Eishockey:
Lange verletzter Adler-Stürmer trumpft beim 3:2-Sieg in Köln groß auf
Christoph Ullmann reißt das Ruder herum
Von unserem Redaktionsmitglied Christian Rotter
Komm in meine Arme! Christoph Ullmann (Mitte) feiert mit Adam Mitchell und Florian Kettemer sein Tor zum 2:1.
© IHP 24
Köln.
Christoph Ullmann weiß, was von ihm erwartet wird. Der Mittelstürmer der Mannheimer Adler soll die Paradereihe führen - so, wie in den Play-offs 2012, als der sogenannte MUM-Sturm mit Adam Mitchell, Ullmann und Ken Magowan Furcht und Schrecken in der gegnerischen Abwehr verbreitete.
Ullmann, der Hoffnungsträger und Schlüsselspieler, hat hohe Ansprüche an die eigene Leistung. So stellte der 29-Jährige, der die Blau-Weiß-Roten mit seinem späten Doppelpack (50./53.) zum 3:2-Sieg beim entthronten Tabellenführer Kölner Haien führte, nicht seine Saisontore Nummer sieben und acht heraus, sondern er lobte seine Teamkollegen, die Ende des zweiten Drittels in doppelter Unterzahl den zweiten Gegentreffer verhindert hatten: "Das war die Schlüsselszene. Fällt hier das 0:2, läuft das Spiel wohl anders." Doch da sich Craig MacDonald, Steve Wagner und Dominik Bittner in Schüsse warfen, konnte Ullmann in der Schlussphase noch zum gefeierten Mann avancieren. Yanick Lehoux legte das dritte Tor nach (55.).
"Das erste Tor nach seiner langen Verletzungspause hat ihm Selbstvertrauen gegeben", erkannte Manager Teal Fowler, der nach dem 1:1 einen wie befreit aufspielenden Ullmann sah. Dass er fast zwei Monate wegen eines Kreuzbandanrisses gefehlt hatte, war ihm kaum mehr anzumerken. "Ich war lange raus aus dem Geschäft. Es braucht noch ein wenig Zeit, um den Rhythmus und das richtige Timing zu finden", erklärte der Mann mit der Nummer 47, der sich auch nicht davon entmutigen ließ, dass wenige Augenblicke vor dem Ausgleich einer seiner Schüsse im allerletzten Moment von der Torlinie gekratzt worden war: "Da darfst du nicht verzweifeln, sondern musst einfach weitermachen."
Ein wichtiges Zeichen
Neun Spieltage vor dem Ende der Vorrunde war das 3:2 in Köln ein wichtiges Zeichen an die Konkurrenz. "Für uns war der Sieg in doppelter Hinsicht eine große Nummer. Erstens haben wir damit wieder die Tabellenführung übernommen und zweitens haben wir im dritten Saisonduell mit den Haien endlich den ersten Erfolg gefeiert", sagte Ullmann und ergänzte: "Köln ist eine Mannschaft, die wir vielleicht noch häufiger sehen werden."
Da die Hauptrunde in die Zielgerade eingebogen ist, nahmen es die Mannheimer erleichtert zur Kenntnis, dass die Verteidiger Denis Reul und Doug Janik nach ihren Verletzungen rechtzeitig vor den Play-offs ihr Comeback gegeben haben. "Ich war überrascht, wie stark sich Doug nach der langen Pause in den Zweikämpfen behauptet hat", lobte Manager Fowler den Amerikaner. Janik selbst war froh, endlich wieder mitmischen zu dürfen: "Ich habe das alles vermisst", betonte der 32-Jährige, der erst am Spieltag selbst erfuhr, dass er abends auflaufen würde: "Ich fühle mich super."
Genauso ging es Dennis Endras. Der Nationaltorhüter parierte satte 41 Schüsse und durfte nach der verpassten Olympia-Qualifikation endlich wieder strahlen. "Am Sonntag war ich nach dem bitteren Ende gegen Österreich den Tränen nah. 2010 habe ich in Vancouver erlebt, dass Olympische Spiele das Größte für einen Sportler sind", sagte der Allgäuer, der im Finale um das Sotschi-Ticket dem Berliner Rob Zepp den Vortritt lassen musste.
Für Ullmann war das Vier-Länder-Turnier in Bietigheim-Bissingen ein bisschen zu früh gekommen. Er musste tatenlos zusehen, wie sein Olympia-Traum platzte. Der 29-Jährige würde sich am liebsten mit dem Titel dafür entschädigen. Ganz so weit blickt voraus der Angreifer aber noch nicht. Vor dem nächsten Duell mit Köln am Sonntag (14.30 Uhr) in der ausverkauften SAP Arena müssen die Adler am Freitag (19.30 Uhr) in Krefeld nachlegen.