Politik:
Im Sommer soll die Verfasste Studierendenschaft eingeführt werden – bis dahin ist es noch ein langer Weg
Sitzung für Sitzung zur Satzung
Von unserer Mitarbeiterin Franziska Müller
Studenten aller Fachschaften vereinigen sich: der Arbeitskreis Verfasste Studierendenschaft bei der Arbeit.
© fmu
Es sind aufregende Zeiten für Mannheimer Studenten. Die rot-grüne Regierung ändert einiges für die Uni Mannheim sowie für alle Hochschulen in Baden-Württemberg. Die 2007 eingeführten Studiengebühren fallen ab diesem Sommersemester weg und auch die Organisation der Studenten an den einzelnen Universitäten und Hochschulen wird kräftig umstrukturiert. Bis zum nächsten Semester soll die Verfasste Studierendenschaft (VS) wieder eingeführt werden und so eine größere Beteiligung der Studenten am Universitätsgeschehen garantieren. Laut Wissenschaftsministerin Theresia Bauer ermöglicht die Wiedereinführung der VS "eine neue Kultur der Beteiligung" an den Hochschulen.
Was ist die VS?
Der Begriff "Studierendenschaft" bezeichnet alle an einer Hochschule eingeschriebenen Studenten. Diese organisieren sich in der sogenannten Verfassten Studierendenschaft. Sie stellt eine eigenständige Teilkörperschaft der Uni dar und vertritt studentische Interessen.
Wo gibt es die VS?
Bis auf Baden-Württemberg und Bayern gibt es die VS in allen 14 Bundesländern. Entscheidend ist, dass die VS ihre Satzung selbst bestimmt, und auch über Höhe sowie Verwendung der Semesterbeiträge der Studenten eigenständig entscheidet. Bisher arbeiten der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA), die Fachschaften und die Hochschulgruppen zwar größtenteils unabhängig - in finanziellen Fragen sind sie jedoch von der Gunst der Universität abhängig. Im Ländle wurde die VS 1977 abgeschafft.
Was passiert an der Schloss-Uni?
An der Uni Mannheim gab es bisher drei Treffen des Arbeitskreises (AK) Verfasste Studierendenschaft. Gemeinsam diskutieren der AStA sowie die Fachschaften der jeweiligen Studiengänge und die Hochschulgruppen über mögliche VS-Modelle sowie eine neue Satzung, welche die Organisation und die Aufgaben der Studierendenschaft regelt.
Was sagen die Studenten?
AStA-Sprecher Denes Kücük ist zufrieden mit den bisherigen Treffen: "Die Fachschaften zeigen Interesse und treffen sich auch intern, um gemeinsam an einer Satzung zu arbeiten." Ganz anders sieht das Lena Kaiser. Die 23-jährige Studentin ist Mitglied der Fachschaft Sprachen- und Literaturwissenschaft und bemängelt den fehlenden Fokus des AK: "Es geht zu sehr um Details, zum Beispiel wer wie viel Geld bekommt. Dabei sollten die Kompetenzen des Organs genau definiert werden." Das mache den Prozess langwierig. Es sei wahrscheinlich, dass die Studenten, die sich jetzt für die VS engagieren, bis zu ihrem endgültigen Beschluss nicht mehr an der Uni sind.
Wie geht's weiter?
Im nächsten Semester sind weitere Sitzungen des Arbeitskreises geplant. Die Satzung soll weiter ausgearbeitet werden und die Suche nach einer passenden Struktur für die Uni Mannheim geht weiter. Dabei hilft eine Kooperation mit der Uni Heidelberg. Mögliche Modelle einer VS sind etwa das Studierendenparlament (StuPa) oder der Studierendenrat (StuRa). Außerdem überlegt der AK Verfasste Studierendenschaft, einen Abgeordneten einzuladen, dem sie ihre Ideen vorstellen können.
Wo kann man sich informieren?
Alle Protokolle zu den bisherigen Sitzungen des AK VS der Uni Mannheim sind auf der Homepage des AStA einzusehen: www.asta.uni-mannheim.de.
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