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Freitag, 25.05.2012

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Oststadt: Pauline-Maier-Haus startet Praxisseminar für pflegende Angehörige und Ehrenamtliche / Beim nächsten Termin geht es um Demenz

Schieben eines Rollstuhles will gelernt sein

Von unserem Redaktionsmitglied Waltraud Kirsch-Mayer

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Auftakt des Praxisseminars: Beim Rollstuhl-Training übten die Teilnehmer vor dem Pauline-Maier-Haus rückenfreundliches Bewältigen von Bordsteinen. Fachmann Gilbert Blank (Bild) gab viele Tipps.

© zg

"Theorie ist, wenn alle wissen, wie es geht - es aber nicht geht", lautet ein beliebter wie weiser Kalenderspruch. Und der gilt auch für das Schieben eines Rollstuhls. Das kann doch nicht so schwer sein, einen pflegebedürftigen Menschen spazieren zu fahren, dürfte so manch einer denken, der damit keine Erfahrung hat. Von wegen! Rollstuhlschieben hat so seine Tücken. Das machte der Auftakt des Praxisseminars im städtischen Pauline-Maier-Haus deutlich. Die Informationsreihe wendet sich an Angehörige und Ehrenamtliche.

Rollstuhl nicht gleich Rollstuhl

"Theorie steht im Hintergrund - uns ist wichtig, konkrete Erfahrungen zu vermitteln", erläuterte Radegunde Mösle, Leiterin des Altenpflegeheimes an der Lessingstraße, das Konzept der Veranstaltungsreihe. Und deshalb beschränkte sie sich bei der Seminarpremiere auf einige Begrüßungsworte und überließ einem Gast von der Praxisfront das Informieren und Demonstrieren. Gilbert Blank vom Rehateam des Sanitätshauses Kocher verstand es, den Praxisnachmittag auf lockere Art mit "Action" und Aha-Erlebnissen zu gestalten. Der Experte hatte mehrere Modelle bereitstellen lassen - "denn Rollstuhl ist nicht gleich Rollstuhl", lautete immer wieder seine Botschaft. Beispielsweise erfuhren Angehörige und Ehrenamtliche, dass es Modelle nur zum Schieben auf der Straße oder im Park gibt. Mehrfach mahnte Gilbert Blank: "Vor jeder Ausfahrt unbedingt die Bremsen kontrollieren." Wenn diese nicht richtig funktionieren, könne ein abschüssiger Weg schnell zur Gefahr werden. Nicht schlecht staunten die Seminarteilnehmer, als der Fachmann zeigte, wie sich ein Rollstuhl mit einem gezielten Griff zusammenklappen und obendrein in Teile zerlegen lässt. "Für die meisten Modelle reicht ein Polo-Kofferraum." Der Rehaberater hatte viele Kniffe parat. Beispielsweise für jene zarte Frau, die erklärte, ihren Mann im Rollstuhl kräftemäßig kaum schieben zu können - vor allem bei Steigungen von Straßen oder Rampen. Hier empfahl der Praktiker eine elektrische Schiebehilfe, die als Untersatz montiert und je nach Einzelfall und Absprache auch von Krankenkassen bezahlt wird.

Zu dem Praxisseminar gehörten natürlich Trainingseinlagen drinnen und draußen . Gilbert Blank führte in die Kunst ein, einen - selbst mit einem gewichtigen Menschen - besetzten Rollstuhl beispielsweise in einem engen Gässchen auf der Stelle zu drehen. Der Kniff dabei: Eine der Endholme muss richtig gedrückt werden. Und vor dem Haus übten die Teilnehmer in verteilten Rollen, wie Bordsteinkanten angenehm für den Geschobenen und rückenfreundlich für den Schiebenden überwunden werden können.

Obendrein gab es so manch eine psychologische Erkenntnis. "Du liebe Güte sitzt man da tief und hat eine völlig andere Sicht", meinte ein Ehrenamtlicher, der sich im Rollstuhl schieben ließ und im Fahrstuhl feststellte, dass er kaum die Schalter erreicht.

Beim nächsten Praxisseminar (siehe Info-Kasten) geht es um demente Menschen, die bereits in ihre eigene Welt abgedriftet sind. "Die Welt aus der Sicht von Dementen." Weiteres Thema (im März): Alltagsbegleiter wollen - verknüpft mit vielen Tipps - ihre Erfahrungen zu Aktivierungsmöglichkeiten weitergeben.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 01.02.2012

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