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Hygiene: Stadt Worms macht erneut mit Fähnchen und frechen Sprüchen gegen unappetitliche „Tretminen“ mobil

„Nicht der Hund ist das Ferkel“

Von unserem Redaktionsmitglied Bernhard Zinke

Mit Fähnchen und kecken Sprüchen kämpft die Stadt Worms gegen "Tretminen".

© Stadt Worms

Worms. Es stinkt noch immer zum Himmel. "Da stehen unsere Gärtner im Beet und pflanzen Blumen und fünf Meter dahinter lässt ein Hundehalter ungerührt sein Tier ein dickes ,Ei' legen - ohne es wegzuräumen", ärgert sich Erich Kulling, Mitarbeiter der städtischen Grünflächenabteilung. Weil die Verschmutzung mit unangenehmen "Tretminen" nach wie vor ein großes Aufregerthema ist, wiederholt die Stadt Worms jetzt ihre Kampagne gegen Hundekot auf öffentlichen Straßen und Plätzen.

Jedes Häufchen in den öffentlichen Parkanlagen bekommt ein knallorangenes Fähnchen, auf dem Aufschriften wie "Nicht der Hund ist das Ferkel" oder "Kein Fake! Ist echt!" stehen. Start der Kampagne ist am 24. März um 10 Uhr auf dem Lutherplatz. Wer dort hin kommt, erhält ein Leckerli, informiert der städtische Pressesprecher Hans H. Brecht. Für die Hunde gibt's ein Tütchen Frolic, für Herrchen oder Frauchen hält die Stadt eine Süßigkeit bereit - als Belohnung für bereits aufmerksame Hundehalter und als Motivationshilfe für alle anderen.

Im vergangenen Frühjahr zierten Tausende solcher Fähnchen die Wormser Grünflächen und machten sehr augenfällig auf das massive Problem aufmerksam. Offensichtlich hat die Aktion gefruchtet. Denn die Stadt hat im vergangenen Jahr mit einer halben Million so viele Tüten für die tierischen Hinterlassenschaften ausgegeben wie noch nie. Im Lauf der vergangenen vier Jahre habe sich die Zahl gut und gern verdoppelt, schätzt Erich Kulling - das sind rund 1400 Tüten pro Tag. Genau das ist auch das Ziel. Die Stadt möchte die Hundebesitzer dazu motivieren, zum Tütchen aus einem der Spender zu greifen, die überall in der Stadt aufgestellt sind.

Potenzieller Krankheitserreger

Argument ist für sie nicht nur die bloße Menge - rund zwei Tonnen am Tag schaufeln die Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs von Straßen und Plätzen, hat die Stadt ausgerechnet. Der Hundedreck ist auch eine Frage der Hygiene und Gesundheit. Jedes Häufchen ist ein potenzieller Krankheitserreger, weil sich dort jede Menge Parasiten tummeln. Und die können Menschen durchaus gefährlich werden, Leber, Lunge oder das zentrale Nervensystem schädigen. Besonders gefährdet sind kleine Kinder, Senioren und Menschen mit schwachem Immunsystem.

Die Stadt Worms sieht sich auch in der Verantwortung für ihre Gärtner, die jetzt wieder auf den Grünflächen unterwegs sind und immer wieder unliebsame Bekanntschaft mit dem Dreck machen. Es sei nicht eben angenehm, immer wieder in Hundehaufen herumwühlen zu müssen, so Brecht.

Tendenziell sei das Bewusstsein für diese unappetitliche und durchaus gefährliche Umweltverschmutzung ja gestiegen, sagt Pressesprecher Brecht. Allerdings gebe es noch immer viel zu viele uneinsichtige Hundehalter. Diese gelte es mit solchen Aktionen zu sensibilisieren. Am besten nach dem Schneeballprinzip, dass sie sich gegenseitig motivieren, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner selbst zu beseitigen.

Auch andernorts hat die Wormser Aktion gegen den Hundekot viel Resonanz gefunden. Mehrere Städte, etwa das badische Gaggenau, hätten sich informiert und ebenfalls Fähnchen produziert. Und die Stadt Lorsch (Kreis Bergstraße) hat erst vor wenigen Wochen ganze Fahnenmeere in ihren Grünanlagen aufgestellt. "Wir haben das auch gemacht - leider mit ganz viel Erfolg", berichtet die Pressesprecherin des südhessischen Städtchens, Gabi Dewald. "Das hat ganz viel Aufmerksamkeit geschaffen", sagt sie - von Protest gegen die Verschmutzung bis hin zu Kommentaren, dass man ja Hundesteuer zahle und damit auch finanziere, wenn die Hinterlassenschaften von der Stadtreinigung entsorgt würden. Und auch sie - selbst Hundehalterin - schimpft, wenn die Stadtgärtner mulchen müssen: "Das ist widerlich, wie den Kollegen da der Dreck um die Ohren fliegt."

Lob von Privatleuten

Die Stadt Worms hat auch Anrufe von Privatpersonen bekommen, die die Idee klasse fanden. "Denen haben wir auch einen Schwung Fähnchen geschickt", berichtet Erich Kulling von der Grünflächenabteilung. Kosten produziert die Aktion übrigens kaum. Die Sprüche der Fähnchen hat sich die städtische Pressestelle überlegt, die Fähnchen hat die Hausdruckerei auf neonorangenen Restpapier-Beständen gedruckt. Pressesprecher Brecht: "Im Grunde kostet die Aktion diesmal nur die Leckerlis."

© Südhessen Morgen, Mittwoch, 15.03.2017

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