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Torhüter: Nationalkeeper Dennis Endras und sein Herausforderer Felix Brückmann ziehen am gleichen Strang

April 2013: Zeit für Helden?

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter

Felix Brückmann (rechts) und Dennis Endras wollen sich einen leistungsfördernden Konkurrenzkampf liefern.

©  Binder

Mannheim. Den 20. Mai 2010 wird Dennis Endras nie vergessen. Niemals. Um 22.29 Uhr gab es in der ausverkauften SAP Arena kein Halten mehr. Mit dem 1:0-Sieg im Krimi gegen die Schweiz zog die deutsche Nationalmannschaft ins WM-Halbfinale ein. Überraschung? Sensation? Wunder? Der Torhüter hatte mit seinen 41 Paraden jedenfalls gehörigen Anteil am größten deutschen Erfolg im Eishockey seit dem Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1986 in Innsbruck.

Was sich danach auf dem Mannheimer Eis abspielte, war unglaublich, fast schon surreal. Endras hatte plötzlich eine überdimensional große Deutschland-Fahne in der Hand, mit der er auf die Ehrenrunde stürmte. Dieses Bild wurde auch in überregionalen deutschen Tageszeitungen verewigt. Für einen Moment gehörte dem Eishockey die mediale Aufmerksamkeit, die es sich wünscht. "Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen", erzählt Endras.

Seit jenem fast schon legendären Donnerstag im Mai 2010 ist viel Zeit vergangen. Die grandiose WM, an deren Ende er zum MVP, dem besten Spieler des Turniers, gewählt wurde, war für Endras ein perfektes Bewerbungsschreiben. Er fing sich in die Notizbücher der Talentspäher aus der nordamerikanischen Profiliga NHL. Dass er wenig später einen Zweijahresvertrag bei den Minnesota Wild unterschrieb, war logisch. Im Sommer 2011 wagte er den Sprung über den großen Teich, sein Traum schien in Erfüllung zu gehen.

Geboren wurde Dennis Endras am 14. Juli 1985 in Immenstadt (Allgäu).

2004 begann er bei den Augsburger Panthern seine Profi-Karriere. Mit der Förderlizenzregelung wurde er zunächst in Bayreuth eingesetzt. Über Landsberg und Frankfurt kehrte Endras nach Augsburg zurück.

2010 sicherten sich die Minnesota Wild aus der NHL die Rechte am heute 27-Jährigen. Da er dort jedoch keine Eiszeit bekam, wechselte der Nationaltorhüter nach sechs Einsätzen im Farmteam Houston Aeros zum finnischen Erstligisten IFK Helsinki.

Bei den Adlern unterschrieb Endras, der zum besten Spieler der Heim-WM 2010 gewählt wurde, einen Dreijahresvertrag. cr

Felix Brückmann wurde am 16. Dezember 1990 in Breisach am Rhein geboren.

2006 wechselte der Torhüter aus der Jugendabteilung des EHC Freiburg zu den Jungadlern Mannheim.

Als sich Nummer-eins-Torhüter Freddy Brathwaite zu Beginn der vergangenen Spielzeit verletzte, schlug Brückmanns Stunde. Der Senkrechtstarter stellte einen DEL-Startsiegrekord auf und trug damit zum guten Saisonstart der Blau-Weiß-Roten bei.

Nach der Runde wurde der 1,80 Meter große Linksfänger von der Fachzeitschrift "Eishockey News" zum "Rookie der Saison" gewählt.

Brückmanns Vertrag in Mannheim läuft bis 2014. cr

NHL-Traum lebt weiter

Nun, gut ein Jahr später, sieht sich Endras nicht als gescheitert an, aber vielleicht doch ein wenig desillusioniert, bestimmt jedoch um eine Erfahrung reicher. Ein Einsatz in der NHL blieb Wunschdenken, über das AHL-Farmteam Houston Aeros ließ er sich nach Finnland zu IFK Helsinki weitergeben. "Ganz gestorben ist die NHL für mich nicht, als Sportler muss man sich immer die höchsten Ziele setzen. Jetzt bin ich aber erst mal für die kommenden drei Jahre in Mannheim. Ich konzentriere mich voll auf den Job bei den Adlern."

Dass sich die Blau-Weiß-Roten die Fangkünste des 27-Jährigen sicherten, lag auf der Hand. Im Tor sparten sie sich somit eine der Ausländerlizenzen, die vor dieser Saison reduziert wurden. Mit Felix Brückmann, dem Senkrechtstarter 2011, bildet Endras als Nachfolger von Publikumsliebling Freddy Brathwaite das neue Tandem zwischen den Pfosten. "Ich hatte bislang bei all meinen Vereinen Leute hinter mir, die mich gepusht haben und die mir ans Herz gewachsen sind. Ich hoffe, dass das mit Felix genauso wird", betont Endras. Brückmann ist ganz guter Dinge, was das betrifft. "Das passt schon. Dennis und ich sind auf einer Wellenlänge", sagt der 21-Jährige.

Zu Beginn der vergangenen Spielzeit machte Brückmann auf sich aufmerksam. Als DEL-Neuling stellte er einen Startsiegrekord auf, was ihm die Wahl zum "Rookie der Saison" einbrachte. Dass er erneut als Nummer zwei eingeplant ist, spornt seinen Ehrgeiz an. "Ich kann nicht das beeinflussen, was drum herum passiert, sondern nur meine Leistung", betont Brückmann, der von einem kurzen Sommer berichtet. "Wir haben fokussiert gearbeitet, weil wir etwas geraderücken müssen. Ich habe eine Extra-Motivation verspürt, weil ich im vergangenen Jahr gesehen habe, wo ich stehe und dass ich mich in der DEL mit den Besten messen kann", sagt der Linksfänger. Auch mit Endras, wenngleich Trainer Harry Kreis betont: "Wir haben Dennis als Nummer eins verpflichtet."

Endras weiß um seinen Vorsprung - und dass er große Verantwortung auf seinen schmalen Schultern trägt. "Ich will den nächsten Schritt in meiner Karriere gehen. Augsburg peilte immer die Play-offs an. Mannheim setzt sich höhere Ziele. Ich möchte zeigen, dass ich mit diesem Druck umgehen kann", sagt der 27-Jährige. Bei den Adlern hofft Endras, zurück zum Glück zu finden. "Es fühlt sich gut an, wenn man weiß, wo man abends schlafen wird. Ich bin wieder da, wo ich hingehöre", betont er nach dem "Missverständnis" Nordamerika. Die AHL - das war nicht seins. "Dort ist mir das Eishockey-Feeling, das ich von Augsburg oder der Heim-WM kenne, verloren gegangen", erklärt der Mann mit der Rückennummer 44.

"An der Torhüterposition fasziniert mich, dass man auf einem schmalen Grat wandelt - mal bist du der Depp, mal der Held", sagt Endras. Er wünscht sich, dass in einer April-Nacht 2013 wieder Zeit für Helden ist - so wie am 20. Mai 2010.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 12.09.2012
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