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Stress an der Tankstelle: Explodierende Preise sorgen für erheblichen Ärger

An den Zapfsäulen steigt der Frust

Von unserem Mitarbeiter Bernhard Haas

Mannheims Autofahrer stöhnen. An den Tankstellen schnellen die Preise in ungeahnte Höhen. An manchen Zapfsäulen kostet Super über 1,40 Euro und der Dieselpreis liegt um oder über 1,30 Euro. Kritik ist allerorten zu hören. Dabei kennen die Schimpfworte, mit denen die Hersteller bezeichnet werden, kaum Grenzen. "Die Preise sind ganz schön gesalzen", hört sich da noch harmlos an, wie es das Ehepaar Rudi und Gisela Englert ausdrückt.

Gegen Nachmittag geben die Preise dann an einigen Zapfsäulen wieder um ein bis zwei Cent nach. Das sieht zwar etwas freundlicher aus, beschwichtigt aber den Zorn der Autofahrer nur wenig "Was mich am meisten ärgert, ist der geringe Unterschied zwischen Normalbenzin und Super", meint Rafael Frenz. Und Klaus Gasteiger: "Das ist ganz schlimm - vor allem für mich als Pendler."

Artur Sage vermutet sogar eine Absprache zwischen Automobil- und Mineralölindustrie. "Eine mögliche Lösung wären doch Autos, die mit Wasserstoff betrieben werden. Schon vor Jahren habe Mercedes ein solches Auto vorgestellt, beklagt er - das sei aber nie in Serie gegangen. Mario Geldon meint, dass diese Entwicklung doch vorauszusehen war. "Wenn andere Länder die Ressource Öl immer stärker nachfragen, dann steigt der Preis eben". Eine Lösung weiß er nicht, auch wenn er auf das Auto angewiesen ist. Andere begeben sich in ihr Schicksal, wie etwa Ursula Höfer: "Was soll ich denn machen?" Erst kürzlich seien Arbeitnehmer in dem Betrieb gefragt worden, ob sie lieber mit einem Jobticket zur Arbeit kommen wollten. "Wenn ich dann von Schönau auf die Vogelstang fahren muss, dauert das fast eine Dreiviertelstunde. Mit dem Auto brauche ich nicht einmal die Hälfte der Zeit."

Vor allem ältere Autofahrer überlegen sich, ob sie nicht auf ein eigenes Pkw verzichten. Da bietet sich auch an, ob man mit Car-Sharing nicht doch Geld sparen kann. "Das macht zwar am Spritpreis nichts aus, aber es senkt die Gesamtkosten", so ein Autofahrer. Die Antworten von deren Angestellten fallen dagegen eher einsilbig aus. An einer Tankstelle im Jungbusch ist gar keine Antwort zu erhalten. "Da muss ich erst in der Zentrale nachfragen." Hinter vorgehaltener Hand verlautet aber: "Das ist halt ein heißes Thema, das noch lange nicht ausgestanden ist."

An einer anderen Tankstelle bittet ein Mitarbeiter, ja nichts in der Zeitung zu schreiben, da ansonsten die eigene Existenz auf dem Spiel stehe. Auch so eine Aussage spricht Bände.

Mannheimer Morgen
09. November 2007

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