Bad Mergentheim.
Die Wahl von zwei neuen Ehrenmitgliedern, Berichte, Vorstandswahlen und Ehrungen bestimmten die Hauptversammlung des Fischereivereins Bad Mergentheim im evangelischen Gemeindehaus.
Vorsitzender Ulrich Landwehr verwies auf die Mitgliederstruktur. Im Verein seien 164 aktive Fischer. Bedauerlich sei, dass die Vereinigung der deutschen Angler-Dachverbände VDSF und DAV gescheitert sei. Für die Verbandsarbeit im Rahmen der Mitgliedschaft im VFG (Verband für Fischerei und Gewässerschutz) vor Ort und im Land habe das keine direkten Auswirkungen. Zudem erinnerte er an die Möglichkeiten, vom VFG betreute Gewässer zu befischen.
Deutlich machte der Vorsitzende, dass Fischen und andere Freizeitaktivitäten am und im Wasser der gegenseitigen Rücksichtnahme bedürften. "Wir Angler müssen und wollen uns am Wasser mit anderen arrangieren. Nicht akzeptieren müssen wir Schädigungen am und im Gewässer", betonte Landwehr.
Ein wichtiges Thema 2012 war das Aalsterben, ausgelöst durch den Aal-Herpes-Virus. "Betroffen waren vor allem große Aale. Der Virus ist in der gesamten Tauber verbreitet und wird ab einer Wassertemperatur von 20 Grad aktiv. Der Auslöser ist unklar", erläuterte der Vorsitzende.
Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit war der "Tag des Angelns"; die Veranstaltung am Wehr Bad Mergentheim war erfolgreich. "Das war ein Highlight", lobte Landwehr den Einsatz der Helfer. "Wir stellten unsere Passion, aber auch die Artenvielfalt in unseren Gewässern sowie die ökologischen Aspekte vielen Interessenten dar", erinnerte Landwehr. Es sei überlegenswert, diesen Infotag künftig in Verbindung mit dem Naturerlebnistag der Naturschutzgruppe anzubieten.
Als erfolgreich sei auch der Besatz mit Äschenbrütlingen zu bezeichnen. Auch 2013 und 2014 solle dieses Projekt weitergeführt werden, der Fischereiverein erhalte dafür weiterhin einen hohen Zuschuss des Regierungspräsidiums. Ebenfalls fortgesetzt werde Besatz mit Bachforellen-Brütlingen. Beide Maßnahmen dienten dem Aufbau eines selbsterhaltenden Bestands.
Schriftführer Sven Karl bat die Mitglieder, nach elf Austritten gibt es aktuell 164 Aktive sowie elf Jugendliche, um eine höhere Beteiligung bei Veranstaltungen. Die Nutzung der Homepage sei "steigerungsfähig. Die dient auch dem gegenseitigen Austausch oder Verabredungen zum gemeinsamen Fischen." Zudem sollten die Fangmeldungen online abgegeben werden. Als aktive Fischer im Verein aufgenommen wurden vier Angler aus der Jugendabteilung (Michael Brand, Felix Eckard, Jochen Ruck, Christoph Sachs) und acht Neuzugänge: Arno Betz, Jürgen Mächerlein, Eduard Pfeifer, Harald Rieger, Stephan Singer, Marco Weiss, Peter Wilke und Nico Zierlein.
Kurz war der Kassenbericht von Matthias Welz. Er berichtete von einem kleinen Plus. Gewässerwart Josef Dürr erläuterte die erfolgten Besatzmaßnahmen. Probleme habe es bei der Beschaffung von Schleien und Karpfen gegeben. "Da gab es bei den Züchtern vor allem bei Schleien, aber auch bei Karpfen Engpässe. Die Ursachen sind in beiden Fällen gleich: Kormorane."
Umfangreiche Pflegemaßnahmen wurden an den Seen geleistet, wofür Dürr den Helfern seinen Dank aussprach. Das Problem mit dem Pegelstand des Hollenbacher Sees sei mittlerweile behoben worden, vermeldete Dürr. "Wir können dort in diesem Jahr wieder unser Königsfischen abhalten."
Jugendgruppenleiter Steffen Kenk bat alle Aktiven, Jugendliche zum Fischen mitzunehmen. "Die Jugendgruppe wird sich dieses Jahr häufiger treffen", kündigte Kenk an. Sven Plewa erläuterte zudem die geplante "Waller-Tour" nach Italien. Der Referent für Fischereifragen, Andreas Herrschlein, mahnte eine höhere Beteiligung bei den Vereins- Veranstaltungen an. "Gemeinsam macht es mehr Spaß."
Kassenprüfer Jürgen Bamberger attestierte Schatzmeister Matthias Welz eine einwandfreie Kassenführung und empfahl die Entlastung.