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Torhüter: Adler-Vorbild möchte noch ein Jahr dranhängen – aber:

Brathwaite gerät ins Grübeln

Von unserem Redaktionsmitglied Jan Kotulla

Freddy Brathwaite würde schon gerne weiter für die Adler spielen - sein Alter (im November wird er 40 Jahre alt) sieht er dabei nicht als Hindernis.

©  dpa

Mannheim. Es ist nur eine Momentaufnahme, aber sie zeigt exemplarisch den Stellenwert von Freddy Brathwaite. Als der 39-jährige Torhüter nach der Finalniederlage die Berliner Arena verlässt und mit seinen Teamkollegen in den Mannschaftsbus steigen will, feiern ihn die mitgereisten Fans mit "Freddy Brathwaite"-Gesängen, holen sich Autogramme, klopfen ihm aufmunternd auf die Schulter.

Der Kanadier, der seit 2008 den Kasten der Mannheimer Adler sauber hält, hat am Dienstag im fünften Finalspiel alles versucht, um der Mannschaft den Sieg zu ermöglichen - vergebens. "Es war ein enges Spiel zweier sehr starker Teams. Unglücklicherweise haben die Eisbären gewonnen", ist ihm die Enttäuschung trotz seiner gewohnt ruhigen Art anzumerken.

Ruhepol mit Vorbildfunktion

Freddy Brathwaite

Geboren wurde Fredrick Brathwaite am 24. November 1972 im kanadischen Ottawa.

In der nordamerikanischen Profiliga NHL absolvierte er insgesamt 255 Partien für Edmonton, Calgary, St. Louis und Columbus. Mit dem russischen Klub AK Bars Kazan feierte Brathwaite 2006 den KHL-Titel.

Nach zwei Saisons in der unterklassigen AHL bei den Chicago Wolves wechselte er 2008 nach Mannheim.

Egal, welcher seiner Teamkollegen gefragt wird - alle sprechen mit dem größten Respekt über den nur 1,82 Meter großen Torhüter. "Jeder hat betont, wie viel Charakter in unserem Team steckt. Freddy war in dieser Hinsicht unser großes Vorbild", beschreibt Verteidiger Jaime Sifers die Ausstrahlung des ruhenden Pols der Mannschaft.

Einer, der in dieser Saison besonders viel Zeit mit Brathwaite verbracht hat, war Ersatztorhüter Felix Brückmann. Aufgrund der Extra-Klasse der Nummer eins bekam der 21-Jährige zum Ende der Hauptrunde wenig Eiszeit und schaute in den Play-offs komplett zu. Von Neid jedoch keine Spur: "Wie Freddy in seinem hohen Alter seinen Körper geopfert hat, um uns zu Siegen zu verhelfen, war unglaublich", sprudelt es aus Brückmann heraus. "Er wird immer ein Vorbild für mich sein - in jeder Hinsicht."

Marcus Kuhl, vor vier Jahren als Manager der Adler für den Wechsel von Brathwaite nach Mannheim verantwortlich, erinnert sich noch ganz genau an damals: "Freddy war der Lieblingsspieler von Coach Dave King. Er wollte ihn unbedingt haben, also haben wir alles versucht, ihn zu bekommen. Und diese Entscheidung haben wir keine Sekunde bereut." Für den heutigen Sportdirektor zählen nicht nur die außergewöhnlichen Leistungen als Torhüter, "sondern er ist auch menschlich top. Man sagt ja immer, Goalies sind ein eigenes Völkchen, aber Freddy ist etwas ganz Besonderes."

Dennoch steht die Zukunft für den Keeper, der 2006 Meister mit dem russischen Klub AK Bars Kazan wurde, in den Sternen. "Es waren vier tolle Jahre in Mannheim und ich weiß nicht, was jetzt passiert", hofft der Routinier auf ein neues Vertragsangebot. "Vielleicht fällt die Entscheidung in den nächsten Tagen, eventuell auch erst im Juli oder August", bleibt Brathwaite genauso ruhig, wie während der Duelle auf dem Eis. "Ich würde gerne weiter für die Adler spielen und bin überzeugt, dass ich das auf einem hohen Niveau kann", spielt für den ehemaligen NHL-Goalie sein Alter - Brathwaite wird am 24. November 40 Jahre alt - keine Rolle. Obwohl er nach der Niederlage in Berlin ins Grübeln kommt. "Vielleicht ist es Zeit, aufzuhören?" Dagegen hätte nicht nur Verteidiger Chris Lee etwas: "Freddy hat uns ins Finale geführt. Ich wüsste nicht, wieso er das im nächsten Jahr nicht noch einmal tun könnte."

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 26.04.2012
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