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Von unserem Mitarbeiter Georg Patzer
Gute Literatur geht immer von der Realität aus, aber selten so direkt wie das neue Buch von Harry Mulisch. Er erzählt einen Fall, der sich 1987 in Holland ereignet hat. Damals sollte das Stück "Der Müll, die Stadt und der Tod" von Rainer Werner Fassbinder aufgeführt werden, das in Deutschland wegen massiver Proteste in Frankfurt nicht auf die Bühne kam, Antisemitismus war der Vorwurf, weil ein reicher Mann in dem Stück "der reiche Jude" hieß. In Israel ist es inzwischen aufgeführt worden, niemand regte sich auf, höchstens über die mindere Qualität des Stücks. Auch in Holland wurde protestiert, aber die Premiere scheiterte erst, als der Schauspieler Jules Croiset, selbst jüdischer Abstammung, von Neonazis entführt wurde. So hieß es zuerst, aber dann wurde klar, dass er selbst Drohbriefe an sich und seine Freunde geschickt und auch seine Entführung selbst inszeniert hatte.
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