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Neuzugang: Verteidiger Doug Janik befolgt Rat des ehemaligen Mannheimers François Methot und will bei den Adlern seine Führungsqualitäten zeigen

Doppelt hält besser? Aus 3 wird 33

Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter

Nach der Saison tauschen viele Eishockey-Profis ihr Spielgerät gegen Golf-Schläger. Doug Janik will alles dafür tun, dass er das als Meister tun kann.

©  Binder

Mannheim. Sein Einstand in Mannheim hätte nicht besser sein können, für Lacher in der Kabine war jedenfalls gesorgt. Als die Tinte unter dem Vertrag trocken war und es nur noch um einige Details ging, äußerte Doug Janik seinen Wunsch für die Rückennummer. Die "3" sollte es, falls möglich, sein. Doch Teal Fowler sagte "No". Der Verteidiger-Neuzugang konnte nicht wissen, dass das Trikot mit dieser Ziffer in Mannheim nicht mehr vergeben wird - es hängt zu Ehren von Harold Kreis unter dem Hallendach der SAP Arena.

Harold Kreis? Da war doch was! Der Deutsch-Kanadier wurde als Spieler im blau-weiß-roten Trikot vor allem wegen seiner Vereinstreue und den beiden Meisterschaften 1980 und 1997 zu einem Idol - und steht heute als Adler-Trainer an der Bande. Dass sein neuer Abwehrspieler gleich mal so richtig ins Fettnäpfchen trat, nahm Kreis mit Humor: "Hätte er ein Abendessen und ein paar Bier springen lassen, hätten wir darüber reden können."

Aus der "3" machte Janik kurzerhand die "33". Auch wenn es mit seiner Wunschnummer nicht klappte, hofft der 32-Jährige, mit seiner neuen sportlichen Heimat das große Los gezogen zu haben. "Ich hätte zwar weiter in Detroit bleiben können, die Red Wings haben mir sogar einen längerfristigen Vertrag angeboten", sagt der Amerikaner. Da es sich dabei aber lediglich um einen sogenannten "Two-Way-Contract" handelte, er also immer wieder in die unterklassige AHL hätte abgeschoben werden können, zog Janik das Angebot der Adler vor, die sich beim Tauziehen um den Routinier unter anderem gegen die ligainterne Konkurrenz aus Ingolstadt durchsetzten.

Doug Janik wurde am 26. März 1980 in Agawam (Massachusetts/USA) geboren.

In der NHL absolvierte der Verteidiger 196 Spiele für die Buffalo Sabres, Tampa Bay Lightning, Dallas Stars, Montreal Canadiens und Detroit Red Wings. Dabei brachte er es auf vier Tore und 16 Vorlagen.

Noch in der vergangenen Saison stand der 32-Jährige neunmal für die Red Wings auf dem Eis, größtenteils wurde er aber im AHL-Farmteam bei den Grand Rapids Griffins eingesetzt.

Janik ist mit Kristin verheiratet. Sein Sohn Douglas ist fünf Monate alt. cr

Was sprach für Mannheim? Der Wasserturm? Die Arena? Der Klub? Die Teamkollegen? "Alles", sagt Janik, der sich über seinen neuen Verein bestens informierte. Einen wichtigen Fürsprecher hatten die Adler in François Methot, der vor seinem Wechsel nach Krefeld von 2006 bis 2011 für die Mannheimer spielte. "François ist ein richtig guter Freund, ich kenne ihn schon seit zwölf, 13 Jahren", erklärt der Verteidiger, der Anfang des Jahrtausends mit Methot bei den Rochester Americans spielte, dem AHL-Farmteam der Buffalo Sabres. "Er hat mir erzählt, wie sehr er mit seiner Familie die Zeit in Mannheim genossen hat."

Janik weiß, dass er beim Vizemeister in große Fußstapfen tritt. Nach dem Abgang von Top-Verteidiger Chris Lee, den es zu Färjestads BK in die schwedische Elitserien zog, erwarteten Fans und Umfeld einen offensiven Abwehrspieler mit hartem Bums als Ersatz. Stattdessen präsentierte Teal Fowler einen soliden Allrounder - auch mit dem Hinweis auf einen schwierigen Transfermarkt, bei dem die Nachfrage nach Offensiv-Verteidigern groß, das Angebot aber recht überschaubar war.

In Mannheim trifft Janik auf viele Weggefährten. "Mike Glumac, Yanick Lehoux, Craig MacDonald und Shawn Belle - die kenne ich alle aus der AHL", sagt der 1,88-Meter-Mann, der sich auf ein Vorrundenspiel besonders freut: Am 21. Oktober empfangen die Adler die Grizzly Adams Wolfsburg mit Norm Milley. Auf der Homepage des Klubs hat der Stürmer auf die Frage, wer sein bislang bester Mitspieler war, "Doug Janik" geantwortet. Gut, vielleicht ist Milley da ein wenig voreingenommen, stand er doch bei Janiks Hochzeit als Trauzeuge an dessen Seite.

Nicht nur deswegen ist der Amerikaner davon überzeugt, den richtigen Schritt getan zu haben. "Es war Zeit für etwas Neues", betont er. Das, was er sah, gefiel ihm gleich richtig gut: "Hier wird alles dafür getan, dass wir erfolgreich sein können." Beim Teambuilding mit Fußballgolf in Dirmstein hatte er jede Menge Spaß, die Fanparty machte gleich Lust auf mehr: "Ich habe gedacht, es würden vielleicht 500 kommen - aber über 3000? Am liebsten hätte ich vor diesen Fans gleich Eishockey gespielt."

Janik beschreibt sich als Verteidiger, der den Torhüter beschützt und erst schaut, dass hinten nichts anbrennt, ehe er sich in die Offensive einschaltet. "Das hört sich doch gut an", sagt Goalie Felix Brückmann und lacht. Janiks Trainer bestätigt dessen Selbsteinschätzung. "Doug ist eine Führungspersönlichkeit und ein No-Nonsens-Spieler", sagt Harold Kreis - also einer, der keine verrückten Sachen macht. Verrückt - oder sagen wir außergewöhnlich - ist dann wohl schon eher, dass Doug den gleichen Vornamen hat wie sein Vater und diesen an seinen fünf Monate alten Stammhalter Douglas weitergab.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 12.09.2012
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