Oftersheim

Jugendzentrum Nachwuchsgärtner legen mit viel Engagement ein Gemüsebeet an / Judith Grigo gibt Hinweise über den richtigen Umgang mit Setzlingen und Samen

Sellerie versteht sich recht gut mit den Tomaten

Oftersheim.Vorsichtig zogen sie mit Schaufeln Saatstreifen in das Beet, bewässerten die Erde und säten Möhren, Radieschen und Co. Acht kleine Hände werkelten gestern Nachmittag bei herrlichem Sonnenschein im Garten des Jugendzentrums (JUZ). Hinzu kamen zwei erwachsene Hände - und zwar die von Judith Grigo, unter deren Aufsicht der Gartenkurs stattfand.

Die Garten-AG wird schon seit vielen Jahren angeboten und ist damit eine liebgewonnene Tradition im JUZ. In dieser Saison gleich an zwei Nachmittagen in den Osterferien. Derjenige, der graben, hacken, pflanzen und säen wollte, war eingeladen. Wegen der kalten Temperaturen am Mittwoch war die Gruppe der Nachwuchsgärtner allerdings etwas ausgedünnt.

Vier junge Gärtnerinnen zwischen sieben und zehn Jahren nahmen trotzdem teil und wurden gestern, am zweiten Garten-Nachmittag, mit angenehmen Frühlingstemperaturen entlohnt.

Sonnenblume neben Chili

Sophia, Paulina, Aylin und Eva bepflanzen das im Garten vorbereitete Beet üppig. Hier säten sie eine Reihe Möhren, dort eine Reihe Radieschen und auf der anderen Seite eine Linie von Ringelblumen. Zwischendrin setzten sie einige der vorgezogenen Tomaten-Stauden und eine Chili-Pflanze. Im Anzuchttöpfchen, zu dem Judith Grigo ein leeres Kondensmilch-Päckchen umfunktioniert hatte, wartete sogar noch eine kleine Überraschung: Neben der Chili-Pflanze war eine kleine Sonnenblume mit aufgegangen. Natürlich hat auch diese e ihren Platz im Beet gefunden - genau neben der Chili.

Zum Gießen von Tomaten verriet Judith Grigo den vier jungen Damen einen Trick: "Tomaten mögen es nicht, wenn ihre Blätter beim Gießen nass werden. Deshalb basteln wir aus einer Plastikflasche einen Wasserspender." Gesagt, getan. Wenn man den Boden einer Plastikflasche abtrennt und die Flasche mit der Trinköffnung ohne Deckel nach unten direkt neben die Tomatenpflanze in den Boden drückt und die Flasche dann mit Wasser füllt, bekommt die Pflanze eine schonende Bewässerung.

Und noch weiteres Gartenwissen vermittelte die Hobby-Gärtnerin Judith Grigo den Kindern: So lernten sie, dass man Tomaten an Stellen im Beet setzen muss, von denen aus sie die anderen Pflanzen nicht beschatten. Schließlich wachsen Tomaten mit Hilfe von Rankhilfen meist am höchsten.

Die AG bietet auf diese Weise die Gelegenheit, den Kindern das Gärtnern näher zu bringen. "Vor allem Kinder, die zu Hause keinen Garten haben, können sich hier austoben", erklärte Judith Grigo. Und dass den Mädchen die Gartenarbeit Spaß machte, war auf den ersten Blick zu erkennen. Drei von ihnen waren sogar schon in den vergangenen Jahren beim Gärtnern im JUZ dabei. Nur Eva war Neuling.

Und so füllte sich das Beet nach und nach. Neben Tomaten, Chili, Radieschen, Möhren und Ringelblumen fanden auch ein Sellerie, Petersilie und Basilikum ihren Platz.

Wer kann mit wem als Nachbar?

Dabei ging es immer nach strenger Ordnung. "Es gibt Pflanzen die vertragen sich nicht so gut", erklärte Judith Grigo. "Gurke und Basilikum können aber gut miteinander und Sellerie versteht sich gut mit Tomaten." Um Gurken und Zucchini zu setzen, ist es momentan noch deutlich zu kalt. Deshalb blieben diese Pflänzchen noch im Topf. "Beides setze ich heute lieber noch nicht", erklärte Judith Grigo. "Wenn es nachts noch so kalt wird, besteht das Risiko, dass die Pflanzen erfrieren. Ich möchte damit lieber noch eine Woche warten."

Was bei milden Temperaturen schnell gehen kann, ist das Keimen der Radieschen. In einer Woche könnten schon die ersten Blätter sichtbar sein. Von den Pflänzchen, die nicht mehr ins Beet gepasst haben, durften Sophia, Paulina, Aylin und Eva einige mit nach Hause nehmen. So können sie die Entwicklung der Pflanzen auch zu Hause weiter beobachten. Wenn die Ernte im JUZ dann ansteht, dürfen sich die Mädchen natürlich auch bedienen.

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