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Kreisjägervereinigung: Dem Fuchs geht’s an den Kragen

Verstärkte Bejagung

Archiv-Artikel vom Donnerstag, den 14.02.2013

Auf der Strecke geblieben: ein erlegter Rotfuchs.

© FN

Bad Mergentheim. Die "Fuchswoche"der Kreisjägervereinigung Mergentheim endet am kommenden Samstag endet . Die Jäger sind in dieser Woche aufgerufen, dem Rotfuchs verstärkt nachzustellen. Das Streckelegen findet am Samstag, 16. Februar, ab 16 Uhr mit kleinem Imbiss am Lagerfeuer beim Jägerhaus Schüpferloch statt. Das Laser-Schießkino steht ebenfalls zur Verfügung.

Die strenge Bejagung des Rotfuchses ist eine wichtige Aufgabe des Jägers, der als Heger des Niederwilds in der Verantwortung ist. Wie die Wildforschungsstelle Aulendorf in neuen Studien bestätigt, richtet der Fuchs durch hohe Bestände großen Schaden unter Bodenbrütern und dem Niederwild (einschließlich dem Rehwild) an, so dass die Jagd als regulierender Faktor von Bedeutung ist.

Oft werde behauptet, dass sich die Fuchsbestände von selbst regulieren und dass die Fuchsbestände aufgrund einer zerstörten Sozialstruktur durch erhöhte Nachkommenzahl ansteigen, schreibt die Kreisjägervereinigung in einer Pressemitteilung.

Dr. Manfred Pegel von der Wildforschungsstelle Aulendorf (Baden-Württemberg) widerlege diese Theorie klar. Der Fuchs hat als Nahrungsgeneralist kaum Probleme, es kommt durch hohe Bestandsdichten zu vermehrter Aggression unter den Artgenossen, die wiederum zu Abwanderungen (bis zu 80 km) und damit zur Verbreitung von Krankheitserregern führt. Nur die Jagd könne die hohen Bestände begrenzen. Füchse drängen zudem vermehrt in menschliche Siedlungen. Sie finden in Ställen, an Komposthaufen oder auf Müllhalden Nahrung im Überfluss - die Jäger der KJV Mergentheim können dies bestätigen: Regelmäßig werden Füchse direkt neben Hühnerställen erlegt.

Eine bedeutende Rolle für den Anstieg der Fuchspopulation spielte die erfolgreiche Immunisierung gegen Tollwut - seit dem 8. August 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei. Damit es auch so bleibt soll der Fuchs weiter scharf bejagt werden: "Die Tollwut erlischt oder setzt sich in einem Gebiet nicht weiter fort, wenn die Fuchsdichte unter einen bestimmten Wert abfällt", so das Fazit der Wildforschungsstelle Aulendorf. Die Fuchsbejagung wirkt weiteren Krankheiten wie z. B. der Räude und der Verbreitung des Fuchsbandwurms entgegen. Aktuelle Studienergebnisse des Friedrich-Loeffler-Instituts in Thüringen belegen, dass sich der Bandwurm zwischen 1990 und 2003 flächenmäßig stark ausgebreitet hat - teilweise ist sogar jeder zweite Fuchs infiziert. Eine Infektion des Menschen mit dem Kleinen Fuchsbandwurm kommt in Deutschland zwar "nur" zehn bis 20 Mal im Jahr vor, darf aber in ihrer Gefährlichkeit nicht unterschätzt werden. Die Erkrankung ist lebensgefährlich, und da sie oftmals erst sehr spät entdeckt wird, befürchtet man eine gewisse Dunkelziffer. Thomas Romig vom Lehrstuhl für Parasitologie der Universität Hohenheim bestätigt: "Die Zahl der Menschen, die den Erreger in sich tragen ist nicht bekannt." .

In Wohngebieten sollte darauf geachtet werden, dass der Fuchs nicht mit Futter angelockt wird. So dürfen zum Beispiel Speisereste nicht auf Komposthaufen geworfen werden und Katzenfutter sollte für Füchse nicht erreichbar sein... KJV

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 14.02.2013
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