der unteren Rathausstraße sowie im Hof des Café Kempf ein. Auch dort geht es nicht nur um den Verkauf, sondern den Erfahrungsaustausch und das Gespräch mit den Besuchern. bka
Leser-Kommentare
Aufgrund von nicht freigegebenen Kommentaren kann die Anzahl dargestellter Kommentare abweichen