Brühl

Auslandsaufenthalt Abiturientin Jacqueline Ruffler wird ein Jahr lang auf den Fidschi-Inseln leben / Sprachbarrieren befürchtet die 18-Jährige nicht

Sie hilft dort, wo andere Urlaub machen

Brühl.Die Fidschi-Inseln - ein tropisches Paradies irgendwo in der türkisblauen Südsee. Schier endlose weiße Sandstrände, von Palmen gesäumt. "Auf den Hauptinseln gibt es aber auch größere Städte mit all ihren Problemen und es gibt winzige Bergdörfer, in denen Wasser gar nicht und Strom nicht rund um die Uhr aus Leitungen kommt - teilweise sind die Orte auf dem Niveau anderer armer Entwicklungsländer", holt Jacqueline Ruffler den vom Urlaub Träumenden auf den harten Boden der Realität zurück. Und die 18-jährige Abiturientin weiß, wovon sie spricht, denn das nächste Jahr will sie dort leben, als Hilfslehrerin arbeiten und sich in sozialen Projekten engagieren.

Der Fidschi-Archipel als Ferienziel - da kann man nichts sagen. Aber wieso zieht es die junge Brühlerin in ihrem Auslandsjahr explizit in dieses Land? "Genau erklären kann ich das nicht", räumt Jacqueline Ruffler im Gespräch mit unserer Zeitung ein und lacht, "ich habe mich bei einer englischen Austauschorganisation informiert, welche Ziele möglich sind. Und am Ende kamen für mich spontan nur zwei in Frage: Ghana oder eben die Fidschi-Inseln." Für den Südpazifik habe letztlich auch gesprochen, dass die Fidschis als demokratisches Land mit einer friedlichen und stabilen Gesamtsituation gelten. Was hat ihre Familie, was haben ihre Freunde gesagt, als sie von ihren Plänen erfahren haben? "Die Reaktionen waren fast durchweg positiv - und sie wollen mich bei der Arbeit dort irgendwie von hier aus unterstützen", sagt sie. Allerdings würden viele Altersgenossen erst einmal nachfragen müssen, wo genau die Fidschi-Inseln denn zu finden seien.

Komplett andere Kultur

Eine Frage, die Ruffler inzwischen gut beantworten kann. Denn seit die Entscheidung gefallen ist, beschäftigt sich die junge Frau über verschiedenste Quellen mit ihrer neuen Heimat für ein Jahr. Zunächst wurden ihr über die Austauschorganisation Gespräche mit Menschen vermittelt, die sich auf den Inseln im Südpazifik auskennen. Und jetzt, nachdem die letzten Abiturprüfungen am Bach-Gymnasium erfolgreich abgeschlossen sind, will sie sich auch intensiv einlesen. "Es ist schon faszinierend, was für eine fremde, komplett andere Kultur mich dort auf der anderen Seite der Welt erwartet", sagt sie. Aber dieses ganz andere Leben dort bereite ihr keine Sorgen, sagt sie, im Gegenteil, sie freue sich darauf.

Erfahrungen wird sie hautnah sammeln, denn während des Jahres ist sie bei einer Gastfamilie untergebracht. Ihr Alltag wird vor allem vom Unterricht in einer Grundschule geprägt sein, denn sie wird dort als Hilfslehrerin arbeiten. Übrigens bekommt sie dafür kein Geld, ihre Entlohnung besteht aus Kost und Logis bei der Gastfamilie. Wo genau in dem Inselstaat die junge Brühlerin eingesetzt wird, das steht noch in den Sternen. "Wir erfahren das sehr kurzfristig - die meisten werden wohl in den Städten auf den Hauptinseln tätig werden, aber es gibt auch die Bergdörfer". Sprachbarrieren befürchtet sie weniger, denn die meisten Einwohner sprechen Englisch. Und das ist für die junge Frau, deren Mutter aus England stammt, kein Problem. Dennoch gibt es auch diejenigen, die nur die Inselsprache beherrschen. "Aber das macht es ja interessant!"

In sozialen Projekten engagieren

Wenn der tägliche Unterricht vorbei ist, möchte sich die Brühlerin vor Ort nachmittags in sozialen Projekten engagieren. Was genau das sein wird, könne sie erst an ihrem Einsatzort entscheiden. Die Vielfalt der Möglichkeiten von eher technischen Projekten über Schwimmunterricht bis zum Einsatz in der Erwachsenenbildung scheint für Jacqueline Ruffler, die in Brühl im Schwimmverein und der Bläserakademie aktiv ist, jedenfalls riesig zu sein. Und so will die junge Frau nicht nur etwas über andere Menschen erfahren, sondern auch über sich selbst. "Ich denke, wenn ich plötzlich weit weg von meiner Familie und meinen Freunden komplett auf eigenen Füßen stehen muss, lerne ich mich von einer ganz anderen Seite kennen", sagt sie. Und, so hofft sie, der einjährige Auslandsaufenthalt bringt sie auch in der Entscheidung weiter, was sie nun nach der Schule mit ihrem Leben anfangen möchte.

Um der engagierten Abiturientin den Auslandsaufenthalt zu ermöglichen, sind noch Sponsoren nötig, die sie mit kleineren oder größeren Spenden unterstützen. Da noch kein spezielles Konto eingerichtet ist, besteht die Möglichkeit über unsere Zeitung per E-Mail an sz-redaktion@schwetzinger-zeitung.de, Betreff: Fidschi, mit Jacqueline Ruffler Kontakt aufzunehmen.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker Schwetzinger Zeitung
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel