» Startseite > Abo & Service > Archiv > Artikelseite
Von unserem Mitarbeiter Georg Leisten
Es ist ein wahres Theatermonstrum, das da am Stuttgarter Schauspielhaus aus dem Käfig gelassen wurde. 1835 von einem verbitterten Saufpoeten aus Westfalen geschrieben, doch erst 1918 uraufgeführt und bis heute selten von Deutschlands Intendanten aufs Programm gesetzt: Christian Dietrich Grabbes "Hannibal". Frei mit den Fakten der Historie jonglierend, erzählt die monumentale Antitragödie vom karthagischen Feldherrn, der im dritten Jahrhundert vor Christi mit seinen Kampfelefanten über die Alpen zog, um halb Italien niederzutrampeln und am Ende doch an Roms Übermacht zu scheitern. Der Niederländer Johan Simons tat gut daran, die dramaturgische Schlachtplatte, deren Original immerhin 150 Darsteller erfordert, leicht gestutzt auf die Bühne zu bringen. So grandios wie jetzt in Stuttgart, so sinnlich, süffig und staubfrei war Geschichtstheater schon lange nicht mehr!
Diese Seite ist Abonnenten und Lesern des Mannheimer Morgen, Südhessen Morgen, Bergsträßer Anzeiger, Schwetzinger Zeitung, Hockenheimer Tageszeitung und der Fränkischen Nachrichten vorbehalten.
Adresse der Seite: http://www.morgenweb.de/service/archiv/artikel/404823216.html